Tested Die Neuerfindung der Ferienwohnung

Von Gregor Waser
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Das erste von zehn Swisspeak Resorts steht in Vercorin oberhalb von Sierre – für Wintersportler wie auch für Wanderer und Mountain-Biker ein vielseitiger und spektakulärer Ort. Bilder: Interhome/TN

Die Swisspeak Resorts sind mit dem Anspruch gestartet, ein neues Ferienerlebnis zu schaffen. Der erste Eindruck in Vercorin VS überzeugt.

Es ist eine fulminante Ankunft auf dem Hochplateau von Vercorin. Denn Ende Juli findet hier jeweils während drei Tagen Vercojazz statt. Bands fahren im offenen Camion durchs Walliser Feriendorf und verwandeln mit Swing und New Orleans Jazz den Dorfkern. Abends auf dem Hauptplatz und auf den Terrassen der Restaurants verzücken die Jazzer weiter; so auch im neuen Swisspeak Resort, unserem temporären Zuhause für einige Tage.

Mit Trompeten im Ohr öffnen wir die Ferienwohnung – und sind beeindruckt: klares Design, viel Holz und Stein, eine top Küche, stylishes Badezimmer, alles sehr solide und funktional, kein Schnickschnack.

Ohne Schnickschnack und schnörkellos: die 101 Wohnungen im Swisspeak Resort Vercorin.

Es macht sich ein gediegenes Wohngefühl breit und der Blick aus den Fenstern geht ins Val d’Anniviers und auf die imposante Bergkette.

Wie war das früher schon wieder? Mit anonymen Wohnkomplexen in Davos und Verbier, mit veralteten Vorhängen und lieblosem Interieur? Bei den Swisspeak Resorts ist davon nichts mehr auszumachen, die Ferienwohnung wird hier offensichtlich neu erfunden und mit neuem Leben versehen.

Anonymität war einmal

Hinter den Swisspeak Resorts stehen der Mountain Resort Real Estate Fund, der bis 2025 zehn Resorts im Schweizer Alpenbogen realisieren wird (nach Vercorin folgen Zinal und Meiringen) – und Interhome als Managementgesellschaft und Vermarkterin. Dass bei der Konzeptionierung der neuen Ferienidee viele Erfahrungen, was Gästewünsche anbelangt, eingeflossen sind, wird beim Gang durchs Haus schnell ersichtlich.

Denn die Swisspeak Resorts sind eben eine Mischung von Ferienwohnung und Hotel, ein Hybrid – von beiden Formen das beste sozusagen. Eine bediente Réception mit freundlichem Empfang prägt den ersten Eindruck. Hier erfährt man alles zur Ausstattung des Hauses und kann auch Ausflüge buchen.

Herzliche Begrüssung an der Réception: Esther Vachée und Resortmanagerin Maria Bonin.

Gleich nebenan, ebenfalls ungewohnt für einen Ferienwohnungskomplex, lockt eine grosse, bediente Bar mit toller Terrasse, von der die Eltern ihren Kids – zumindest in den Sommerwochen – zuschauen können, wie sie von einem Podest und einem Trampolin auf einen Bigair-Ballon springen oder Pingpong spielen. Wanderer und Mountain-Biker stoppen für einen Apéro auf der Terrasse. Und schon nach einem Tag sind einem etliche andere Gäste des Hauses gut bekannt und die Kinder haben erste Freundschaften geschlossen.  

Auch den Kids gefallen die zahlreichen Aktivitäten rund ums Haus.

Das im November eröffnete 470-Betten-Haus wartet zudem mit Jacuzzi und Sauna auf, einem Sportshop für die Skimiete, einem Gaming-Room für die Kids und einer Tiefgarage.

Innovativ ist zudem der Ansatz einer eigenen App: Swisspeak-Gäste können auf der App zusätzliche Dienstleistungen buchen, ob eine Frühstücks-Box samt Gipfeli für 39 Franken, die einem um 8.30 Uhr ins Zimmer geliefert wird, oder ein Gleitschirmflug oder Fondueabend. Noch ist das Angebot auf der App überschaubar, aber die Einbindung der Destination ist den Betreibern der Swisspeak Resorts ein grosses Anliegen.

Mit lokalem Einfluss

Von der Nähe zur Bevölkerung und zum lokalen Gewerbe erfahre ich auch, als mich Resortmanagerin Maria Bonin ans Ende des Val d’Anniviers begleitet, um mir das neu entstehende Resort in Zinal vorzustellen, das im November 2018 eröffnet – vorerst mit zwei von später total sechs Gebäuden. «Die Resorts unterscheiden sich beim Interieur oder der Anzahl Balkone leicht. Uns ist es wichtig, mit lokalen Architekten und Handwerkern zusammenzuarbeiten», erklärt sie die geringfügigen Unterschiede zwischen den Resorts Vercorin und Zinal, das von den höchsten Bergen der Alpen umgeben ist und ein Eldorado für Naturfreunde ist. 

Das Swisspeak Resort Zinal wird auf den kommenden Winter eröffnet – vor einer imposanten Bergkulisse.

Ein Trumpf in Zinal und Vercorin, vor allem bei Wintersportlern, ist, dass die Swisspeak Resorts in unmittelbarer Nähe zur Bergbahn-Station gebaut werden. In Vercorin sind es keine 30 Meter, bevor einem die 2012 gebaute Bahn im Nu auf den 2332 Meter hohen Crêt du Midi bringt – und man sich sogleich auf dem Murmeli-Weg wiederfindet und eine Stunde später auf einer Zipline im Foret Aventure von Baum zu Baum saust. Um wenig später mit der Télécabine wieder vors Resort zu schweben.

Ein Trumpf aller Swisspeak Resorts: die Nähe zur Bergbahn.

Ausgebucht ist das Haus in dieser ersten Sommersaison noch nicht. Vercorin kann noch nicht mit der Bekanntheit von Crans-Montana oder Davos aufwarten. Doch das bestehende und die kommenden Swisspeak Resorts dürften vom Vertriebspower von Interhome – mit starker Präsenz in der Deutschschweiz – profitieren. Bereits lautet das Feedback im Restaurant La Bergère: «Soviele deutschschweizer Gäste wie in diesem Sommer hatten wir noch nie.»

Die Formel eines individuellen Aufenthalts in einer gestylten Ferienwohnung, gepaart mit Serviceleistungen und der guten Stimmung im Haus, dürfte jedenfalls den Gusto vieler Alpenfans treffen, die keine Lust mehr haben, in einem in die Jahre gekommenen, anonymen Ferienhaus die Berge zu erleben.

(Der Aufenthalt wurde unterstützt von Interhome)