Kefalonias glitzernde Höhlen und Traumstrände

Von Silvia Schaub
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Auf enger Strasse geht es hinunter zum Dörfchen Assos mit seiner mächtigen Burgruine aus dem 16. Jahrhundert im Hintergrund. Bilder: SC

Zwar ist sie die grösste und vielfältigste der Ionischen Inseln, trotzdem ist Kefalonia noch ein Geheimtipp – und neuerdings gut erschlossen ab der Schweiz.

Panos Sarris ist im Schuss. Er müsste gerade ein Dutzend Hände haben, meint er lachend. Seine Taverna über dem idyllischen Strand von Avithos bei Svoronato füllt sich mehr und mehr – obwohl es noch gar nicht Hauptsaison ist. Der Grieche im blütenweissen Hemd und Jeans stellt Teller um Teller auf den Tisch, alles Köstlichkeiten, die seine Mama in der Küche zubereitet hat. Nicht nur Klassiker wie Tzatziki oder Feta-Salat, sondern auch gebratener Saganaki-Käse, Kreatopita-Fleischkuchen oder Fischrogen-Dip.

Was den Unterschied macht: Sarris arbeitet nur mit lokalen Produzenten zusammen. Seine Terroir-Küche hat sich bereits herumgesprochen. Stolz holt er eine Flasche seines Olivenöls hervor. «Erst kürzlich haben wir damit einen internationalen Award gewonnen.» Auch der Wein stammt von seinem eigenen Weingut, das an den Hängen des Aenos liegt. Dort baut er die autochthone Traube Robola an. «Wir dürfen stolz sein auf unsere Produkte», findet Panos Sarris.

Dieses Selbstbewusstsein ist auf der Insel noch nicht überall angekommen. Dabei ist Kefalonia die grösste der Ionischen Inseln und erstaunlich vielfältig, vor allem aber noch weitgehend verschont vom Massentourismus.

Ionische Inseln / parianos.ch

Dunkle Föhrenwälder, schlanke Zypressen, kugelige Olivenbäume, tropische Gärten, duftende Haine, raue Felsküsten, romantische Strände. Dazu beschauliche Bergdörfer und schmucke, uralte Köster. Zum Beispiel das dem Inselheiligen gewidmete Agios Gerasimos am Fuss des Aenos, mit 1620 Metern der höchste Berg der Insel.

Dass die Insel bisher im Schatten von Korfu, Kreta oder Rhodos stand, hat auch damit zu tun, dass sie 1953 von einem Erdbeben fast völlig zerstört wurde und zu einer Abwanderung der Bevölkerung führte. Lebten davor mehr als 100'000 Menschen auf Kefalonia, sind es heute noch rund 40'000.

Im Gespräch mit den Einheimischen kommt dieses Ereignis immer wieder zur Sprache. Und es ist auch sichtbar. Praktisch alle Häuser sind nach dem Beben gebaut worden – nicht etwa im typisch griechischen Stil mit weiss gekalkten Fassaden, sondern im venezianischen Stil in feinen Pastellfarben, da die Insel lange von den Veneziern beherrscht wurde.

Spektakulär sind die aufragenden Felswände

Vorbei an Argostoli, der Insel-Hauptstadt, kurven wir Richtung Norden der Küste entlang und gelangen zur Myrtos Beach. Schon fast kitschig wirkt das türkisblaue Wasser und der blendend weisse Kieselstrand, spektakulär sind die aufragenden Felswände. Kein Wunder soll dieser Strand zu einem der drei schönsten Strände der Welt gehören. Viele dieser Strände sind nur zu Fuss oder über enge Serpentinenstrassen erreichbar.

Auf enger Strasse geht es auch hinunter zum Dörfchen Assos mit seiner mächtigen Burgruine aus dem 16. Jahrhundert im Hintergrund. Ebenfalls ein beliebtes Fotosujet. Weiter geht die Fahrt nach Fiskardo, dem wohl touristischsten Ort der Insel. Das charmante Dörfchen ganz am Nordende der Insel wurde weitgehend verschont vom Erdbeben und punktet mit einem idyllischen Hafen, Mole, bunten Booten und Häusern, Tavernen und Bars. Eine echte Perle, die auch Prominente wie Naomi Campell, Nicolas Cage oder Madonna anlockt.

Eines der wenigen positiven Resultate des Erdbebens von 1953 ist die Melissani-Höhle bei Sami an der Ostküste. Eigentlich ist es gar keine Höhle, weil ihr Dach nach dem Erdbeben einbrach und dieses Juwel erst sichtbar machte.

Vor den Melissani-Höhlen scheint man auf dem Boot fast über dem Wasser zu schweben.

Durch einen Tunnel steigt man zum unterirdischen See. Je nach einfallendem Tageslicht werden mystische Farbenspiele auf das glasklare Wasser und die Felsen gezaubert. Man scheint auf dem Boot während der 10-minütigen Tour fast über dem Wasser zu schweben. Die Farbspiele haben übrigens bereits in der Antike die Fantasie der Griechen angeregt. Der unterirdische See soll eine Kultstätte des Hirtengottes Pan gewesen sein.

Märchenhaft schön ist auch die Höhle in Drogarati ganz in der Nähe. Das Gewölbe ist so gross wie ein Konzertsaal – und auch akustisch hervorragend. Immer wieder finden in der kühlenden Höhle Konzerte mit Weltstars wie Mikis Theodorakis statt.

Apropos griechische Mythologie: Wer sich in Sami befindet, sollte unbedingt eine Fahrt mit der Fähre auf die Nachbarinsel Ithaka unternehmen. Schliesslich liegt dort die Heimat von Odysseus, der dank Homer zu literarischem Weltruhm gelangte. Von hier soll er seinen Superhelden erst in den Trojanischen Krieg und dann auf eine 20 Jahre dauernde Irrfahrt geschickt haben, bevor er wieder nach Ithaka in seinen Palast und zu Gattin Penelope zurückkehrte. Allerdings beanspruchen auch die Kefalonier, die Heimat des antiken Seefahrers zu sein. Homer beschreibt in seinem 12'200 Hexameterversen umfassenden Werk dessen Heimat als flache Halbinsel auf der westlichsten der Ionischen Inseln. Und das wäre die Halbinsel Paliki auf Kefalonia.


Flughafen Altenrhein: Die kürzesten Check-in-Zeiten der Schweiz

Wer es satt hat, während der Hauptreisezeit am Flughafen in meterlangen Schlangen vor dem Check-in-Schalter zu stehen, findet im Flughafen Altenrhein die perfekte Alternative. Der Regionalflughafen im Vierländereck in der Nähe von St. Gallen lockt mit den kürzesten Check-in-Zeiten der Schweiz. Mittlerweile nutzen über 140'000 Passagiere jährlich den Flughafen am Bodensee. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Pauschalbuchung über den Reiseveranstalter ist der Parkplatz auf P3 kostenlos, ansonsten stehen direkt vor dem Terminal Parkplatzmöglichkeiten auf P1 und P2 zur Verfügung.

Neben den täglichen Linienflügen ist der Flughafen auch eine zentrale Drehscheibe für die Private und Business Aviation. Betreiber ist die People’s Air Group, die vom Vorarlberger Markus Kopf geführt wird und inzwischen über 130 Mitarbeiter zählt. People’s ist mit den zwei Embraer Jets «Laura» und «Nora» mit je 76 Sitzplätzen unterwegs und verbindet die Bodenseeregion mit vier täglichen Flügen nach Wien. Zusätzlich bietet die Fluglinie ab Altenrhein diverse Charterflüge zu Feriendestinationen wie Ibiza, Mallorca, Menorca, Sevilla, Cagliari, Olba, Pula, Lefkas und Epirus sowie neuerdings auch Kefalonia an. www.peoples.ch

Rhomberg Reisen, der Inselhüpfer-Spezialist

Man muss nicht alles anbieten. Diese Devise hat sich der Vorarlberger Ferienspezialist Rhomberg Reisen auf die Fahne geschrieben und bietet ausschliesslich Insel-Ferien an – und das seit mehr als 50 Jahren. Das Familienunternehmen mit Sitz im österreichischen Dornbirn fliegt seit 2013 ab Mai bis Anfang Oktober eigene Vollcharter aus der Schweiz nach Calvi auf Korsika (ab Bern und Zürich), nach Preveza am Ionischen Meer (ab Altenrhein), nach Mahon auf Menorca (ab Altenrhein, Bern und Zürich) und seit diesem Jahr auch nach Kefalonia (ab Altenrhein). Flüge und Unterkunft in der eigenen Ferienanlage «Zum störrischen Esel» auf Korsika, in Hotels, Villen und Ferienwohnungen sowie individuelle und begleitete Rundreisen an allen Destinationen sind online unter rhomberg-reisen.ch oder in jedem Reisebüro buchbar.