Volles Programm neben der Piste

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In der Tiroler Landeshauptstadt gibt es viel zu sehen. Bild: SRT

Vormittags Sightseeing und Kultur, nachmittags Skifahren, abends in den Ausgang – in Innsbruck kein Problem. Hier sind elf Tipps für einen preisgünstigen und aufregenden Kurztrip.

Das Skispringen der Vierschanzen-Tournee rückte diese Woche Innsbruck in den Fokus. Neben der Bergisel-Schanze ist das Goldene Dachl das zweite Wahrzeichen der Tiroler Landeshauptstadt, sie verkörpern die Symbiose zwischen Kultur und Sport, die sich so nur an wenigen Orten in den Alpen findet. Innsbruck mit seinen rund 120'000 Einwohnern ist ein idealer Standort für Touristen, die neben den sportlichen Vorzügen auch noch die Vorteile einer mittelgrossen Stadt geniessen wollen. Wir haben uns näher umgeschaut und einige Tipps zusammengestellt.

Kaffee mit Geschichte

Wiener Kaffeehauskultur – gibts auch in Westösterreich. Genau einmal: im Café Central in der Gilmstrasse 5 gegenüber dem neuen Shoppingmekka «Kaufhaus Tyrol». Was es in einem der schönsten Kaffeehäuser Europas ab halb sieben Uhr früh gibt: rund ein Dutzend Kaffeespezialitäten und mehrere Dutzend Zeitungen und Zeitschriften. Plus eine ausgezeichnete altösterreichische Küche und viele Studenten. Was es nicht gibt: Radiogedudel und Cappuccino (das heisst hier Wiener Melange) und seit 2015 auch keinen Zigarettenqualm mehr (im Gegensatz zu vielen anderen Gaststätten im Land). Infos: www.central.co.at

Bummel mit Erlebniswert

Spazieren, Shoppen, Staunen – zwischen Hauptbahnhof und Inn geht das bestens. Da sind zum einen die edlen Geschäfte in der Maria-Theresien-Strasse und zum anderen die Gassen der Altstadt mit ihren alten, reich mit Stuck, Reliefs und Fresken verzierten Häusern. Fast an jeder Ecke wartet eine Sehenswürdigkeit. Das Best-Of: Hofkirche, Hofburg, Goldenes Dachl und das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum mit seiner kultur- und kunstgeschichtlichen Zeitreise von 30000 Jahren. Zu viel Geschichtliches? Dann ab ins 2013 eröffnete Audioversum, eine interaktive Ausstellung rund ums Hören. Zum Brüllen komisch: der Schreiraum!

Pause mit Speck

So ein Stadtrundgang macht hungrig. Ab ins S'Speckladele in der Stiftgasse 4, keine vier Minuten vom Goldenen Dachl entfernt. Hier bedient Thomas Lackner jeden persönlich, schliesslich passt in den nicht einmal sechs Quadratmeter grossen Laden ohnehin nur eine Kundschaft. Doch die Geschäftsgrösse verhält sich umgekehrt proportional zu Qualität und Angebot. Neben hochwertigen Hartwürsten und Speckvariationen aller Art lassen sich auch Käse und Brot erstehen, also alles für die Jause zwischendurch. Infos: facebook.com/sspeckladele.innsbruck

Zimmer mit Stil

Das zentrale «Nala Individuellhotel» (Müllerstrasse 15) und Innsbruck haben viel gemein: Beide entfalten auf engstem Raum eine ungeheure Vielfalt. Im vor rund zwei Jahren neu eröffneten, schicken, aber dennoch angenehm-unperfekten Boutiquehotel ist wirklich jedes Zimmer anders gestaltet. Mal ganz in Gold, mal asiatisch, mal mit Hochbett, mal mit Gartenzugang. Der ist mit seinen Wasserläufen ohnehin eine Wucht. Im Winter noch wichtiger: die Feuerstelle auf der Dachterrasse. Und die lauschige Bar mit netten Gesprächsnischen. Angenehm: Das Doppelzimmer ist pro Person ab 49 Euro zu haben. Infos: www.nala-hotel.at

Bergbahn mit Wow-Faktor

Mit dem ÖPNV auf die Skipiste? So was gibt es wohl nur in Innsbruck. Direkt am Kongress- und Konzerthaus im Zentrum führt die Hungerburgbahn zur Talstation des Skigebiets Nordkette. Vor allem Boarder und Freeskier bekommen da grosse Augen, denken sie doch gleich an die 120-Meter-Superpipe und ein wunderbares Freerideareal. Aber auch Architekturfans kommen zum (steilen) Zug, zeichnete doch Star-Architektin Zaha Hadid für die 2007 neu eröffneten, ultramodernen Stationen der Standseilbahn verantwortlich. Der Preis: Skipass ab 14 Uhr inklusive Fahrt mit der Hungerburgbahn 20,90 Euro. Infos: www.nordkette.com

Iglu mit Ausblick

Im Skipass inkludiert ist auch die weiterführende Panorama-Gondel der Sektion II Seegrube. Nicht nur die Aussicht auf sechs Pisten für alle Schwierigkeitsgrade und die Hafelekarrinne, eine der steilsten Skirouten Europas, sind grossartig, sondern auch die auf Innsbruck – erst recht im Liegestuhl. Davon laden einige in der Iglu-Bar «Cloud 9» ein. Ein cooles Vergnügen auf 1905 Metern Höhe! Sehenswert sind auch die inneren Werte: aufwendige Eisschnitzereien, die kunstvoll mit Licht- und Soundelementen verstärkt werden. Richtig eingeheizt wird jeden Freitag von 18 bis 23 Uhr und von Dezember bis April: Dann wird zu DJ-Klängen getanzt und gefeiert, bis der Schnee schmilzt. Infos: www.cloud9-innsbruck.at

Spaziergang mit Tierkontakt

Auf der Talfahrt mit der Hungerburgbahn sollte man unbedingt bei der Station Alpenzoo aussteigen. Die kreativ in den Berghang drapierten Gehegeanlagen, Vogelvolieren und Freilandterrarien beherbergen eine Vielzahl von Tieren des europäischen Alpenraumes. In mehr als 20 Gehegen lassen sich ganzjährig mehr als 2000 Tiere von 150 heimischen Arten hautnah erleben – unter anderem Bartgeier, Braunbären, Wölfe und Wisente. Der Eintritt kostet zehn Euro. Infos: www.alpenzoo.at

Menü mit Überraschungseffekt

Ein Raum, ein Tisch, ein Koch: So lautet das Konzept von «Oskar kocht!» (Defreggerstrasse 21), dem kleinsten Restaurant der Stadt. Gekocht wird nur vegetarisch und fast ausschliesslich mit Bioprodukten aus der Region. Gut, bei so manchem mediterranen Gericht mit mexikanischem Einschlag – eine Spezialität des Hauses – dürfen auch mal Exoten mit in den Topf. Spannend ist aber nicht nur, was Oscar Germes-Gastro kulinarisch zaubert (kleine Gerichte am Mittag, Sechsgängemenüs am Abend), sondern auch, wer da noch mit am Tisch sitzt. Und bei maximal acht Plätzen kommt man zwangsläufig ins Gespräch. Mittagsgericht ab acht Euro. Infos: www.oscarkocht.com

Bar mit Aussicht

Familie Ultsch macht mit ihren lässigen «Harry's Home»-Hotels ziemlich Furore. In Innsbruck haben sie ihr Headquarter. Zusätzlich um Traditionshaus «Schwarzer Adler» eröffneten sie vor wenigen Jahren das «Adlers» am Hauptbahnhof – untergebracht im höchsten Haus der Stadt. Top sind auch das ganz oben im 12. Stock befindliche Restaurant samt Bar und Terrasse. Dort freuen sich auch Nicht-Hotelgäste über chillige Musik, einen weiten Panoramablick und Getränkekarten auf dem Tablet. Damit lassen sich dann Cocktails mit Lokalkolorit bestellen. Etwa der Himbeergeist «Innsbruck Sour», «Storm at Patscherkofel» oder die «Knallige Sandra». Infos: www.adlers-innsbruck.com/restaurantbar/bar

Schanze mit Olympiaflair

Wo am Bergisel einst die Front der Tiroler Freiheitskämpfer verlief (was im modernen Museum «Tirol Panorama» vor Ort zu sehen ist), fliegen seit Jahrzehnten die Skispringer ins Tal. Seit 2002 tun sie das von der ebenfalls von Hadid entworfenen Bergisel-Schanze. Angesichts des neuen Stadtwahrzeichen, Spitzname «Riesenpfeife», geraten aber nicht nur Sportinteressierte in Verzückung, sondern auch Architekturfreunde, Ausblickgeniesser und Frühstücksfans, die im Kopf des 47-Meter-Turms ein XL-Buffet vorfinden. Lecker: Von Mai bis Oktober findet täglich von zehn bis 15 Uhr ein Showspringen statt, und Anfang Januar die Vierschanzentournee. Eintritt: 9,50 Euro. Infos: www.bergisel.info

Highspeed mit Wok

Die Wok-WM, bei der Stefan Raab und Co. jahrelang mit bis zu 100 Stundenkilometer den Eiskanal hinab flitzten, wird zwar nicht mehr ausgetragen, aber auf der 1270 Meter langen Olympiabahn von Igls können Mutige noch immer diesen Thrill erleben – in einer original Asia-Pfanne. Oder wahlweise auch im Viererbob. Oder – neu – im Skeleton, also kopfüber in den Eiskanal. Alles zu aufregend? Dann einfach den anderen beim Kreischen zusehen. Gästebob: 30 Euro pro Person, Wok: 85 Euro. Infos: www.olympiaworld.at/de/arenen/bob_rodel_skeletonbahn

Spartipp: Mit der Innsbruck Card (39 Euro für 24 Stunden) können alle öffentlichen Verkehrsmittel plus sieben Bergbahnen benutzt werden. Ebenfalls inklusive: diverse Museen, die Swarovski Kristallwelten im nahen Wattens, der Shuttlebus «The Sightseer» und historische Stadtführungen.

(CHH/SRT)