Time-out im Tal des Himmels

Von Daniel Tschudy
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Autor Daniel Tschudy hat das kleine Swasiland besucht und war überrascht, vor allem vom schönen Ezulwini Valley. Bild: DT

Hierhin reisen die Wenigsten: nach Swasiland. Im zweitkleinsten Land Afrikas wird der Tourismus erst langsam entdeckt.

Es gibt sie noch. Diese unberührten Flecken auf dieser Welt; natürlich, authentisch und weit weg von den grossen Tourismusströmen der modernen Zeit.

Wobei das kleine Königreich Swasiland natürlich auch nicht gerade am Weg liegt. 390 Kilometer Autofahrt und ein leicht chaotischer Grenzübertritt benötigt man, um von Johannesburg zuerst Richtung der Hauptstadt Mbabane zu reisen – auf besten Autobahnen übrigens – und von dort ein paar weitere Minuten ins Ezulwini Valley. Dem so genannten Valley of Heaven.

Was man hier findet ist nicht der Glitzer Sun City‘s, die Businesswelt von Sandton oder Winetasting à la Stellenbosch. Wenn schon, dann liesse sich dieses herrliche 30 Kilometer lange Tal mit gewissen Abschnitten der berühmten Garden Route vergleichen. Ruhig und friedlich ist es hier, und alles noch eine gute Prise langsamer als Südafrika. Das Wort «hurry» existiert in der Landesprache siSwati wahrscheinlich gar nicht.

Tourismus am Anfang

Swasiland steht noch ganz am Anfang des Tourismus und Ezulwini ist das Herzstück. Nicht dass Dienstleistungen und Angebote der grossen Masse standhalten könnten, aber es gibt schon ein paar kleine gute Produkte: Allen voran das elegante Royal Swazi Spa Hotel der südafrikanischen Hotelgruppe Sun International sowie deren Budget-Hotel Lugogo Sun gleich daneben.

Das Royal Swazi mit seinen 149 Zimmer darf man mit guten 4 Sterne plus bewerten; das Lugogo eher als gutes 3 Sterne-Haus. Zwischen diesen beiden Hotels liegt der herrliche Par 72 Royal Swazi Golf Course; die ersten 9 Löcher fühlen sich wie eine federleichte Wanderung an; die Holes 10 bis 18 dagegen wie eine intensive Bergtour. Hiking- und Biking-Angebote gibt es ebenso wie ein Pferdestall, der Mini-Vergnügen für Kinder einerseits, Halb- und Ganztages-Ausritte in die Berge für erfahrene Reiter andererseits bietet.

Und wer sich dann von dieser Ruhe noch weiter erholen will, der zieht sich einfach in die Höhe zurück: Einmal links und zweimal rechts, oder so, und dann einfach die Berge rauf. Angeschrieben ist nichts – findet tut man «es» trotzdem. Irgendwo zwischen Tausenden von Monolithen findet sich dann bestimmt das non-plus-ultra Time-Out Plätzchen. Fast ein bisschen eine Mischung aus St. Galler Rheintal und Engadin – also zwischen Ezulwini Tal und Himmel.

Anreisen könnte man zwar mit Swaziland Airlink, welche Johannesburg in 45 Minuten mit dem Matsapha Airport bei Manzini verbindet; und von dort ist es noch eine knappe Stunde Autofahrt. Andererseits, dieses versteckte kleine Paradies erlebt man bestimmt besser mit dem Mietauto.