Eine romantische Nacht in der Iglu-Suite

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Adrian Günter baut jedes Jahr sieben Iglu-Dörfer auf – und verspricht überraschende Firmenevents und einen reizvollen Aufenthalt für romantische Pärchen.

Vor 20 Jahren baute Adrian Günter sein erstes Iglu. Ab Ende Dezember stehen sieben Iglu-Dörfer für Gäste bereit: in Davos, Engelberg, Gstaad, auf dem Stockhorn, in Zermatt, Andorra und auf der Zugspitze. In einem ausführlichen Interview mit tn-deutschland.com gibt der Innerschweizer Auskunft über sein Konzept.

Herr Günter, die Zugspitze ist einer Ihrer sieben IGLU-DORF-Standorte, der erfolgreichste. Warum wird das Produkt dort so gut angenommen – und wer sind Ihre Gäste?

Adrian Günter: Der höchste Gipfel Deutschlands ist so schon eine sehr besondere Location. Dazu kommt unsererseits ein nicht alltägliches Produkt. Zusammen ist das für viele Gäste eine reizvolle Kombination. Wir gehen jetzt ins zwölfte Jahr, da kann man ohne zu übertreiben von einer Erfolgsgeschichte sprechen. Die meisten unserer Gäste kommen aus der Gegend um München. Aber wir haben Buchungen von überall her. Der Gästemix selbst ist ein Querschnitt der Gesellschaft. Unser jüngster Gast war drei Monate – der älteste bislang 87 Jahre alt.

Für wie viele Gäste ist Platz am Berg?

Wir haben Schlafmöglichkeiten, also Schneebetten, für insgesamt 54 Gäste. Alles teilt sich auf in 13 Zimmer: Familienzimmer, Gruppen-Zimmer für bis zu sechs Personen und unser Top-Seller, die Romantik-Iglus.

Das muss unglaublich komplex sein, ein Produkt Jahr für Jahr wieder neu aufbauen zu müssen, weil im Sommer alles wegschmilzt.

Zunächst mal bietet uns das auch Vorteile. Denn so haben wir jedes Jahr die Gelegenheit, uns baulich und optisch weiter zu verbessern. Unser künstlerisches Gesamtkonzept lebt von der jährlichen Auferstehung. Dieses Jahr ist das Motto Blumenwiese. Jeder Gang, jeder Raum, die Bar, alles wird durch namenhafte Künstler zu einem Schneekunstwerk. Auch unsere Bauweise unterscheidet IGLU- DORF von der Konkurrenz: Alle Räume sind bei uns miteinander verbunden, kein Iglu steht für sich alleine – wenn es nachts stürmt ein großer Vorteil.

Woher kommt der Schnee? Und ist der Klimawandel auf der Zugspitze spürbar?

Genug Schnee zu haben ist für uns Jahr für Jahr eine Herausforderung. Immerhin brauchen wir 4000 Tonnen. Der Schnee fällt jedenfalls immer später. Um unabhängiger vom Wetter zu werden, haben wir dieses Jahr erstmals Schnee mit einer Plane abgedeckt und so rund die Hälfte über den Sommer gerettet. Damit können wir für diese Saison das Fundament machen. Alles andere wird bis zum 31. Dezember mit Naturschnee entstehen. Die grösste Herausforderung für den Bau ist aber der oft starke Wind.

Die Zugspitze gilt als Ort für aussergewöhnliche Incentive-Veranstaltungen. Warum?

Die Zugspitze ist ihrerseits ein Superlativ, der in das Zeitbild „höher, schneller, weiter“ passt. Doch wenn man es genauer betrachtet, ist der Gipfel ständig in Veränderung begriffen. Alles hier oben passt sich dynamisch an – und muss es –, wenn es nicht von den Naturgewalten weggefegt werden will. Die Umstände hier oben spiegeln also in gewisser Weise wider, was Firmen in einer sich schnell drehenden, globalisierten Welt derzeit erleben. An so einem Ort wird einem das bewusster, er inspiriert, man kann fokussiert arbeiten und Weichen stellen.

Welche Rolle spielt dabei das IGLU-DORF?
Unserem Produkt ist die Philosophie des Sich-Veränderns immanent. Wir entstehen jedes Jahr neu. Wir haben also zwangsläufig gelernt, loszulassen. Wer öfter bei uns war, weiss, wie sich Jahr für Jahr Dinge verändern. Dazu ist das Iglu ein exklusives Produkt. Wir machen keine Massenabfertigung. Rund 3000 Übernachtungen pro Saison, mehr geht nicht. Wir betreuen so, dass sich unsere Gäste auf dem Gipfel aufgenommen fühlen. Das bringt die Gedanken in Bewegung und fördert kreative Prozesse.

Wie genau?
Bei uns gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder eine Firma kommt nur tagsüber zu uns, oder eine Veranstaltung beinhaltet auch die Übernachtungen. Am Tag können als teambildende Massnahmen zum Beispiel eigene Iglus und Schneeskulpturen gebaut werden. Man kann auch direkt im Iglu tagen oder für Gruppenarbeiten den Seminarraum der Bergstation nutzen. Dazu gibt es natürlich Catering und einen Apéro direkt am Berg. Der beliebteste kulinarische Klassiker ist und bleibt aber unser Emmi Käsefondue am Berg.

Weitere Infos: www.iglu-dorf.com

(TN)