Neuer Trend: Schwimmwandern im offenen Meer

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Kleine Gruppen, professionelle Betreuung, organisierte Unterkünfte und jeden Tag bis zu acht Kilometer Schwimmen im offenen Meer: Swim Treks sind die ideale Ferienform für Wasserratten.

Neoprenanzug, Schwimmbrille und Badekappe. Mehr braucht es nicht, um bei Freiwasser-Schwimmreisen, sogenannten Swim Treks, mitzumachen. Gut, eine solide Kondition sowie den Mut und Willen, täglich mehrere Kilometer im offenen Meer zu schwimmen, gehören auch dazu. Und wer sich nicht individuell auf Wasserwanderschaft begeben will, der braucht einen Veranstalter, der sich um Organisation und Betreuung kümmert.

Davon gibt es nur sehr wenige. Einer heisst "Strel Swimming Adventures" rund um den "Big River Man" Martin Strel, der durch seine Schwimmdurchquerungen von Mississippi, Jangtse und Amazonas bekannt wurde. Andere sind der auf Griechenland spezialisierte Anbieter "The Big Blue" sowie die neuseeländischen "Real Swim Adventures".

Als "Erfinder" und weltweit führender Anbieter veranstaltet das britische Unternehmen Swim Trek Gruppentouren an der baltischen Ostsee, rund um die britischen Jungferninseln, in omanischen Fjorden, an der dalmatinischen Küste und viele mehr. Insgesamt stehen bei Swim Trek, im Jahr 2000 von dem passionierten Langstreckenschwimmer Simon Murie gegründet, rund 35 internationale, überwiegend europäische Ziele im Programm. Neben einwöchigen Touren werden auch Wochenendtouren durch Seen und Flüsse (auch deutsche, Schweizer und slowenische Seen gehören manchmal dazu) sowie Spezialtouren, etwa durch die eiskalte San Francisco Bay zum Gefängnis Alcatraz, angeboten.

Bis acht Kilometer lange Etappen

Der Fokus liegt jedoch auf Mehrtagestouren. Dann wird tagsüber eine bis zu acht Kilometer lange Etappe geschwommen (was 320 Schwimmbad-Bahnen entspricht), abends in mitunter wechselnden Unterkünften übernachtet und die restliche (Frei-)Zeit anderweitig verbracht. Das Schwimmen steht jedoch im Vordergrund und ist das verbindende Element bei den fünf bis zehn Teilnehmern.

Kurz: Swim Trekking ist eine neue Art Gruppenaktivurlaub, frei nach der Devise: "Nichts ist besser, als aus eigener Kraft an Orte zu gelangen." In ein griffiges Firmenmotto übersetzt klingt das so: "Ferries are for wimps - let's swim!" – "Fähren sind für Weicheier, auf zum Schwimmen!" Dieser Aufforderung kommen pro Jahr mehrere tausend Wasserratten nach. Beileibe keine Profischwimmer, schliesslich geht es nicht um Leistung oder bestimmte Zeiten, sondern um das Erleben an sich und das beglückende Gefühl eines mentalen Zustands völliger Vertiefung, den Flow.

Der Vorteil einer Veranstalterreise: Dort kümmert man sich um passende Routen von landschaftlicher Schönheit und abseits des Schiffsverkehrs, holt gegebenenfalls Erlaubnisse bei den Behörden ein (wie beim Durchschwimmen der türkischen Dardanellen), stellt ein Begleitboot samt Rettungsschwimmer, die die Teilnehmer im Wasser mit isotonischen Getränken und Nahrungsmitteln, die den Mineralhaushalt im Körper stabilisieren, versorgen. Ausserdem erkennen sie Wetteränderungen, Gefahren im Wasser wie Strömungen etc. sowie jedes Anzeichen von körperlicher Schwäche.

Wer hingegen vor körperlicher Stärke nur so strotzt, der sollte sich eventuell beim Seatrekking anmelden. Dabei wird eine Route durch Schnorcheln und Apnoetauchen über mehrere Tagesdistanzen bewältigt. Unterwegs mit einem wasserdichten und schwimmfähigen Rucksack reisen die Seatrekker entlang der Küste, erforschen und entdecken die Natur – sowohl über als auch unter Wasser. Übernachtet wird mit dem eigens transportierten Material an Land, direkt an der Küste unter freiem Himmel.

(CHH/SRT)