Quer durchs Kastanienland

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Prägen derzeit das Bild vieler Herbstwanderungen: stachelige Kastanien. Bilder: TC

Wenn die stacheligen Kugeln von den Bäumen fallen und ihre braunglänzenden Früchte herauskullern, sollte man durch die Natur streifen. Hier sind 10 Ausflugtipps ganz im Zeichen der Kastanie.

Greppen LU

Zwar findet in diesem Jahr die «Chestene-Chilbi» in Greppen, das grösste Kastanienfest der Deutschschweiz, nicht statt, aber man kann der Marroni trotzdem auf dem Chestene-Weg auf die Spur kommen. Er verläuft auf dem bestehenden Wanderweg zwischen Immensee und Ingenbohl entlang des Rigi-Südhanges und kommt natürlich auch bei Greppen vorbei. Auf den diversen Infotafeln erfährt man mehr über die Kastanie und ihre Verwendung. Weitere Infos.

Bergell GR

Dass hier die Kastanien schon immer eine wichtige Rolle spielten, liegt in Castasegna auf der Hand: Ein goldener Kastanienbaum ziert das Ortswappen. Oberhalb des Dorfes befindet sich auf den Ebenen von Brentan einer der grössten Edelkastanienwälder Europas. Einsammeln darf man hier die Früchte nicht, denn die Bäume sind in Privatbesitz, dafür aber finden im ganzen Oktober verschiedene Veranstaltungen in den Dörfern Soglio, Bondo und Castasegna rund um die Kastanie statt. Weitere Infos.

Bex VS

Bei Bex befindet sich ein grosser Kastanienwald und zwar auf dem Gebiet des Turm von Duin, wo einst ein feudales Schloss stand. Zu seinen Füssen dehnt sich ein imposanter Kastanienhain von rund 13 Hektaren aus, mit teils jahrhundertealten Bäumen. Hier darf man ab Anfang Oktober Kastanien einsammeln (Infos: pcadosch@outlook.com, Telefon am Wochenende 079 574 88 31, während der Woche 079 692 27 91). Weitere Infos.

Fully VS

Auch im Kastanienwald von Fully darf man die Früchte für den eigenen Verzehr einsammeln. Auf dem etwas mehr als einen Kilometer langen, ganzjährig begehbaren Spaziergang durch den Kastanienhain findet man zudem Erklärungstafeln über die Edelkastanie und die Kastanienselve. Kindern stellt das Tourismusbüro von Fully ein Quiz zum Thema Kastanien zur Verfügung. Und im nächsten Jahr soll dann auch wieder die „Fête de la châtaigne“ stattfinden, die jeweils rund 40 000 Besucher anlockt. Weitere Infos.

Kastanienbäume in Murg am Walensee SG

Man braucht nicht in den Süden zu fahren, um im Herbst den Anblick von gelbverfärbten Edelkastanienbäumen zu geniessen. In Murg finden die Kastanienbäume dank dem Föhn ein mildes Klima und durch das für die Gegend typische rote Verrucano-Gestein den sauren Boden, den sie lieben. Gegen 2000 Edelkastanien gedeihen am Walensee – an keinem anderen Ort nördlich der Alpen findet man mehr davon. Bis zu 30 Meter hoch und mehrere hundert Jahre alt sind einzelne Exemplare. Die prachtvollen Bäume lassen sich auf einem gut ausgeschilderten Kastanienweg im Murger Wald bewundern. Weitere Infos.

Mörel VS

Das Waldreservat «Kastanienselve Salzgäb» in Mörel dient nicht nur der ökologischen Aufwertung des landschaftlich bedeutenden Gebietes, sondern will auch die Öffentlichkeit für das Natur- und Kulturerbe der Kastanienselven sensibilisieren. Im De-Sepibus-Haus informiert eine Ausstellung über das Projekt. Die Burgerschaft Mörel hat dieses im Jahr 2003 lanciert und die Kastanienselve auf einer Fläche von 3,3 Hektaren rekultiviert und neu angepflanzt, nachdem sie über die Jahre verwilderte. Heute gibt es in diesem Gebiet noch an die 170 Kastanienbäume, die von der einstigen Kastanienkultur in Mörel zeugen. Weitere Infos.

Malcantone TI

Ein wildromantisches Erlebnis ist der „Sentiero del Castagno“, der von Arosio auf einer etwas mehr als dreistündigen Rundwanderung durch das hügelige Malcantone verläuft. Der Weg führt abwechselnd durch Kastanienwälder und über offenes Gelände und Wiesen oder entlang von idyllischen Bächen in einem steten, angenehmen Auf und Ab – zuerst nach Mugena und Vezio und weiter nach Fescoggia, wo die Rundtour wieder nach Arosio zurückführt. Informationstafeln geben Erklärungen zur wertvollen Kastanie, über ihre Verarbeitungsprozesse oder die Verwendung des Holzes sowie deren Produkte. Weitere Infos.

Moghegno TI

Ein besonderes Fest zu Ehren der Kastanien findet jeweils in Moghegno im Maggiatal statt (dieses Jahr am 22. Oktober): das traditionelle Be- und Entladen der Grà. Dann erfolgen das Wiegen und Erfassen der Kastanien, das die Bewohner des Tals schon seit Jahrhunderten durchführen. Die Grà sind kleine Steinhäuser, auch Dörrhäuser genannt, in denen im Untergeschoss das Feuer angezündet wird, damit die notwendige Wärme für die Trocknung erzeugt werden kann. Das Feuer brennt drei Wochen lang, bevor die Kastanien wieder Entladen und anschliessend geschlagen werden, um die Früchte von der Schale zu trennen. Es gibt auch ein Themenweg durch Moghegno, auf dem man mehr die Methoden zum Trocknen und Konservieren der Kastanie erfährt. Weitere Infos.

Valle Muggio TI

Im Mendrisiotto, am südlichsten Zipfel der Schweiz, versteckt sich dieses Tal, das 2014 die Auszeichnung als „schönste Landschaft der Schweiz“ erhielt. Das wilde Valle Muggio, dessen Gebiet neun Gemeinden umfasst, ist gerade im Herbst einen Besuch wert – dann, wenn sich die Birken, Buchen, Ulmen und auch Kastanien verfärben. Am besten wandert man auf dem Kastanienpfad, der von Morbio über Caneggio nach Bruzella führt, und geniesst dazwischen in den Dörfchen die einheimischen Terroir-Produkte wie Polenta, die Käsespezialität Zincarlin und natürlich Marroni-Gerichte. Das Kastanienfest findet dieses Jahr nicht statt. Weitere Infos.

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