Das gemeine Buch der 300 Reiseideen

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In diesen Lonely-Planet-Reiseplaner lässt sich wunderbar eintauchen. Bild: TN

Das Blättern und Suhlen im neuen Lonely-Planet-Band «Wann am besten wohin – Europa» grenzt an Masochismus. Wir haben es trotzdem getan.

Draussen regnet es bei elf Grad. Die Reisewelt steht still. Doch die Lust, wieder mal in die Wildnis, an den Strand oder in den fremden Städtedschungel zu tauchen, ist bei vielen gross und wächst zusehends.

Wohin würden Sie reisen, wenn die Reisebeschränkungen wieder fallen? Das Warten auf die Fernstrecke dürfte noch länger gehen. 2021 dürfte im Zeichen der Europareise stehen. Wer sich auf die Destinationssuche und Reiseplanung in nächster Zeit stürzen mag: wir haben das passende Buch dazu gefunden, der 304-seitige Reiseplaner für jeden Monat von Lonely Planet mit dem Titel «Wann am besten wohin – Europa».

Die Welt neu erfinden kann Lonely Planet nicht. Und schliesslich haben viele regelmässig Reisende schon unzählige Destinationen kennengelernt. Doch der Ansatz der Lonely-Planet-Autoren gefällt: die 300 Reiseideen sind wohlüberlegt auf die zwölf Monate verteilt, mit der Begründung, wiese gerade in diesem Monat sich eine Reise an dieses oder jenes Reiseziel besonders lohnt – sei es wegen dem geringen Besucherandrang, tieferem Preisniveau, besonderem Licht oder einem anstehenden Festival.

Derselbe Ort kann zu unterschiedlichen Zeiten vollkommen anders wirken. St. Moritz beispielsweise beherbergt im Januar die Wintersport-High-Society und lädt im August mit Blumenwiesen und idyllischen Seen zum Erholen ein. Ebenso sollten Naturbeobachtungen gut geplant sein. Eine Polarlichterjagd in Finnisch-Lappland macht nur von September bis April Sinn, ab Mai ist das Schauspiel nicht mehr zu sehen.

Mit Hilfe einer anschaulichen Legende und eines grafisch aufwendig gestalteten Entscheidungsbaumes lässt sich die passende Destination für den jeweiligen Monat und individuelle Wünsche herausfinden. Wiederkehrende Veranstaltungen, das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Familienfreundlichkeit der Ziele werden in einem Eventkreis und einer Vier-Felder-Matrix dargestellt.

Erholung im Januar geniessen, aber wo? Die schottischen Highlands bewundern, aber wann? Der Bildband beantwortet diese Fragen und empfiehlt für jeden Monat die besten Reiseziele innerhalb Europas. Ob für Sonnenanbeter, Aktive, Geniesser oder Kulturliebhaber – jeder Reisetypus und jeder Geldbeutel kommt auf seine Kosten.

Wer nach Ideen für seine Reise sucht – ob Wochenendtrip oder dreiwöchige Ferien – wird in diesem Inspirationsband fündig. Wir haben zwölf Reiseziele rausgepickt.

Januar

Karpaten, Rumänien: Winter in den rumänischen Karpaten sieht aus wie auf einer Weihnachtskarte: eine Landschaft mit glitzernd weissen Gipfeln, verschneiten Wäldern, Pferdewagen und schiefen Kaminen, aus denen in verwinkelten mitterlalterlichen Städtchen der Rauch wabert.

Februar

Alentejo, Portugal: Die herrliche untouristische Weinregion Alentejo ist im Winter besonders reizvoll, wenn die Landschaft, eine Mischung aus Hügeln, Korkeichenwäldern, traditionellen Quintas (Weingütern) und maurischer Architektur, unter dem blauen Himmel im Sonnelicht glänzt.

Besonders reizvoll: eine Reise im Winter in die portugiesische Region Alentejo – hier mit Blick auf das Städtchen Marvao. Bild: Adobe Stock

März

Brecon Beacons, Wales: Lämmer springen über grüne, von gelben Narzissen gesprenkelte Hänge. Das walisische Naturschauspiel ist herrlich. Brecon Beacons hält unzählige Kilometer menschenleere Pfade in den sanften Hügeln parat.

April

Menorca, Spanien: Eine warme Brise mit dem Duft von Orangenblüten und wildem Jasmin, das Rauschen der Wellen, menschenleere prähistorische Stätten und Wege – Menorcas historischer Küstenpfad zeigt sich im April von der besten Seite.

Mai

Kreta, Griechenland: Die grösste griechische Insel ist perfekt für eine Frühjahrsreise. Bei Temperaturen von 24 Grad locken wundervolle Strände, antike Stätten, Wanderwege an den Küsten und in den Weissen Bergen.

Juni

Jungfrau-Region, Schweiz: Der 15 Kilometer lange Faulhornweg ist die wohl schönste Tagestour Europas: der sanfte Wanderweg führt von der Spitze der Zahnradbahn auf der Schynigen Platte bis zum First oberhalb von Grindelwald – stets mit dem Blick auf Eiger, Mönch und Jungfrau.

Juli

Ohrid, Nordmazedonien: Das geschichtsträchtige Ohrid liegt direkt am Seeufer, mit Bergen ringsum. Die Altstadt wartet mit Kirchen im byzantinischen Stil und osmanischen Kaufhäusern auf. Und perfekt für den Hochsommer: Strände laden zum Chillen ein.

August

Mittelösterreich: In Bad Aussee erwartet Kurgäste gesunde Ernährung plus Bewegung im Freien auf Basis der Kneipp-Therapie. Das prunkvolle Bad Ischl steht für die Heilwirkung der Salzsole. In Bad Gastein sprudeln natürliche heisse Quellen.

September

Korsika, Frankreich: Die Luft und das Meer sind noch warm, die Strände, vielleicht die schönsten Europas, sind nach der Hochsaison leer. Und es ist die Zeit von Wanderungen in das unaufdringliche Inselinnere.

Oktober

Umbrien, Italien: Nirgendwo ist der Herbst so prächtig wie in Umbrien. Die sanften Hügel und die befestigten Städtchen wie Orvieto, Amelia und Narni baden im goldenen Licht, und das frei von Touristenströmen.

November

Malta: Das winzige Malta hat ein herrliches Mittelmeerklima. Im November ist es noch 21 Grad warm, die Hauptstadt Valletta lockt zu antiken Entdeckungen. Das Faulenzen an den ruhigen Stränden der Schwesterinslen Gozo und Comino lässt sich mit Sightseeing verbinden.

Dezember

Schwarzwald, Deutschland: Mit seinen farbenfrohen Altbauten und zwölf Thermalquellen ist Baden-Baden ein wunderschöner Kurort. Die Stadt ist das nördliche Tor zum Schwarzwald, eine der idyllischsten Regionen des Landes.

(GWA)