Sieben weitere Tricks für Campervan-Anfänger

Von Andreas Güntert
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Schlafkomfort im Campervan: Ist der Internautin wichtig. Sehr wichtig sogar. Bilder: Internaut

In ihrem Campervan-Ratgeber verrät die Internautin, wie ein profaner VW Caddy Beach zum rollenden Zuhause wird und wie Lifestyle im Van Einzug hält.

Wer als Vanlife-Novize losfährt, hat massenhaft Vorfreude, Erwartungen und Träume im gedanklichen Gepäck. Wobei da noch etwas hinzukommt: Das Gepäck selber.

Vor Monatsfrist hat der Internaut seine sieben Anfängertipps für all jene abgegeben, die selber Teil der Vanlife-Bewegung werden wollen. Nun ist seine Gattin, die Internautin, am Steuer.

Schöne Aussichten: Die Internautin bringt Lifestyle ins Thema Vanlife.

Als ordentlich veranlagte Menschenfrau mit ausgeprägtem Flair für Interior-Design, Travel-Hacks und die Welt der Stoffe setzt die Internautin ihre Vanlife-Prioritäten naturgemäss etwas anders als der Internaut.

Gut so.

Campervan-Ratgeber: Vive la Vanlife-Difference!

Vive la Vanlife-difference! Wobei: Manchmal ist der Unterschied zwischen Campervan-Anfänger und Campervan-Anfängerin gar nicht so gross, wie wir noch sehen werden.

Hier kommen die sieben Vanlife-Anregungen der Internautin.

Vanlife-Tipp 1: Packen, richtig schön

Vor jeder Reise, sei sie noch so kurz, beschäftige ich mich eingehend mit dem Packen. Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Die Lieblingsteile kommen mit. Die Dinge, die mir fern von zu Hause, ein gutes Gefühl geben.

Der weiche Kaschmir-Schal – sommers wie winters, die bequemsten Turnschuhe. Das liebste Parfüm. Ein Paar Jeans, immer!

Mit Rat und Tat und Sack und Pack: So macht sich die Internautin startklar.

Jedes Thema hat seinen eigenen Beutel. Beispielsweise Unterwäsche, Pyjama und Badekleider in den dafür bestimmten okkerfarbenen Sack; restliche Kleider in den grossen rot-weissen Beutel.

Alle Kabel, Brillen (im Etui) und der E-Reader Tolino: ins wattierte pinke Säcklein, per favore.

Nicht auf dem Bild: das Mini-Seidenbeutelchen für die Ohr- und Fingerringe. Und der Sack, in welchem die Reiseapotheke unterkommt. Alles in allem kommen so in etwa zehn bis zwölf Themen zusammen.

Jedes Ding hat seinen festen Platz, sowohl im Beutel als auch im Van.

Campervan-Tipp 2: Gut zu Fuss

Für die sanitären Anlagen, die du mit Leuten teilst, deren Haare Du nach dem Duschen nicht zwischen den Zehen haben willst: Flip Flops tragen.

Für felsiges Gelände und kalte Bäche kann ich etwas empfehlen, gegen das ich mich aus ästhetischen Gründen jahrelang gewehrt habe.

Turnschuhe: Kennst Du. Flip-Flops auch. Die in der Mitte? Ja, das sind Trekkingsandalen.

Tatsächlich: Trekkingsandalen. Sie bringen Dir zwar keinen Fashion-Preis ein, schützen Deine Füsse aber zuverlässig bei jedem Holper-Trip.

Und drittens: Turnschuhe, die du auch zum Kleid gerne trägst. Je nach Region und zu erwartender Witterung lohnen sich auch Gummistiefel. Sie machen Dich zur Heldin des Regens und wecken das Kind in Dir.

Camping-Tipp 3: Patente Pipi-Performance

Vor meinem Einstieg ins Vanlife hatte ich viele kleine Sorgen. Und eine grosse: Was mache ich, wenn ich der Nacht mal muss?

Da muss ich Dir sagen: Jetzt weiss ich es. Weil ich meine Pipi-Performance nun im Griff habe.

Nominiert für die beste Nebenrolle im Vanlife: Die Toilette für unterwegs.

Konkret geht es darum, dass ich einen Mehrfach-Satz einer mobilen Reise-Toilette mitnehme. Mittels der sogenannten «Pippi Lissi», einem Karton-Trichter, kann sich frau, wie es in der Betriebsanleitung heisst, in einen verschliessbaren blauen Beutel «erleichtern».

Und dieses Erleichterte findet sich dann in geklumpter Form, ähnlich wie bei einem Katzenklo, im blauen Beutel wieder.

Das Reise-WC im Campervan. Wers hat, der kann. Wenn sie mal muss.

Dieses System erzielt bei mir nicht zuletzt auch eine präventive Wirkung: Wenn ich weiss, dass ich dieses Teil dabeihabe, muss ich weniger.

Weil ich weiss, dass ich könnte. Wenn ich müsste.

Vanlife-Tipp 4: Outdoor-Utensilien

Von den Trekkingsandalen hatten wir es ja schon. Ein modischer Fehltritt vielleicht, aber halt schon sehr nützlich.

Bei drei weiteren Outdoor-Utensilien hingegen machen wir schon eher bella figura. Das hübsche Ensemble besteht aus einem farbenfrohen Trio.

Lässt sich an einer Hand abzählen: Das Beutel-Trio für die Beach.

Da ist einmal der «Sac à maillot de bain mouillé», also das Behältnis für Badekleider, die nach dem Wasserspass nass sind. Dazu ein aufblasbares Kissen (im Bild links aussen).

Verstaut werden diese beiden nützlichen wie schönen Teile im «Ocean Pack». Und weil in diesem wasserdichten Beutel noch mehr Platz ist, kommt gern auch das sandabweisende Strandtuch mit rein. Damit liegst Du immer gut.

Campervan-Tipp 5: Topp, die Matte quillt

Das gute an unserem Campervan ist: Die Ingenieure haben im VW Caddy Beach bereits eine Matratze mit Bettgestell verbaut. Das weniger gute: Das alleine reicht nicht.

Schlafkomfort ist mir nun mal wichtig. Und so habe ich das vorhandene Erlebnis getoppt. Womit? Ist doch klar: Mit einem Topper.

Mit einer zusätzlichen Matratzenauflage, einem sogenannten Topper, erreiche ich ein Schlafgefühl, das jenem von zu Hause wohlig nahe kommt. Dazu gesellt sich der Einsatz von Schlafsäcken.

Im Gegensatz zur üblichen Handhabe schlüpfe ich aber nicht in den Schlafsack hinein, sondern setze ihn offen als Decke ein. Was einen Effekt gibt, der jenem eines dünnen Sommerdaunen-Duvets ähnelt.

Kissen and say good-bye: Schlummerplan für den Campervan.

Noch besser wird der Schlummer, wenn ich mein Lieblingskissen von zu Hause mitbringe. Ergänzt mit einem Minikissen, das manche Leute gern zwischen die Knie pressen.

Zum Niederknien schön.

Camping-Tipp 6: Gerne gutbetucht

Auf Campervan-Reise kommt bei mir ein ganzes Tücher-Ensemble mit. Die guten Stücke dienen wahlweise als Vorhänge, Schattenspender und Leintücher.

Fürs gepflegte Abhängen: Tücher-Parade am Campervan der Internautin.

Solcherart gutbetucht lassen sich verschiedenste Anwendungen denken.

Konkret setze ich Saris, Kopftücher und Hamamtücher ein. Du kannst Dich darauf auf die Wiese legen, den Kopf vor der Sonne schützen oder das wirre Haar kaschieren. Oder einem allfälligen Gast ein Leintuch anbieten.

Auf dem Bild übrigens zeigen sich die Tücher an einer sogenannten «Pegless Washing Line», einer Wäscheleine ohne Klammern. Man kann sie überall spannen, entweder per Saugnapf an den Enden oder per Häckchen und braucht keine Klammern zum Aufhängen von Wäsche.

Der Internaut hat so ein Teil immer dabei. Und ich somit auch.

Campervan-Tipp 7: Tools, die einleuchten

Wenn das Licht ausgeht (und das geschieht auf einem Campingplatz oft verblüffend früh), bist Du auf andere Lichtquellen angewiesen. Da empfehlen sich einige Geistesblitze sehr.

Am besten schon vor der Abfahrt.

Tolino, Lichterkette, Kerze, Schloss: Tools, die immer Sinn machen. Tags und nachts.

In meinem Falle heisst das: Mein E-Reader Tolino muss immer mit. Dank der eingebauten Lichtquelle kann ich so immer lesen. Auch dann, wenn mein Mitschläfer schon geräuschvoll in den Schlummerzustand gewechselt hat.

Ebenfalls aus der einleuchtenden Ecke: Lichterkette und Mobil-Kerze für die romantische Stimmung. Vor der etwas weniger romantischen Zunft der Diebe schütze ich mich auf konventionelle Art und Weise: Ein Zahlenschloss ist immer auf Frau.