Sieben Steilküsten nur für Schwindelfreie

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Der Skywalk am Cabo Girão gehört zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten auf Madeira. Bild: cabogirao.com

Sie üben eine magische Anziehungskraft aus und lassen einen vor Ehrfurcht erschaudern. Die spektakulärsten Klippen von Rügen bis Hawaii.

Während manche Steilküsten vielbesuchte Attraktionen sind, lassen sich andere nur schwer erobern. Es geht los mit der Unzugänglichsten:

Hawaii-Insel Kauai: Na Pali Coast

Sie gilt als die schönste und zugleich unzugänglichste Steilküste der Welt. Bis zu 1200 Meter hoch ragen die smaragdgrün bewachsenen Klippen an der Westküste der Insel Kauai in den Himmel. Tief eingeschnittene Täler zur Landseite hin zerteilen die Bergrücken. Die bizarr geformten Vulkanberge mit ihren Höhlen, Wasserläufen und Wasserfällen sowie die urzeitlich anmutende Vegetation lassen die Na-Pali-Küste wie ein Naturwunder wirken. Auf einem 18 Kilometer langen Wanderpfad kann man sich der Küste zu Fuss nähern. Eher zu empfehlen sind Helikopter-Rundflüge oder abendliche Ausflugstouren mit dem Schiff, die wegen hohen Wellengangs jedoch oft ausfallen. Die Na Pali Coast, angestrahlt von der untergehenden Sonne, ist ein Gänsehaut-Erlebnis der intensiven Art.

Auf einem 18 Kilometer langen Wanderpfad kann man sich der Na Pali Coast zu Fuss nähern. Bild: gohawaii.com

Rügen: Die Kreidefelsen

Die interessanteste Küstenlandschaft Deutschlands erstreckt sich über rund 15 Kilometer im Nordosten der Halbinsel Jasmund. Bis zu 120 Meter erheben sich die Kreidefelsen. Der bekannteste ist ein Felsvorsprung namens Königsstuhl. Die beste Sicht darauf hat man von der nahe gelegenen Balustrade der Viktoria-Sicht oder vom steinigen Ostseeufer, das 118 Meter tiefer liegt und über rund 500 Stufen Abstieg erreicht werden kann. Nicht minder berühmt sind die Wissower Klinken, die 2005 teilweise einstürzten. Sie galten als Vorlage des berühmten Gemäldes «Kreidefelsen auf Rügen» von Caspar David Friedrich, was später allerdings angezweifelt wurde.

Die Kreidefelsen von Rügen sind bis 118 Meter hoch. Bild: germany.travel

Italien: Amalfiküste

Die Italiener nennen sie «Costiera Divina», die göttliche Küste. Seit Hunderten von Jahren sind die Steilküste und das an ihre Klippen gebaute Städtchen Positano ein Rückzugsort für Künstler, Schauspieler, Musiker und Modeschöpfer. Die Gegend erkunden Besucher am besten, indem sie mit dem Auto auf der Küstenstrasse Amalfitana von Ort zu Ort fahren. Hier verbirgt sich hinter jeder Kurve ein neues Highlight: steile Klippen, versteckte Strände und glamouröse Villen am Strassenrand. Auf jeden Fall einen Besuch wert sind die mittelalterlichen Gärten bei Ravello, die 350 Meter über dem türkisblauen Meer liegen.

Die Amalfiküste zieht seit je her Künstler, Schauspieler, Musiker und Touristen an. Bild: twerenbold.ch

Teneriffa: Steinfels der Riesen

Los Gigantes im Westen der Kanareninsel ist ein beliebter Ferienort, der seine Popularität dem Acantilado de los Gigantes (Steinfels der Riesen) verdankt. Die imposante Steilküste ragt bis zu 450 Meter aus dem Meer in den Himmel und bietet einen umwerfenden Anblick. Von einem Plateau aus lässt sich die Steilküste vom Land aus bewundern. Auch Schiffsausflüge mit dem Katamaran, Segel- oder Motorboot werden angeboten. Mit etwas Glück gibt es bei diesen Ausflügen die Gelegenheit, Delfine und Wale zu beobachten.

Los Gigantes auf Teneriffa ragen bis 450 Meter aus dem Meer. Bild: tenerifetourist.com

Normandie: die Alabasterküste

Im 19. Jahrhundert reisten Maler wie Claude Monet und Edgar Degas an die Côte d'Albâtre zwischen Le Havre und Le Tréport. Dort stellten sie ihre Staffeleien auf und malten die steilen Klippen, fasziniert vom mystischen Licht. Bis heute hat sich diese Landschaft ihren Zauber bewahrt. Die Felsformationen entstanden vor Millionen von Jahren aus Feuerstein und weisser Kreide. Bester Standort ist Étretat, ein ehemaliges Fischerdorf, das sich zu einem bekannten Seebad mit 1500 Einwohnern entwickelt hat. Dort befindet sich auch die berühmte Sehenswürdigkeit «La Porte d’Aval», ein gewaltiger, von Wellen geformter Felsbogen, der wie ein Elefantenrüssel ins Meer ragt.

ie Felsformationen der Alabasterküste entstanden vor Millionen von Jahren aus Feuerstein und weisser Kreide. Bild: wandern.de

Irland: Cliffs of Moher

Die Westküste Irlands gilt als raue Schönheit, geprägt von schroffen Felsen, unendlich grünen Weiten und tosenden Winden. Für die Wellen, die aus Amerika über den Atlantik schwappen, ist an den Cliffs of Moher Endstation. Die bis zu 214 Meter hohen Steilklippen gehören zu Irlands Top-Sehenswürdigkeiten. Sie erstrecken sich auf einer Länge von acht Kilometern zwischen den Orten Doolin und Liscannor. Etwa in der Mitte liegt der Wachturm O’Brien’s Tower, von dem aus man bei gutem Wetter bis zu den Aran Islands und zur Galway Bay sehen kann. Vor einigen Jahren wurde für über 30 Millionen Euro ein neues Besucherzentrum eröffnet und ein 300 Meter langer, befestigter Klippenweg mit verschiedenen Aussichtsplattformen angelegt.

Cliffs of Moher: die bis zu 214 Meter hohen Steilklippen gehören zu Irlands Top-Sehenswürdigkeiten. Bild: ireland.com

Madeira: Cabo Girão

Nur eine dicke Glasscheibe liegt zwischen den Füssen der Touristen und dem Abgrund. 580 Meter geht es hier in die Tiefe – selbst für Schwindelfreie eine Mutprobe. Der Skywalk am Cabo Girão gehört zu den spektakulärsten Sehenswürdigkeiten auf der portugiesischen Atlantikinsel. Wer den Blick von Europas höchster Klippenwand nach unten wagt, sieht Felsen, tosende Brandung, grüne Terrassenfelder, den malerischen Fischerort Câmara de Lobos und hinüber zur Inselhauptstadt Funchal. Neben dem Glas-Aussichtsplateau sind Geschäfte und Parkplätze an dem Küstenabschnitt entstanden. Ausserdem wurde die Strasse verbreitert, um Besuchern die Anfahrt zu erleichtern.

Beim Cabo Girão geht es 580 Meter in die Tiefe. Bild: cabogirao.com

(BVI/SRT)