Sight-Skiing im hohen Norden

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Stockholms Skigebiet Hammarbybacken ist mit zwei Liften, vier beschneiten und beleuchteten Pisten sowie 82 Meter Höhendifferenz winzig. Dafür liegt es direkt in der Stadt. Bild: Visit Sweden

Oslo, Stockholm, Helsinki und Reykjavik sind im Winter gleich doppelt eine Reise wert. Denn für den Städtereisenden beginnen praktisch vor der Haustür auch Skigebiete und Loipenreviere.

Statt mitteleuropäischem Schmuddelwetter bieten Oslo, Stockholm, Helsinki und Reykjavik nicht selten einen Bilderbuch-Winter. Auch Minusgrade sind kein Problem: Museen, Shops und Opernhäuser sind schliesslich beheizt. Einmalig ist, dass Bescuher Sightseeing in der Stadt mit sportlicher Aktivität auf Skipisten oder Langlaufloipen verbinden können. Dabei kommt man auch der skandinavischen Lebensart auf die Spur – und die kennt schliesslich kein schlechtes Wetter.

Oslo: Skivergnügen am Holmenkollen

Die norwegische Hauptstadt Oslo ist fünffacher Austragungsort nordischer Skiweltmeisterschaften. Die Schanzenanlagen am Holmenkollen sind Wahrzeichen und zusammen mit dem Skimuseum eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten Oslos. Zu entdecken gibt es aber noch mehr. Das königliche Schloss ist von einem 22 Hektar grossen Park umgeben, durch den man herrliche Winterspaziergänge machen kann. Von der Festung Akershus hat man einen schönen Ausblick über den Oslofjord. Kleine, inhabergeführte Läden mit norwegischem Design, Bekleidung, Kunsthandwerk, Büchern und Schallplatten findet man in Grünerløkka – dort gibt es sogar einen Snwoboardpark. An der Karl Johans Gate stellen die Cafés auch im Winter die Stühle nach draussen – mit Blick auf die Spikersuppa Eislaufbahn.

Der Oslo Vinterpark ist das grösste der sechs alpinen Skigebiete Oslos. Er liegt am Holmenkollen und bietet 19 beleuchtete und beschneite Pisten. Die längste Abfahrt misst gut 1300 Meter. Beliebt ist der Oslo Vinterpark auch bei Freestylern, dank einer 172 Meter langer Superpipe und des Quicksilver Snowparks. Die Lifte laufen während der Woche von 10 bis 22 Uhr, am Wochenende bis 17 Uhr. Vom Zentrum fährt man mit der Strassenbahn bis Haltestelle Voksenkollen, von dort geht es per Pendelbus zur Bergstation. Von der Strassenbahnstation Frognerseteren kann man auf der Korketrekkeren Rodelbahn über 2,5 Kilometer bis zur Station Midstuen abfahren oder in das 2600 Kilometer lange Loipennetz einsteigen.

Weitere Infos: www.oslovinterpark.no

Stockholm: Stadtblick von der Skipiste

Das auf 14 Inseln gelegene Stockholm ist nicht zuletzt wegen des allgegenwärtigen Wassers eine der schönsten Hauptstädte Europas. Bei Schnee wird vor allem der mittelalterliche Stadtkern Gamla Stan mit seinen schmalen, verwinkelten Gässchen, interessanten Läden und hippen Cafés zum Wintermärchen. Die meisten anderen Sehenswürdigkeiten sind von dort aus gut zu Fuss gut erreichbar. Das Königliche Schloss ist die offizielle Residenz des schwedischen Königshauses. Es beherbergt fünf Museen. Der umgebende Park war auch schon Austragungsort des Skilanglauf-Weltcupfinals. Ein Muss ist auch das Vasamuseum mit dem weltweit einzigen fast zur Gänze erhaltenen Schiff aus dem 17. Jahrhundert.

Stockholms Skigebiet Hammarbybacken ist mit zwei Liften, vier beschneiten und beleuchteten Pisten sowie 82 Meter Höhendifferenz winzig. Dafür liegt es direkt in der Stadt (per Strassenbahn oder Bus bis Haltestelle Stickla Kaj, von dort 500 Meter Fussweg) und ist komplett ausgestattet: Skischule, Verleih, Restaurant, einen Funpark für Jibber und einen extra Bereich für Kinder (mit Förderband). Von der Bergstation überblickt man die ganze Stadt, was besonders abends reizvoll ist, wenn sich die Lichter Stockholms im Wasser des Sicklasjön spiegeln. Eislaufen kann man im zentral gelegenen Kungsträdgården, eine weitere Eislaufbahn und Langlaufloipen finden sich in Hellasgården, das von Slussen aus per Bus (Linie 401) in 20 Minuten zu erreichen ist. Mutige wagen dort auch den Sprung in ein Eisloch zum Baden.

Weitere Infos: www.skistar.com/sv/vara-skidorter/hammarbybacken

Reykjavík: Skifahren mit Meerblick

Reykjavík ist nicht nur die Haupt- sondern gleichzeitig die einzige Stadt Islands. Hier konzentriert sich das gesamte kulturelle Leben des kleinen Landes. Das bescherte Reykjavík eine weltweit ziemlich einmalige Kulturszene. Die Nationalgalerie zeigt Werke isländischer Künstler und Werke von Pablo Picasso, Edvard Munch, Victor Vasarely und Richard Serra. Samstags und sonntags verkehren Fähren zur Insel Viðey. Dort stehen die zweitälteste Kirche des Landes, der Imagine Peace Tower, ein Lichtkunstwerk von Yoko Ono, und die Meilensteine von Richard Serra. In einem gemütlichen Café kann man heisse Schokolade und Waffeln geniessen.

Gleich hinter der Stadt beginnt die Wildnis, die man im Winter auf Touren per Schneemobil durchkreuzen kann. Schlechtwetteralternative ist die Eislaufhalle in Laugardalur. Nur 20 Kilometer ausserhalb von Reykjavik bietet Bláfjöll 14 Liftanlagen (darunter eine Gondelbahn und zwei Sesselbahnen), zwölf Kilometer Pisten und fünf Loipen. Das gesamte Areal ist vollkommen baumfrei und hat daher hochalpinen Charakter. Betriebseinstellungen wegen Sturms sind daher keine Seltenheit. Bei schönem Wetter reicht der Blick zu beiden Seiten des Höhenzuges bis zum Meer. Von Olís in Mjódd fährt wochentags um 16.15 und am Wochenende um 12.40 ein Bus nach Bláfjöll. Rückfahrt nach Liftschluss, wochentags um 21 Uhr, am Wochenende um 17 Uhr.

Weitere Infos: www.skidasvaedi.is

Helsinki: 180 Loipenkilometer in der Stadt

Die Finnen sind Menschen, die im Winter durch Löcher im Eis in bitterkaltes Wasser steigen. Für ein derart abgehärtetes Volk findet das Leben auch in der dunklen Jahreszeit wie selbstverständlich draussen statt. Das merkt man auch in den stets belebten Strassen Helsinkis. Der Dom, das wohl bekannteste Bauwerk des Landes und zugleich eines der meistfotografierten Objekte Helsinkis, das Regierungspalais, die Universität und die Nationalbibliothek bilden rund um den Senatsplatz ein einzigartiges neoklassizistisches Ensemble. Südlich davon liegt das Marktviertel mit seinen Designer-Shops und Restaurants. Die Alte Markthalle (Wanha Kauppahalli) ist Anlaufstelle für Feinschmecker. Unter einem Dach findet man dort Delikatessen aus aller Welt, darunter auch lappländische Spezialitäten.

Durch Helsinki ziehen sich 180 Kilometer gespurte Loipen. Die schönsten findet man im Park von Keskuspuisto. Es gibt zahlreiche Eislaufplätze. Eine 4,5 Kilometer lange Tourenstrecke für Schlittschuhläufer startet am Bootsanlager in Puotila. Eisschwimmen (in Kombination mit Sauna) geht man beim Kuusijärvi Freizeitzentrum in Vantaa. Das alpine Skigebiet Serena Ski liegt 25 Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man in einer Stunde dort, via U-Bahn nach Leppävaara und Buslinie 21. Auf den kegelförmigen, künstlich erhöhten Hügel führen vier Schlepplifte. Die fünf beschneiten und beleuchteten Abfahrten kommen auf ganze 60 Höhenmeter. Dank seiner Funparks und einer Halfpipe ist Serena besonders bei Freestylern beliebt. Direkt an der Talstation steht ausserdem Skandinaviens grösstes Spassbad. Das ist immer bestens beheizt – falls einem die nordische Kälte doch mal zu viel wird.

Weitere Infos: www.serenaski.fi

(SRT)