So nimmst du deine Wertsachen sicher mit ins Wasser

Von Andreas Güntert
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Der Internaut hat im Frühling am Zürichsee getestet, was der Drybag wirklich taugt. Bilder: Internaut

Baden gehen und dabei Smartphone, Geld und Schlüssel so mitnehmen, dass sie sicher sind und trocken bleiben. Das verheisst das Reise-Gadget Exped Drybag. Wie wasserdicht ist dieses Versprechen?

Die Leute am See erklärten mich wohl für verrückt. Und sie hatten auf den ersten Blick auch recht. Warum, um Himmels Willen, soll ein Mensch neben all seinen Bade-Utensilien eine Rolle Toilettenpapier an den Strand mitbringen?

Immerhin war es Frühsommer als ich meine papierene Testanlage aufbaute – und also noch nicht Zeit für den jährlichen International Toilet Paper Day, der, wie doch jedermann weiss, erst am 26. August begangen wird.

Andere schwimmen schon. Der Internaut baut die Testanlage auf. Links: Exped Fold Drybag UL XXS. Rechts: WC-Papier ohne Spezifikation.

Warum also nimmt der Internaut Toilettenpapier mit an die lieblichen Gestade des Zürichsees? Ganz einfach: Um sein jüngstes Reise-Gadget auszutesten. Und zwar so vorsichtig wie möglich.

Immerhin gilt es hier, ein grundlegendes Problem der strandaffinen Menschheit zu behandeln: Was macht man mit seinen Wertsachen, wenn man schwimmen gehen will?

Ist es nicht schade, wenn man beispielsweise an den schönsten Sandstränden der Schweiz weilt und sich dort nicht ins Wasser traut, weil man seine Wertsachen nicht unbeaufsichtigt zurücklassen will?

Das grosse Beach-Interrogativ dieser Erde

Wenn man keinen lieben Menschen hat, der Handy, Geld und Schlüssel bewacht und wenn man nicht mit grenzenlosem Gottvertrauen gesegnet ist, dann…. ja, dann ist das wirklich eine grosse Frage.

Eine Frage, mit der sich schon viele gescheitere Leute befasst haben als der Internaut. Etwa die «New York Times».

Wobei es auf das grosse Strand-Interrogativ eigentlich nur eine Antwort geben kann: Wer sicher sein will, muss die Wertsachen mitnehmen ins Wasser. Was uns aber wieder eine neue Frage bringt: Wie macht man das auf sichere Art und Weise?

Drypack im Mini-Format (links) und kleine Ausgabe eines handelsüblichen steifen Schwimmsacks.

Natürlich, es gibt diese grossen wasserdichten Schwimm- oder Wassersäcke, in Basel liebevoll «Wickelfisch» genannt, die man mitnehmen kann. Aber die sind meist viel zu gross und zu steif verarbeitet.

Wer mag mit einem Drybag crawlen gehen, der fünf oder zehn oder noch mehr Liter Fassungsvermögen hat und dabei ordentlich ausbeult? Wenn es um gemütliches Planschen oder eine Fahrt auf dem Stand-up-Paddelbrett geht, mag ich die üblichen Wickelfische sehr. Aber für ein etwas sportlicheres Wasser-Erlebnis eher weniger.

Da scheint der Drybag von Exped einiges passender. In der kleinsten Grösse (Modell XXS) misst er 16.5 auf 25 Zentimeter. Das Reise-Gadget ist aus ultraleichtem Nylongewebe gefertigt und lässt sich kinderleicht zusammenrollen und per Steckschnalle arretieren.

Hält das Teil Deine Schätze wirklich trocken?

Ein kenntnisreicher Mensch aus Basel – Danggscheen! – hat mir für den Versuch mit dem heutigen Reise-Gadget gleich zweifach geholfen. Er gab mir die Idee mit dem WC-Papier. Und leihte mir einen Schatz aus seiner Handy-Sammlung aus: Ein Nokia Handy der Baureihe 3310. Damit ich austesten konnte, ob unser heutiges Travel Gadget wirklich wasserdicht ist. Ohne mein eigenes iPhone 8 zu gefährden.

Die Rolle, die dabei dem WC-Papier zukommt, ist schnell beschrieben: In einem ersten Dichtetest geht man mit dem Drybag ins Wasser und legt ein paar Blätter Toilettenpapier hinein. Weil diese höchst verlässlich anzeigen, ob Wasser in den Behälter eingedrungen ist. Toilettenpapier meldet selbst kleinste Mengen Feuchtigkeit – in Echtzeit.

Trockenbeutel nass, WC-Papier trocken. Erster Test geglückt.

Mein erster Wassergang ergab: Alles trocken, alles gut. Das WC-Papier blieb – hübsch umhüllt vom giftgrünen Drybag – selbst in den Fluten des Zürichsees staubtrocken.

Der Test konnte also weitergehen. Nun aber scharf: Mit einer Auswahl von Dingen, die ich üblicherweise dabei habe am Fluss, am See oder am Strand.

Wertsachen-Quintett mit Drybag. (Ja, das rechts aussen ist ein Mobiltelefon. Das einst heissgeliebte Nokia 3310).

Abgesehen von Zeitungen und Zeitschriften aller Art (die ich meist unters Badetuch lege), besteht meine Beachlife-Shortlist in der Minimalausgabe aus diesen Items: Geld, Tabak, Schlüssel, Feuerzeug, Smartphone.

Also warf ich mich ins Wasser, den grünen Exped-Drybag ums linke Handgelenk geschnallt. Erkenntnis im Wasser: Behindert kaum beim Schwimmen.

Kleiner Beutel, sichere Sache: Internaut mit angeschnalltem Trockenpäckli.

Wichtiger aber ist der Erkenntnisgewinn, als ich wieder an Land war: Alles hübsch trocken geblieben. Auch das Nokia 3310 verrichtete weiterhin brav seinen Dienst.

Um die eingangs gestellte Frage endlich zu beantworten: Ist dieser Drybag wirklich eine wasserdichte Sache? Ja, das ist er.

Drybag Exped UL: Die Stärken
Kurz und knapp gesagt: Das Teil hält trocken. Es ist praktisch und ultraleicht.

Drybag Exped UL: Die Schwächen
Wenn ich mir etwas zusätzlichen Komfort wünschen könnte, dann diesen: Ein Riemen – sagt man vielleicht «Strap»? – mit dem man das Dry-Päckli am Unterarm befestigen könnte beim Schwimmen. Für die Stabilität.

Drybag Exped UL: Geeignet für
All jene, die eine Antwort suchen auf eine der drei grossen Fragen der Menschheit: 1. Was ist der Sinn des Lebens? 2. Was kommt nachher? 3. Wie nehme ich meine Wertsachen mit ins Wasser? (Sorry, aber ich kann hier nur auf die dritte Frage antworten).

Ein ziemlich cleverer Fetzen Nylon. Gewicht: Netto 13 Gramm.

Drybag Exped UL: Preis
In der Ausgabe XXS (Fassungsvermögen 1 Liter) kostet dieses Teil 12.90 Franken. Etwas viel Geld für ein 13 Gramm leichten Nylon-Fetzen, könnte man einwenden. Aber es ist halt ein ziemlich cleverer Fetzen Nylon.

Eingekauft beim Schweizer Outdoor-Spezialisten Transa.

Drybag Exped UL: Note
Im gutschweizerischen Notensystem, das von 6 (absolute Sonderleistung) bis 1 (kompletter Ausfall) reicht, kommt der ultrakleine und ultraleichte Drybag  bei mir mit Note 5.5 durch.

Übrigens
Wie bei den Schwächen angetönt: Es mag zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein, beim Schwimmen am einen Handgelenk einen Beutel mitzuführen.

Wer nach einer Optimierung dieser Situation strebt, kann relativ leicht eine gewisse nautische Symmetrie herstellen: Am anderen Handgelenk ebenfalls einen Beutel installieren. Und die Wertsachen so auf beide Drybags verteilen, dass eine Balance entsteht.

Drybag in seinem nassen Element: Exped UL XXS im Zürichsee.