An diese sieben Ziele muss ich unbedingt noch hin

Von Andreas Güntert
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Diese Insel figuriert auf der Bucket List von so manchem Traveller – doch wo liegt sie? Bild: Tourasia

Wohl fast jeder Traveller hat eine Bucket List im Kopf mit Reisezielen und Reiserouten, die er irgendwann mal in Angriff nehmen möchte. Unser Autor verrät sein Septett.

Neulich habe ich auf meinem Blog – im Rahmen meiner Überlegung, was eigentlich Bucket List bedeutet – eine Umfrage gestartet nach den Reisezielen, Routen oder Aktivitäten, die unbedingt mal in Angriff genommen werden müssten – und genannt wurden mir: Eine abenteuerliche Amazonas-Reise – Pinguin-Watching – von Bari nach Durrës übersetzen und durch Albanien cruisen – Indien – Atacama-Wüste – mit der DC-3 über den Atlantik – Mit dem VW-Bus per Frachtschiff von Hamburg nach Montevideo. Am Overtourism sind meine Leserinnen und Leser nicht schuld. Lauter Travel-Solitäre wurden mir da genannt; keine einzige Destination kam mehr als einmal vor.

Ja, mit Wunschzielen schlage ich mich auch herum. Es gibt da ein Septett an Reisezielen und Reise-Routen, das mir seit Jahren partout nicht aus dem Kopf will. Gerne zeige ich meine aktuelle Bucket List hier (in alphabetischer Reihenfolge):

Der Lykische Weg

Wandern ist mehr als nur weit gehen. Es ist ein Zustand. Ein Feeling. Wenn sich die Beine irgendwann wie von selbst bewegen, werden im Hirn Gedanken freigesetzt.

Seit ich erstmals gehört habe von diesem Fernwanderweg in der Südtürkei, will ich hin. Es müssen ja nicht unbedingt alle 25 Tagesetappen sein, die es braucht vom Ölüdeniz-Strand bis Antalya. Aber hübsch wärs natürlich schon.

Hier könnte man prima ausruhen. Oder loswandern. Sechs Wochen lang. Bild: Pixabay

Der Lykische Weg geht zurück auf einen Kamelkarawanen-Handelsweg im Altertum. Vor ein paar Jahren wurde die Strecke von einer Amateur-Historikerin neu erforscht und angelegt.

Längere Wanderungen gehören zu meinen Reise-Highlights aller Zeiten. Es muss ziemlich anstrengend sein, die insgesamt 509 Kilometer auf diesem Maultierpfad zu gehen. Genau deshalb will ich es tun. Irgendwann.

Donaudelta


So prima vista würde man Rumänien nicht auf einer Bucket List vermuten. Aber bei mir ist das Land schon lange angesagt. Vor allem wegen des Donaudeltas.

Paddeln ohne Ende, die Weite spüren, Pelikan-Watching: Das Donaudelta muss sein. Lieber bald als irgendwann. Bild: Brigitte Jurczyk

Einmal noch im Leben möchte ich durch dieses riesige Biosphärenreservat reisen, am liebsten per Paddelboot. Hier ist ein Europa zu entdecken, das noch nicht dichtbesiedelt oder mit Strassen zerschnitten ist.

Dort, wo die Donau ins Schwarze Meer fliesst, gibt es Pelikan-Kolonien, Seerosenfelder und einen schier grenzenlosen Himmel. Dort muss ich hin. Und übe schon mal den Namen in der Lokalsprache: Rezervația Biosferei Delta Dunării.

Wenn dann bei diesem Osteuropa-Trip auch noch eine Starke Strecke in Bukarest abfällt, ist bestimmt auch niemand böse. Der Internaut selber sicher am allerwenigsten.

Kolumbien


Ein Land zwischen Karibik und Pazifik. Ein Land, lange im Bürgerkrieg und nur immer dann in den Nachrichten, wenn es Trauriges zu berichten gab.

Ein Land, das sich wieder aufgerappelt hat. Ein Land, das schon ewig auf meiner Bucket List steht: Colombia.

Durch Colombia gondeln, wie hier in Bogotá: Top of Mind. Top of Bucket List. Bild: Pixabay

Warum der Internaut nicht schon längst hingereist ist? Nun, Bogotá, Medellín und auch Cartagena de las Indias liegen nicht gerade ums Eck vom Internaut-Bureau.

Eine Reise in den Dschungel, an die Strände und in die brodelnden Grossstädte de Colombia braucht eben Zeit. Bald, Colombia, werde ich sie mir nehmen.

Ko Samed


Wie kommt ein Ort in den Kopf der Menschen? Was macht es aus, dass sich ein Reiseziel lange halten kann? Bei mir ist es oft so, dass ich von anderen Travellers Neues höre.

Manchmal schlummert in einem Nebensatz etwas, das mich elektrisiert. Und ruft: Bucket List!

Schon lange auf der Bucket List: Ko Samed, inklusive Anreise von Bangkok her. Bild: Tourasia

So war es auch bei Ko Samed. Das Eiland im Golf von Thailand sieht erstens traumhaft aus. Ich stelle mir aber, zweitens, auch die Anreise grossartig vor.

Als mir befreundete Reisende erzählten, wie sie per Taxi aus dem Grossstadtmoloch Bangkok wegfuhren und in einem halben Tag an jenes Ufer gelangten, wo die Fähre nach Ko Samed übersetzt, war es um mich geschehen.

Weil ich Grossstädte mag. Aber auch die Reise raus aus dem Moloch. Am liebsten mit einem kundigen Fahrer, der mir zeigt, wo er am liebsten sein Gelbes Curry isst. Oder einen Drink on the Road nimmt. Und wo seine Schwiegermutter ihre Hühner hält. Hey Mr Cab Driver, wann gehts los?

Nilkreuzfahrt


Der mexikanische Schluchtenzug durch den Kupfer-Canyon. Der Glacier Express. Die Route 66: ich mag touristische Klassiker, Panoramareisen und ganz grundsätzlich szenische Trips, die historisch und emotional aufgeladen sind.

Mal wirklich mit dem Flow gehen. Mitfahren auf dem afrikanischen Fluss der Flüsse, dem Nil – das steht weit oben auf meiner Bucket List. Bild: Pixabay

Vor ein paar Jahren verschlug es mich mal kurze Zeit nach Kairo. Kleine Nilfahrt inklusive. Seither weiss ich eines ganz genau: Da komm ich wieder hin.

Aber nicht für die kleine Nilfahrt. Sondern für die grosse. So richtig alte Welt. So richtig lang.

Radfernweg Berlin-Kopenhagen

Fährt der Internaut gerne Velo? Ja. Wie lange ist seine typische Strecke? 1100 Meter. Nämlich der Weg vom Internaut-Bureau bis zum Bahnhof seiner Kleinstadt.

1.1 Kilometer – immerhin. Aber von mir aus dürfte es auch mal etwas mehr sein. 700 zum Beispiel.

Ab jetzt noch etwa 699 Kilometer: Genau hier, am Brandenburger Tor, möchte ich das Velo-Abenteuer Berlin-Kopenhagen starten. Bild: Visit Berlin_Philip Kuschel

Es muss ein grossartiges Gefühl sein, in Berlin loszufahren. Im Wissen darum, dass es nun 700 Kilometer weit dauern wird, bis man in Kopenhagen ankommt. Durch Brandenburg, die Mecklenburgische Seenplatte, und über Dämme und Brücken in Dänemark.

Noch grossartiger muss das Gefühl sein, wenn man dafür reichlich Zeit hat. Wobei es eigentlich immer so ist bei meiner Bucket List: Ziele habe ich genug. Aber Zeit leider nicht.

Roadtrip: Von den Niagarafällen nach Miami


In der schnellsten Variante, sagt mir Google Maps, wäre die Strecke in etwa 23 Stunden zu schaffen. Aber der Internaut will nicht schnell.

Was der Internaut will: Zeit, Genuss, Platz für Unerwartetes. Oder kurz: Viel Feeling.

On the Road: 2800 Kilometer von den Niagara-Fällen bis Miami. Bild: Pixabay

Wo exakt die Strecke von den Niagarafällen bis nach Miami durchführen soll, habe ich mir jetzt noch nicht so genau überlegt. Sicher ist natürlich, dass New York am Weg liegen müsste. Für den Internauten ist New York die Hauptstadt der Welt.

Und wenn bei diesem Roadtrip noch etwas Indian Summer abfallen könnte, wäre das natürlich auch prima. Den Laubfarben-Fahrplan jedenfalls habe ich im Blick.

Wenn man die Strecke von den Niagarafällen via New York bis Miami auf Europa überträgt, merkt man erst, was für eine gewaltige Strecke das ist. Es liegt so in etwa in der Grössenordnung von Kopenhagen-Palermo.