Geben Sie dem Nebelmeer keine Chance

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Im Appenzell lockt der Kronberg für eine beeindruckende Panorama-Wanderung. Bild: swiss-image.ch / roland gerth

Höhenrouten, Gratwanderungen, Alpenwege: Bei diesen neun Wanderungen zeigen Sie dem Nebel den Rücken und erhalten einen grandiosen Fernblick.

Der endlose Sommer und der schöne Herbst neigen sich dem Ende zu, zwischen Bern und St. Gallen verdichtet sich der Nebel mit jedem Tag etwas mehr. Wer aus dieser Suppe fliehen möchte und eine coole Wanderung plant, der muss nur ein paar hundert Meter in die Höhe.

Wir haben uns nach den schönsten Wanderungen über der Nebelgrenze erkundet und präsentieren hier neun Wandertipps in neun Kantonen – bitte die Sonnenbrille nicht vergessen:

Dreibündenstein Panoramaweg

Die Wanderung von Brambrüesch zum Dreibündenstein und weiter nach Feldis führt durch eine bezaubernde Alpen-Flora und bietet über der Nebelgrenze grossartige Rundsichten in die umliegende Bergwelt.

Brambrüesch erreicht man direkt von Chur aus mittels moderner Gondelbahn. Das Bergpanoramama reicht von der Lenzerheide auf der einen Seite bis zum Calanda und Tödi auf der anderen Seite. Der Dreibündenstein auf 2160 Metern markiert den gemeinsamen Grenzpunkt der ehemaligen drei rätischen Bünde. Der Abstieg führt entlang idyllischen Landschaften mit Wäldern, Alpsiedlungen und dem Bergsee Leg Palus bis ins liebliche Bergdorf Feldis.

  • Länge: 12,5 Km, Wanderzeit: 4h30, Anforderungen: mittel

Appenzeller Alpenweg

Wer das Appenzellerland aus der Vogelperspektive sehen will, braucht nicht wirklich abzuheben: Die Alpenweg-Tour reicht bereits.

Am Fusse des Säntis auf der 1350 Meter hoch gelegenen Schwägalp beginnt die Tour. Der markanteste Gipfel des Alpsteinmassivs dominiert die zweistündige Blumen-Tour auf den Kronberg. In munterem Auf und Ab führt der Weg erst hinauf zur Chammhaldenhütte, von der aus man die Säntiswand besonders eindrücklich erlebt. Danach gehts über eine reizvolle Moor- und Waldlandschaft rüber zum Schotzenälpli und hinauf zur Dorwees, von der aus der Kronberg nur noch einen kurzen Aufstieg entfernt ist.

  • 6 Km, 2h, mittel

Gratwanderung zum Brisen

Fast die ganze Zentralschweiz überblickt man vom Brisen. Die Rundsicht ist der Höhepunkt einer vielseitigen Tour über Grate, Geröllfelder und Weideland.

Links die Sicht auf Vierwaldstättersee und Rigi, rechts der Tiefblick nach Oberrickenbach und darüber die vom Titlis dominierte Gipfelkette: Die Wanderung auf dem breiten und kaum ausgesetzten Weg über den Haldigrat ist ein Genuss. Überwältigend ist das Panorama oben auf dem Gipfel des Brisen. Es reicht vom Säntis bis zu den Berner Hochalpen und umfasst die gesamten Zentralschweizer Alpen.

Vom Brisen-Gipfel führt ein steiniger Pfad zum Steinalper Jochli, von da gelangt man über Geröllfelder und Alpwiesen in teilweise sehr steilem Abstieg zum Brisenhaus hinunter.

  • 9 Km, 3h40, mittel

Emmentaler Gratwanderung

Die Höhenwanderung von der Lüderenalp auf den Napf führt in Gratnähe über einen schmalen Pfad und vorbei an urchigen Bergbeizen. Ständige Begleiterin ist die Aussicht über die Alpen, das Mittelland und den Jura.

Auf dem Feld-, Wald- und Wiesenweg gehts vorbei an typischen Emmentaler Häusern und gemütlichen Bergrestaurants, wo der Bauer gleich selber auftischt.

Beste Aussichten verspricht nicht nur der Panoramablick vom Napf, sondern auch das Berghotel, das für ein genussreiches Finale besorgt ist. Wer einen unvergesslichen Sonnenuntergang erleben will, bleibt über Nacht.

  • 12 Km, 4h45, schwer
Panorama aus dem Napfgebiet mit den Alpen im Hintergrund. Bild: swiss-image, jan geerk

Höhenweg vom Rinderberg zum Horneggli

Die Höhenwanderung beginnt bei der Bergstation der Rinderbergbahn (Zweisimmen). Die Route verläuft zuerst Richtung Gandlauenengrat. Schon zu Beginn öffnen sich schöne Aussichten auf die umliegenden Berge. Ab Gandlauenengrat folgt die Route den Wegweisern Richtung Parwengen, von wo es einen Ausblick hinunter ins Simmental gibt.

Über einen Höhenweg wird der Hornberg mit dem grossen Bergrestaurant erreicht. Das Blickfeld weitet sich nun Richtung Freiburger- und Waadtländer Alpen. Tief unten ist Schönried zu erkennen. Runter geht es mit der Sesselbahn Horneggli nach Schönried.

  • 7 Km, 3h10, mittel

Höhenroute im Oberbaselbiet

Auf dem Höhenwanderung von Langenbruck zum Passwang gilt es zunächst den dicht bewaldeten Helfenberg zu bezwingen. Nach einem kurzen Abstieg gehts hinauf zur Felskuppel des Chellenchöpflis, notabene der höchste Gipfel im Kanton Baselland.

Die Ausblicke sind grandios. Der breite Rücken des Passwangs beschliesst das muntere Auf und Ab im Grenzgebiet von Baselland und Solothurn.

  • 8 Km, 3h55, leicht bis mittel

Vom Mollendruz zum Marchairuz

Der Aufstieg vom Col du Mollendruz zum Mont Tendre wird kurz vor dem Gipfel reichlich belohnt: Hier wartet das Chalet du Mont Tendre mit deftiger, aber abwechslungsreicher Hausmannskost in wanderergerechten Portionen. Und von der riesigen Terrasse aus geniesst man eine fantastische Sicht über den Genfersee auf die Alpen.

Überboten wird das Bilderbuch-Panorama lediglich vom Gipfelblick vom Mont Tendre aus. Hier reicht die Rundsicht von den Savoyer bis zu den Berner Alpen und von den Vogesen bis zum La Dôle.

  • 16 Km, 5h, schwer

Gletscherweg Aletsch

Dieses Gletschererlebnis bietet ungetrübte Aussichten. Die Wanderung bietet über Steintreppen ein unvergessliches Erlebnis am grösster Eisstrom Europas.

Die Route führt über das Grosse Gufer hinunter zur Rote Chumma. Abenteuerlich windet sich der in den Fels gehauene, breite Bergweg zum Märjelensee.

Früher war es eine mächtige Eiswand des Aletschgletschers, die den See aufstaute, und auf dem Wasser trieben hausgrosse Eisberge. Heute ist die Polarlandschaft einem Postkartenidyll gewichen, das sich im Frühling mit seinen Wollgraswiesen von einer äusserst malerischen Seite präsentiert.

  • 14,6 Km, 4h30, mittel

Monte Lema – Monte Tamaro

Die Höhenwanderung vom Monte Lema auf den Monte Tamaro verläuft nahe der schweizerisch-italienischen Grenze fast ausschliesslich auf dem Grat. Einzigartig ist schon zu Beginn der Blick vom Gipfel des Monte Lema: Auf der einen Seite glitzert weit unten der Luganersee, auf der andern der Lago Maggiore, beide malerisch eingebettet in die Berge des Südtessins.

Das Bilderbuchpanorama bleibt ständiger Begleiter auf der Bergtour, die nur zwei grössere Aufstiege bereithält: jenen auf den Monte Gradiccioli und gegen Ende jenen auf den Monte Tamaro. Wem der Sinn nicht nach Gipfelstürmen steht, hat die Möglichkeit, beide Herausforderungen locker zu umgehen.

  • 13 Km, 5h30, schwer

Weitere Wandertipps auf myswitzerland.com.

(TN)