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Das Beau-Rivage Palace in Lausanne: Grand Hotel mit viel Geschichte und noch mehr Exzellenz. Bild: Thomas Buchwalder

Tested Hunger nach Perfektion in Lausanne

Carsten K. Rath

Der frühere Grandhotelier Carsten K. Rath, Betreiber des Hotelrankings die-101-besten, checkt für Travelnews im Beau-Rivage Palace in Lausanne ein. Das traditionsreiche Luxushotel überzeugt den Profi mit einem bedingungslosen Willen zur Verbesserung.

Das Hotel Beau-Rivage Palace ist eines der feinsten Häuser, die ich kenne. Zu Recht steht es auf der Liste der 101 Besten ganz oben. Anlass für meine Reise ist das Partnertreffen der 101 Besten und den 101 Partnern, , das bei unserem Partner QoQa in Lausanne stattfindet.

Mich begeistert das Haus auf allen Ebenen. Die Veranstaltungsräume sind geradezu palastartig – mit viel Stuck und Gold. Ich liebe aber auch die Einrichtung der Zimmer und Suiten. Begeistert bin ich von der Gastronomie: Bei unserem Partnertreffen am Genfersee ist es sehr heiss und ich bestelle als Vorspeise eine confierte Wassermelone mit Garnelen. Das ist nicht nur herrlich erfrischend, sondern eben auch geschmacklich ganz fantastisch.

Erst kürzlich bestätigte der Guide Michelin erneut die zwei Sterne für das Hotelrestaurant Pic. Aber auch die beiden anderen Restaurants, die Brasserie Café Beau-Rivage und das japanische Restaurant Kaigan, bieten hervorragende Küche.

In der Longevity-Behandlung

Die Spa-Abteilung arbeitet mit dem Kosmetikunternehmen Guerlain zusammen – das ist ungewöhnlich, denn es gibt nur sehr wenige Hotels, die mit der Luxusmarke kooperieren dürfen. Hier im Beau-Rivage werden sogar ganze Spa-Konzepte von Guerlain umgesetz.

Eines davon darf ich erleben: «Energy of Tianzi». Bei dieser Longevity-Behandlung tanzen die Hände meiner Therapeutin Romy im Takt der Musik über meinen Rücken. Das ist so entspannend, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Spa-Behandlung eingeschlafen bin.

Im Spa arbeiten die Therapeuten mit Produkten und Konzepten der luxuriösen Kosmetikmarke Guerlain. Bild: Beau-Rivage Palace

Hunger nach Verbesserung

Natürlich ist in einem Hotel auf dem Niveau des Beau-Rivage Palace auch der Service Spitzenklasse. Was mich allerdings erst so richtig von der hohen Qualität überzeugt, ist die Fehlerkultur, die hier gelebt wird. Denn wir wissen: Fehler passieren überall.

Was den Unterschied macht, sind die Konsequenzen, die man daraus zieht. Ich erlebe beim Frühstück eine etwas überhebliche Kellnerin. Diese Art passt weder zu ihr noch zum Hotel. Ausserdem habe ich den Eindruck, dass eine ordnende Hand fehlt, die die jungen Menschen entsprechend einteilt.

Spät am Abend, nach dem Essen, erzähle ich dem Direktor Benjamin Chemoul von meinen Beobachtungen. Er lächelt. Aber ich spüre, dass er meine Worte sehr ernst nimmt. Am nächsten Morgen bin ich bereits um acht Uhr beim Frühstück. Bis heute weiss ich nicht, wie er es geschafft hat, aber es wirkt, als hätten die Heinzelmännchen in den vergangenen sechs Stunden die Mitarbeiter trainiert, ihre Haltung poliert und das komplette Buffet verändert. Alles ist anders. Besser.

Am Tag darauf ist es wieder genauso gut. Es wurden also tatsächlich diese ein, zwei winzigen Dinge, die mir aufgefallen waren, komplett abgeschafft und dafür gesorgt, dass auch der Frühstücksservice wieder auf Sechs-Sterne-Niveau ist. Solch einen Willen haben nur die Besten. Dieser stetige Hunger nach Verbesserung ist für mich die wahre Perfektion in der Hotellerie. Ich ziehe meinen Hut vor Direktor Benjamin Chemoul.

Die Ausstattung der Zimmer und Suiten ist luxuriös und elegant. Aus den Fenstern hat man einen Blick über den Genfersee und in die Berge. Bild: Beau-Rivage Palace

Role-Model in Sachen exzellenter Service

Zum herausragenden Service des Hotels passt ein Flug mit Pilot Daniel Belovic von Sky Leman. Seine Haltung ist mindestens so beeindruckend wie der Flug über den Genfersee. Vielleicht liegt es daran, dass seine Frau früher für Ritz-Carlton gearbeitet hat. In jedem Fall ist Daniel ein echtes Role-Model in Sachen exzellenter Service.

Und wenn ich Ihnen noch einen Tipp für den Aufenthalt im Beau-Rivage Palace geben darf: Besuchen Sie das direkt nebenan gelegene Olympische Museum. Es lohnt sich. Jeder Olympionike, zumindest jeder Medaillengewinner bei Olympischen Spielen, kommt einmal im Leben hier vorbei, um sich beim IOC, dem Olympischen Komitee, das hier seinen Sitz hat, vorzustellen.

Neben dem Hotel liegen das Olympische Museum und die Büros des IOC. Da fühlt man sich natürlich auch im Hotel dem Sport verpflichtet. Bild: Beau-Rivage Palace

Ich war noch nie hier in Lausanne, ohne mindestens einen der aktuellen oder ehemaligen Top-Leistungssportler gesehen zu haben. Natürlich wohnen die Sportler dann nebenan im Beau-Rivage. Es muss eine unglaubliche Erfahrung sein für die Olympioniken und vor allem ein himmelweiter Kontrast zu den Unterkünften in den Olympischen Dörfern während der Spiele.

Jetzt neu: Podcast – «Minibar-Geständnisse, aus Zimmer 101» von Carsten K. Rath, der bei den besten und spannendsten Gästen und herausragendsten Hoteliers hinter die Kulissen blickt.

Zum Autor

Als früherer Grandhotelier und Betreiber des relevantesten Hotel Rankings im deutschsprachigen die-101-besten.com ist Carsten K. Rath Globetrotter von Berufs wegen. Sämtliche Hotels, über die er für Travelnews schreibt, bereist er auf eigene Rechnung.

Rath ist zudem Autor des Buches «Iconic Hotels of the World», das hier bestellt werden kann: