Karriere

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Arbeitet seit vier Jahrzehnten bei Singapore Airlines: der heutige Agency Sales Manager Ani Nagrath. Bilder: AN

«Wieso sollte ich jemals weg von Singapore Airlines?»

Von Gregor Waser

Ani Nagrath feiert ein rundes Jubiläum: Seit 40 Jahren arbeitet der heutige Agency Sales Manager bei Singapore Airlines in Zürich. Travelnews.ch hat ihn zu seiner Karriere befragt.

Am 3. September 1979 nahm Anirudha Nagrath Platz am Reservation Desk von Singapore Airlines in Zürich. 40 Jahre später arbeit Ani, wie ihn alle Branchenkollegen nennen, immer noch beim Singapore-Carrier –  übrigens wie auch sein Teamkollege Marcel Walther, der gleichentags begann und heute ebenfalls noch bei SQ tätig ist. Ein eindrücklicher CV, den Nagrath und Walther aufweisen: selten können Touristiker in dieser flüchtigen Branche eine solche Treue vorweisen.

Erlebt hat Ani Nagrath in dieser Zeit total 17 General Managers, «erschüttern kann mich nichts mehr», lacht er im Gespräch mit travelnews.ch. «Nach der Lehre und einem ersten Job habe ich im Sommer 1979 ein Inserat als <Reservation & Ticketing Agent bei Singapore Airlines> gesehen und mich beworben – und bin bis heute geblieben.» Eine besondere Airline-Affinität oder eine Reisebüro-Lehre habe er nicht gehabt, ausser dass sein Vater bis zur Pensionierung bei der Swissair gearbeitet habe.

Im April 1982 wurde Nagrath Passenger Sales Representative, im Dezember 1985 District Sales Manager, später noch Leisure Sales Manager und Pricing and Distribution Manager, seit eineinhalb Jahren ist er nun Agency Sales Manager und zuständig für den Reisebüro-Verkauf.

Das Team von Singapore Airlines im Jahr 1981: Bruno Illi (2. von links) und Ursi Freudenmann (2. von rechts) werden nächstes Jahr auch ihr 40-jähriges Jubiläum bei Singapore Airlines feiern. «In der Mitte der legendäre Beat Merz, der mein Vorgänger war, in der Position des District Sales Manager», sagt Ani Nagrath (rechts).

Was habe denn nun den Ausschlag gegeben, dass er so treu war und beim gleichen Arbeitgeber blieb über all die Jahre? «Die Singapore Airlines war stets ein guter Arbeitgeber und ich hatte immer Freude am Job», blickt Nagrath zurück, «es gab gar nie einen Grund, zu wechseln. Es war stets ein super Produkt, wir sind heute noch führend und unsere Innovationen werden regelmässig ausgezeichnet. Es wäre wohl schwierig geworden, ein anderes Airline-Produkt zu verkaufen.»

Die Reiserei sei nie im Vordergrund gestanden. Klar habe er viele Trainings und Konferenzen in Singapur oder in Europa erlebt oder sei auf etlichen Studienreisen mit dabei gewesen, zu einem Vielreisenden sei er als SQ-Mitarbeiter aber nicht geworden.

«Mein erster Flug mit Singapore Airlines erfolgte via Abu Dhabi und Colombo nach Singapur»

In all den Jahren hat er die Entwicklung von Singapore Airlines genau verfolgen können. Nach Zürich geflogen sei die Airline als MSA schon ab August 1972, im selben Jahr wurden zwei Firmen daraus gebildet, Malaysia Airlines und Singapore Airlines. 1979, als er beim Carrier anfing, flog SQ viermal wöchentlich von Zürich nach Singapur. «Ich erinnere mich noch an meinen ersten Singapur-Flug: die Maschine kam von Kopenhagen nach Zürich und flog weiter nach Abu Dhabi und Colombo nach Singapur, noch mit einer DC10.» In jener Zeit flog SQ zwei Flüge mit DC-10, zwei mit dem Jumbo, der Boeing 747.

Ein Meilenstein war dann die Einführung von zwei täglichen Flügen ab Zürich mit der Boeing 777. Mit der Einführung des Airbus A380 im Jahr 2010, einem weiteren Meilenstein, sei dann wieder nur eine Verbindung am Tag durchgeführt worden.

Hier feiert Ani Nagrath (links) zusammen mit Marcel Walther (Passenger Services Officer) das 30-jährige Jubiläum. Auch Walther feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Jubiläum.

Auch die Umwälzungen im Vertrieb hat er hautnah miterlebt, die späten 80er-Jahre etwa mit den damaligen Graumarkt-Tickets. Damals wurden die SQ-Flüge ab Frankfurt und zurück nach Zürich verkauft, weil eben Graumarkt-Tickets ab Zürich verpönt waren. In den Folgejahren wurden die Restriktionen gelockert, der Markt ging auf in den 90er-Jahren, die ehemaligen Broker erlebten einen Rückgang, die grossen Veranstalter mit ihren Ticketshops übernahmen das Zepter.

Auf das laufende Jahr angesprochen sagt er, die aktuellen Zahlen seien gut. Der Sommer sei auf der Langstrecke zwar schon auch zurückhaltend gewesen, doch die Buchungen für den kommenden Winter sähen sehr gut aus.

Nun hat der 63-Jährige noch eineinhalb Jahre vor sich – bei der Singapore Airlines versteht sich. Langweilig dürfte es dem zweifachen Familienvater auch künftig nicht werden. Er ist regelmässig auf dem Golfplatz anzutreffen und bald werde er Grossvater.