Hotellerie

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Die auch in der Schweiz präsente Hotelkette NH Hoteles - hier das Haus in Marbella - hat bei der thailändischen Minor Group Begehrlichkeiten geweckt. Bild: NH Hoteles

NH Hoteles könnte thailändisch werden

Die Minor Group hat von HNA ein grosses Aktienpaket an der spanischen Hotelkette übernommen - und plant jetzt den kompletten Takeover.

Seit Anfang Jahr war klar, dass die in Geldnöten steckende chinesische Beteiligungsgesellschaft HNA ihre Anteile an der spanischen Hotelkette NH Hoteles abstossen will. Nun ist ein Käufer gefunden: Die 25,2 Prozent Anteil an NH Hoteles wechseln in zwei Etappen für 619 Millionen Euro von HNA zur thailändischen Hotelgruppe Minor International Plc, welche bislang weltweit über 156 Hotels mit rund 20'000 Hotelzimmer verfügt, unter den Marken Anantara, Avani, Oaks, St. Regis, Four Seasons, JW Marriott und Tivoli (dabei mit einer Mehrheit; Minor hat noch Minderheitsanteile an zahlreichen Hotels anderer Marken).

Minor hatte bereits im Mai 9,5 Prozent der Aktien der NH Hoteles erworben. Da sie spätestens im September mit dem HNA-Paket total über weit mehr als 30 Prozent der Aktien verfügt, ist sie nach spanischem Finanzrecht dazu ermächtigt, eine Kaufofferte für die restlichen Aktien abzugeben. Offenbar will Minor für die komplette Akquisition von NH Hoteles bis zu 2,5 Milliarden Euro aufbringen. Für Minor geht es vor allem darum, die eigene Position in Europa deutlich zu verstärken. Und wie: NH Hoteles betreibt in Europa, den USA und Afrika aktuell 382 Hotels, wodurch sich das Minor-Portfolio auf einen Schlag mehr als verdoppeln würde.

Massiver Rückzug von HNA

HNA investierte ab 2013 in die NH Hoteles und wurde rasch zum grössten Aktionär der in Madrid beheimateten Hotelkette. Es war der eigentliche Startschuss zu einem massiven Investment in Höhe von über 50 Milliarden Dollar in zahlreiche Übersee-Unternehmen, darunter diverse Hotelketten. Inzwischen hat sich wegen massiver Überschuldung das Blatt gewendet. Nebst NH Hoteles will HNA auch seine Anteile an Hilton loswerden und verkauft regelmässig unterschiedlichste Assets. Laut «Bloomberg» hat HNA allein in diesem Jahr schon Assets für über 14,5 Milliarden Dollar verkauft. Damit soll der auf 94 Milliarden Dollar angewachsene Schuldenberg abgetragen werden. Nicht berührt werden soll der HNA-Besitz von Hainan Airlines - also jener Airline, welche im August in Zürich ein Comeback feiern wird.

(JCR)