Hotellerie

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Viele Airbnb-Kunden müssen diese Woche und möglicherweise auch längerfristig auf ein Hotel ausweichen. Bild: Jonolist

Tausende Airbnb-Kunden in Japan gestrandet

Eine Gesetzesänderung wurde umgehend und ziemlich radikal umgesetzt. Der Homesharing-Dienst hat angekündigt, seine Kunden zu entschädigen.

Das Homesharing-Onlineportal Airbnb hat in den letzten Jahren den touristischen Unterkunftsmarkt gehörig aufgerüttelt. Immer wieder gab es dabei aber auch wieder regulatorische Auseinandersetzungen, und Airbnb hat sich entweder mit Verboten konfrontiert gesehen oder musste Kompromisse eingehen. In Japan ist nun ein Super-GAU erfolgt, wodurch diese Woche tausende Touristen ihre Übernachtung nicht plangemäss antreten und stattdessen auf Hotels ausweichen mussten. Dies, weil mehrere Tausend Airbnb-Angebote aufgrund einer neuen Gesetzgebung gestrichen werden mussten.

Japan ist eigentlich ein ziemlich neuer Markt für Airbnb, weil Homesharing dort erst seit einem Jahr überhaupt legal ist. Angesichts teils happiger Hotelpreise hat sich der Markt allerdings bestens für Airbnb entwickelt. Doch nun wurde der japanische «Hotels and Inns Act» von 1947 angepasst. Unter anderem bedeutet dies, dass alle Personen, welche ihr Eigenheim für ein Homesharing anbieten, also über Plattformen wie Airbnb, bis zum 15. Juni sich registrieren und eine Lizenz erhalten müssen. Das Problem: Am 1. Juni kündigte die japanische Regierung an, dass alle Unterkünfte, welche die Kriterien der neuen Regelung nicht jetzt schon erfüllen, nicht nur aus dem Angebot fallen, sondern auch dass alle darin bis mindestens 15. Juni getätigten Buchungen zu annullieren sind. Wer also in den ersten beiden Juni-Wochen ein Airbnb-Angebot gebucht hatte, fand sich möglicherweise plötzlich ohne Übernachtungs-Arrangement wieder. Und dabei handelt es sich nicht um Ausnahmen: Laut «Nikkei Asian Review» wurden durch die neue Regelung rund 80 Prozent aller Airbnb-Angebote in Japan eliminiert, und damit Tausende Personen mit Reservationen in diesen Unterkünften quasi auf die Strasse gestellt.

Airbnb zeigte sich überrascht und versprach, gemeinsam mit der Japanese Tourism Agency (JTA) nach Lösungen für betroffene Kunden zu suchen. Darüber hinaus sollten diese auch entschädigt werden; Airbnb hat dafür 10 Millionen Dollar zurückgestellt. Aktuell wird die Buchungspraxis im Lichte der neuen Regelung in Japan, auch über den 15. Juni hinaus, von Airbnb überprüft. Wer also in nächster Zeit nach Japan reist und dabei plant, auf ein Airbnb-Angebot zurückzugreifen, tut gut daran, sich vorgängig genau zu informieren, ob das Angebot der gängigen Gesetzgebung entspricht.

(JCR)