Hotellerie

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Neulich zu Besuch in Zürich – den Grossteil der letzten 31 Jahre verbrachte Hotelier Robert Frei aber in Thailand. Bild: TN

«Unser Adult-only-Konzept geht auf»

Von Gregor Waser

In den letzten sechs Jahren ist die Anzahl Hotelzimmer im thailändischen Badeort Khaolak von 5000 auf 7500 angewachsen. So erlebt Robert Frei, General Manager im Beyond Resort Khaolak, die rasante Entwicklung.

Jetzt beginnt die Hochsaison für Hotelier Robert Frei, General Manager im Beyond Resort Khaolak. Wer vor 15 bis 20 Jahren zuletzt in Khaolak war, dürfte den Ende 2004 vom Tsunami schwer verwüsteten Badeort kaum mehr wiedererkennen.

In den letzten Jahren ist die Anzahl Hotel regelrecht explodiert. Die Häuser erstrecken sich von der eigentlichen Ortschaft Khaolak 20 Kilometer weit die Küste hoch. Rund 12 Kilometer nördlich von Khaolak liegt das im Bungalow-Stil erbaute Beyond Resort.

Speziell an diesem Resort: das Hotel richtet sich ausschliesslich an Erwachsene ab 18 Jahren. «Wir haben uns für diesen Schritt entschieden, weil viele Leute heutzutage sehr viel arbeiten, gestresst sind und in den Ferien die absolute Ruhe wollen», sagt Frei. Anfänglich hätte er und seine Crew zwei Bedenken gehabt.

Dass man glaube, man sei ein Redlight-Hotel – was überhaupt nicht der Fall sei. Und zudem befürchtete man, dass der Altersdurchschnitt sehr hoh liege. Was sich auch nicht bewahrheitet habe mit einem Durchschnittsalter bei den Gästen von 42 Jahren. «Unser Adult-only-Konzept geht auf», sagt Frei.

Bei seinem kürzlichen Besuch in der Schweiz äussert sich Frei zur jüngsten Entwicklung: «Im September hatten wir einen Grossteil der Anlage geschlossen für Umbauarbeiten, insbesondere das Strandrestaurant mussten wir auf Vordermann bringen».

Das Jahr verlaufe gut, die Tiefsaison im europäischen Sommer konnte gut gemeistert werden – mit Aktionen, die insbesondere australische Gäste angezogen haben. «Wenn es mal regnet, ist das den Australiern egal. Hauptsache die Temperaturen sind warm und das Bier kalt».

Nach Renovationsarbeiten im September zeigt sich das Beyond Resort Khaolaok wieder von seiner schönsten Seite, insbesondere das renovierte Strandrestaurant.

Nun auf den Winter hin bestimmen die europäischen Märkte den Hauptteil der Gäste, aus Deutschland, Grossbritannien, Italien, Frankreich und der Schweiz. Eine exklusive Partnerschaft hat das Beyond Resort mit der REWE Gruppe aus Deutschland (Meier’s, DER Touristik). Der Buchungsstand sei gut, die Auslastung übers Jahr hinweg liege bei 84 Prozent.

Doch ganz so einfach, diese Auslastung hoch zu halten, ist es nicht. Wie ganz Thailand erlebt auch Khaolak einen Hotelbooem. In den letzten sechs Jahren ist die Bettenanzahl von 5000 auf 7500 angewachsen. Während Frei auf europäische und australische Gäste setzt, haben viele Hotels den chinesischen Markt entdeckt, auch viele Inder und Russen kommen nach Khaolak. Die Preise seien unter Druck geraten, stellt Frei heute fest. Während er im Beyond Resort für seine Villen weiterhin 200 bis 300 Franken pro Nacht verlangt, hätten viele Hotels ihre Zimmerpreise auf unter 100 Franken geschraubt, um etwa bei chinesischen Gruppen zu punkten. Damit würden die Rahmenbedingungen künftig nicht einfacher.

«Niemand ist gezwungen, über Booking zu verkaufen»

Zum Gejammer vieler Hoteliers, dass OTAs wie Booking oder Expedia einem wegen hoher Kommissionen zusätzlich unter Druck bringen, sagt Robert Frei: «Niemand ist gezwungen, über Booking zu verkaufen. Ich erlebe diese Kanäle anders: sie bringen eine sehr hohe Visibilität und plötzlich stehen Gäste im Haus, etwa aus Belgien oder Korea, die man sonst nie zu sehen bekommen hätte.» Mittlerweile hat Frei einen Channel Manager engagiert, wenngleich der Anteil der OTA-Buchungen nur bei vier Prozent liege – im Gegensatz zu vielen Hotels in Phuket, die heute OTA-Anteile von 40 bis 50 Prozent hätten.

Die Buchungssituation für das angelaufene Winterhalbjahr stimmt den Schweizer Hotelier optimistisch, wenngleich zuletzt aus dem deutschen Markt eine gewisse Zurückhaltung zu spüren gewesen sei.

Auch nach 31 Jahren gefällt ihm das Hotelier-Leben in Thailand weiterhin sehr gut. Die Lebensqualität sei höher als in der Schweiz, die Schweiz würde dafür in mancher Hinsicht einen besseren Standard aufweisen. Und nur in Thailand hält sich Robert Frei nicht auf. Drei Monate im Jahr ist er unterwegs. Diese Woche am World Travel Mart in London und in Paris an der Präsentation der DER-Touristik-Broschüre, im Januar in Australien, im März an der ITB.