Hotellerie

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Eine bereitliegende E-Gitarre auf dem Hotelzimmer dürfte so manchen Gast in Schwingungen bringen. Bild: Fotolia

Rock'n'Roll im Hotelzimmer

Eine neue Marketingkooperation will Hoteliers helfen, neue Gäste anzusprechen – solche, die ihre Jugendträume erfüllen möchten.

Er war Deutschland-Direktor für Graubünden Ferien, dann Marketingchef bei den Schweizer Jugendherbergen, heute betreibt Oliver Kerstholt seine eigene Kommunikations-Agentur «The St. Moritzer» – und wartet nun mit einer innovativen Idee auf: er hat die Marketing-Kooperation «Rock'n'Roll-Hotels» ausgerufen.

Rock'n'Roll-Hotels sollen Gästen die Möglichkeit bieten, Rock-Gitarre zu spielen. «Damit erfüllen sie nicht nur unerfüllte Jugendträume, sondern befriedigen auch den weit verbreiteten Wunsch, dem eigenen Leben etwas mehr Rock ’n’ Roll, also Verwegenheit, zu verleihen», sagt Kerstholt. So entstehe ein einzigartiges Angebot — und daraus ein solider Wettbewerbsvorteil.

«Gleichzeitig adressieren Hotels mit dem Angebot den wachsenden Trend zum Erlebnis, den immer mehr Gäste auch von Hotels erwarten.» Mit dem Angebot angesprochen werden in erster Linie Männer zwischen 45 und 64. Bei diesem Segment werde Selbstverwirklichung als Reisemotiv noch kaum vermarktet. Teilnehmende Hotels profitieren von umfassenden Kooperationsleistungen. Elektrische Gitarren, Verstärker und Kopfhörer werden ebenso zur Verfügung gestellt wie die inhaltlichen Grundlagen zum Erlernen des Gitarren-Spiels für Gäste. Die Vermarktung läuft über das Netzwerk von The St. Moritzer und die Präsenz auf einer eigenen deutsch- und englischsprachigen Online-Plattform.

«Wir haben ein unerfülltes Bedürfnis identifiziert»

Herr Kerstholt, wie kamen Sie auf die Idee, Hotels E-Gitarren zur Verfügung zu stellen?

Oliver Kerstholt: Wir haben den Markt beobachtet und ein unerfülltes Bedürfnis identifiziert. Es gibt kein touristisches Angebot, das intrinsisch motivierte Jugendträume befriedigt, obwohl das Bedürfnis nach persönlicher Weiterentwicklung auch und gerade bei Männern ab 40 vorhanden ist. Alleine in der Schweiz, Deutschland Benelux und Skandinavien umfasst unsere Zielgruppe gut 24 Millionen Personen. Das Potential für Schweizer Hotels ist enorm.

Sind bei rockenden Gäste Konflikte nicht vorprogrammiert?

Wir rechnen nicht mit der Teilnahme von Hotels, die mit dem Thema gar nichts anfangen können. Doch Häuser, die bereits Gäste haben, die dieser Welt gegenüber offen sind, sie verstehen oder sogar lieben, bieten wir ein echtes USP unter dem sich die Chance, ein Zimmer zu verkaufen, verdoppelt. Weil sich das Rock ’n’ Roll- Lebensgefühl nicht an einer Kategorie festmachen lässt, steht die Teilnahme an der Kooperation Hotels unabhängig von ihrer Kategorie offen.

Welche Rolle spielt die Erlebnis-Komponente?

Das Erlebnis spielt nicht nur für unserer Zielgruppe eine Rolle. Wir sehen über alle Altersgruppen hinweg ein zunehmendes Bedürfnis nach Erlebnissen; am besten solchen, die Instagram-tauglich sind. Für Hotels entsteht in der Kooperation die Möglichkeit, in diesem Bereich die Wertschöpfung auszudehnen.

(TN)