Hotellerie

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Basel, Lausanne, Berlin und Wien: Die neuen Projekte von Visionapartments

Von Linda von Euw

600 neue Apartments sind in der Pipeline und bereits hat CEO Anja Graf eine weitere Expansion geplant.

Anja Graf gründete Visionapartments vor 17 Jahren mit dem Hintergrund, für die Models ihrer eigenen Agentur günstige Unterkünfte zur Verfügung zu haben. Der Erfolg der Modelagentur blieb zwar aus, die Geschäftsidee mit den Apartments wurde dafür umso interessanter.

180 Angestellte beschäftigt Visionapartments heute. „Ganz alle kenne ich mittlerweile nicht mehr mit Namen“, gesteht Graf an der heutigen Medienorientierung in Zürichs Innenstadt. Sie freue sich aber, dass voraussichtlich auf September 2016 gut 50 Arbeitsplätze vom jetzigen Standort an der Birmensdorferstrasse in die neuen, grösseren Räumlichkeiten am Bahnhof Enge verlegt werden. Denn es zeichnet sich ab, dass demnächst weitere Arbeitsplätze benötigt werden: Visionapartments ist auf Expansionskurs im grossen Stil.

2018 wird der neue Standort in Basel, direkt beim Bahnhof SBB eröffnet. 113 möblierte Wohneinheiten erweitern das Portfolio in der Schweiz. Auch in Berlin, wo Visionapartments 2013 ein erstes Haus am Alexanderplatz eröffnet hat, entstehen bis Herbst 2017 55 weitere Apartments. Das Haus am Potsdamerplatz bietet eine eigene U-Bahn-Station, „was unsere Gäste erfahrungsgemäss sehr schätzen“, weiss Graf. Dass sich der Ausbau von Grafs Firma auf die Schweiz und den angelsächsischen Raum konzentriert, unterstreicht auch der völlig neue Standort in der Business-Metropole Frankfurt am Main. Bis im Sommer 2017 entstehen hier 130 Serviced Apartments im Gutleutquartier unweit des Bankenviertels.

«Wir nehmen den Städtern keinen Wohnraum weg»

Auch die Rue de Lausanne in Genf wartet ab 1. Juli 2016 mit 36 neuen Einheiten auf wie auch St. Sulpice in Lausanne: Hier entstehen in der Nähe des Genfersee 100 Apartments. Die Nähe zur ETH soll vor allem Professoren und gut situierte Studenten anlocken. „Wir verzeichnen in Lausanne eine Auslastung von fast 100 Prozent“, erläutert Graf.  Die beiden letzten Expansionsstädte heissen Vevey, wo direkt beim Bahnhof 100 Wohneinheiten entstehen werden und Wien: Hier konnte das ehemalige Hotel „Tabor“ erworben werden. „Das Quartier ist vergleichbar mit dem Zürcher Kreis 2 – wir haben ein aufstrebendes Viertel gefunden, wo wir an der Taborstrasse 25 bis spätestens Mitte 2017 rund 90 Apartments bauen“, erklärt Graf.

Aber auch der Heimatmarkt Schweiz sei noch lange nicht gesättigt: „Die Auslastung beträgt schweizweit 97 Prozent, in Zürich selbst gar 98,5 Prozent. „In Wallisellen waren wir an einem Projekt mit rund 400 Wohneinheiten dran – dies scheiterte schlussendlich aber an Auflagen der Behörden, die nur eine Vermietung für maximal zwei Wochen erlaubt hätten. Das passte nicht in unser Konzept“, sagt Graf und hält fest, dass Visionapartments mit solchen Projekten keinen Wohnraum wegnehmen, sondern viel eher Wohnraum schaffen würde: „Bei unseren Häuser handelt es sich meistens um ehemalige Geschäftsgebäude, die nicht mehr genutzt werden und insofern auch nicht einfach so zu Wohnungen umgebaut werden würden“, sagt Graf.

Visionapartments würde aufgrund der Grösse der Häuser bautechnisch als Hotel agieren. Dennoch sei ganz klar, dass auch künftig am Modell der langfristigen Vermietung – also ab mindestens vier Wochen – festgehalten werde. Bis 2018 soll das Portfolio von heute 1000 auf 2000 Serviced Apartments verdoppelt werden. Im Vordergrund stehe aber ein langfristiges und gesundes Wachstum.

Wachstum dank weltweitem Partner-Netzwerk

Die individuellen und beispielsweise von Südafrika oder Ibiza inspirierten Innendesigns der Apartments tragen stets die Handschrift von Graf. Auch künftige Netzwerkpartner müssen sich ein Faible für Design, individuelle Wohnkonzepte und Schweizer-Service-Dienstleistung auf die Fahne geschrieben haben, um mit Visionapartments zusammenzuarbeiten. Warum es überhaupt Partnerschaften braucht: „Grosse Kunden wie beispielsweise die Credit Suisse haben uns immer wieder gesagt, dass wir in der Lage sein müssen, unsere Dienstleistungen weltweit anzubieten, um als Partner interessant zu bleiben“, sagt Graf.

Bis heute kann Grafs Unternehmen auf 80 Partner etwa in Hamburg, Amsterdam und auch in Übersee zählen. Bis Ende dieses Jahres soll die Zahl der Partner auf 130 ansteigen und damit das Angebot dann insgesamt rund 15‘000 Apartments weltweit umfassen. „Wir kommen aber bis heute ohne externe Investoren aus“, betont Graf und an diesem Konzept will sie zumindest in Europa weiterhin festhalten. Wie der typische Visionapartments Kunde aussieht und ob ein Franchising-Modell in Zukunft in Frage kommt, erklärt Graf im Videointerview mit travelnews.ch:

Shared Offices und Lifestyle-Shops

Als weiterer Service für die Apartmentgäste werden in einem Pilotprojekt auf Juli 2016 die ersten „Shared Offices“ an der Militärstrasse in Zürich eröffnet. Diese Büros sind täglich, wöchentlich oder monatlich mietbar und kosten 350 Franken die Woche. Verläuft die Testphase erfolgreich, soll das Konzept auf das Haus am Wolframplatz in Zürich ausgeweitet werden. Auch die Online Furniture Shops erfahren diesen Sommer einen Relaunch. In Berlin, Zürich und Genf werden zudem Lifestyle-Shops eröffnet, wo die Kunden Seifen, Handtücher und andere Artikel für das tägliche Leben erwerben können.

Der Durchschnitts-Kunde bleibt übrigens drei Monate und dass man ab und zu ein Apartment auf Booking.com für einen kleineren Preis angeboten sieht, hat seinen Grund: „In seltenen Fällen stopfen wir so Löcher in der langfristigen Vermietung“. Dies soll aber die Ausnahme bleiben.

Weitere Infos: 
Visionapartments.com