Hotellerie

Wenn täglich 100'000 Dollar für Abgeschiedenheit und Luxus kein Problem sind, dann sind Sie hier richtig: Banwa Private Island auf den Philippinen. Bild: Banwa Private Island

De Luxe Das teuerste Resort der Welt liegt in... den Philippinen

Für eine Nacht im Banwa Private Resort nahe Palawan müssen Gäste 100'000 Dollar bezahlen. Ein Wert, der jedoch bald übertroffen werden dürfte.

Luxus bemisst sich ja nicht unbedingt am bezahlten Preis. Trotzdem ist es interessant zu sehen, wo die Luxus-Übernachtung besonders teuer ist. Welches Resort verlangt am meisten pro Nacht? Das wäre eine tolle Quizfrage. Erwarten würden wir Antworten wie Burj al Arab in Dubai oder Necker Island auf den British Virgin Islands in der Karibik. Doch dort kostet die Basis-Übernachtung immer noch «nur» einen Preis im fünfstelligen Bereich. Die Schallmauer von 100'000 Dollar pro Nacht durchbrochen hat nun ein Resort, welches sich in einem Land befindet, in welchem die Lebenshaltungskosten sonst - aus europäischer Sicht - ziemlich gering sind.

Jawohl, den aktuellen Titel hält Banwa Private Island, ein neues Resort auf den Philippinen. Es liegt auf einer Privatinsel südlich der berühmten philippinischen Tropeninsel Palawan, ist also nur per Privattransport erreichbar. Die nächstgelegene grössere Siedlung auf Palawan ist Roxas, welches wieder von Puerto Princesa rund zwei Autostunden entfernt ist. Wobei die meisten Touristen wohl einen Helikopter- oder Wasserflugzeug-Transfer direkt aus Manila vorziehen, welcher allerdings auch zwei Stunden dauert und im oben genannten Preis nicht inkludiert ist. Preise dafür beginnen laut dem Banwa bei 990 US-Dollar pro Strecke für ein Wasserflugzeug (bis zu neun Passagiere) und 11'580 US-Dollar für einen Hubschrauber (bis fünf Passagiere).

Was kriegt man denn auf Banwa für den täglich auszugebenden sechsstelligen Betrag - wissend, dass die Mindestaufenthaltsdauer drei bzw. je nach Saison auch fünf Nächte beträgt? Zunächst einmal Ruhe und Abgeschiedenheit. Auf dem lediglich 15 Hektar grossen Inselresort im schönsten Archipel von Palawan gibt es lediglich sechs Villen, natürlich alle direkt am Strand und trotz der Abgeschiedenheit mit jedem erdenklichen Luxus ausgestattet. Die Villen verfügen allesamt über einen privaten Infinity-Pool und einen Whirlpool; sie können einzeln gebucht werden, oder man kann auch gleich die ganze Insel für sich chartern. Die Insel kann bis zu 48 Personen beherbergen.

Das Resort verfügt über ein ganzes Team von Köchen, die mit Gemüse von der hauseigenen Bio-Farm und Fisch aus der umliegenden Sulu-See kochen. Das Resort stellt auch einen eigenen Honig her. Auf der gut sortierten Weinkarte finden sich Flaschen im Wert von bis zu 36'000 Dollar (wobei Premiumweine nicht im Resortpreis inbegriffen sind); wir finden es sympathischer, dass Banwa sogar eigenes Wasser, das «Banwater», aus einer Insel-eigenen unterirdischen Quelle bezieht.

Was gibt es noch? Den Gästen steht ein Insel-Concierge zur Verfügung und sie können unbegrenzt Spa-Behandlungen in Anspruch nehmen. Ebenfalls inbegriffen sind eine Vielzahl von Aktivitäten wie Schnorcheln, Kajakfahren, Jetski, Tauchen, Segeln, Yoga oder Tennis. Sogar Golf ist auf einem kleinen 9-Loch-Platz mitten auf der Insel möglich. Spezialisten informieren zudem vor Ort über die örtliche Tierwelt, darunter geschützte einheimische Tiere, und empfehlen Tagestouren nach Palawan, wo beispielsweise das Tabbataha-Riff betaucht werden kann, welches unter Tauchprofis als eines der schönsten und am besten erhaltenen Riffe der Welt bezeichnet wird.

Geht's noch teurer?

Keine Frage: Banwa Island ist absolut top und verbindet Luxus und Service mit einer unvergleichlichen Umgebung. Dass auf den Philippinen hin und wieder ein Taifun vorbeikommt, gehört vielleicht zum Nervenkitzel. Beim jüngsten Taifun wurde Banwa etwas beschädigt und musste mehrere Wochen schliessen, strahlt seit dem 15. Januar 2022 aber wieder in neuem altem Glanz.

Und ob es tatsächlich das Teuerste ist, was es derzeit in Sachen Beherbergung gibt? Wir meinen ja, obwohl es aktuell bereits ein anderes Angebot gibt, welches dem Vernehmen nach auch die 100'000-Dollar-pro-Nacht-Grenze knacht: Die neue, von Damien Hirst entworfene «Empathy Suite» im Palms Casino Resort in Las Vegas. Der Mindestaufenthalt beträgt dort aber nur zwei Nächte. Und selbst wenn dort Luxus und Design auf allerhöchstem Niveau sind, kann Las Vegas in Sachen Charme und Natur nicht mit Palawan mithalten; dafür ist es einfacher zu erreichen.

Ach, und dann gibt es ja noch auf Saint Lucia das U-Boot «Lover's Deep», welches eine luxuriöse Suite bietet und mit welchem man durch die ganze Karibik fahren kann, zum läppischen Preis von 150'000 Dollar pro Nacht. Das Erlebnis hat allerdings aus unserer Sicht nichts mit einem normalen Resort-/Hotelaufenthalt zu tun. Und mal ehrlich, diesen Preis zu bezahlen, um unter Wasser schäkern zu können, naja...

(JCR)