Hotellerie

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Hoteliers.com wurde mit dem Ziel gegründet, Hotels dabei zu helfen, mehr Direktbuchungen zu generieren. Bildmontage: TN/Screenshot hoteliers.com

Direkt beim Hotel buchen, leicht gemacht

Vor Kurzem ging hoteliers.com an den Start. Darüber können Konsumenten Hotelpreise und -verfügbarkeiten vergleichen und danach direkt beim Hotel buchen - was oftmals günstiger ist als über die grossen gängigen Hotelbuchungsportale.

Grosse Hotelbuchungsportale wie Booking.com sind selbstverständlich nicht kostenlos. In der Regel wird von den Hotels eine heftige Vermittlungsprovision eingefordert. Etwas, was aus Sicht der Hotels die Preise nach oben schraubt, also letztlich auch den Konsumenten direkt im Portemonnaie belastet. Der Kampf der Hotels gegen die grossen Hotelbuchungsportale ist nicht neu; bislang blieb vielen aber einfach kaum etwas anderes übrig, als das eigene Zimmer-Portfolio dort verfügbar zu machen, weil es immer noch das einfachste «Fenster zur Welt» darstellte. Parallel dazu aber bieten die Hoteliers immer öfter ihre Zimmer direkt günstiger an, zumal die von den grossen Portalen eingeforderten Paritätsklauseln in vielen Ländern juristisch nicht aufrecht erhalten werden konnten.

Inzwischen hat sich nun auch das Portal hoteliers.com auf seine Wurzeln besinnt. Hoteliers.com wurde 2005 mit dem Ziel gegründet, Hotels dabei zu helfen, mehr Direktbuchungen zu generieren. «Unsere Mission ist es, Hotels und Gäste zu verbinden», heisst es bei der Plattform. Diesen Monat wurde die Website www.hoteliers.com gestartet, eine neue Initiative, um Hotels auf faire Weise zu buchen. Konsumenten können sich Hotelpreise und -verfügbarkeiten anzeigen lassen und vergleichen und dann auf die hoteleigene Website weiterklicken, um dort direkt zu buchen.

Hotels haben ihrerseits die Möglichkeit, die eingesparte Provision mit dem Konsumenten zu teilen. Die Website ist eine Initiative der Hoteliers.com B.V. aus Amsterdam, die ihr 15-jähriges Bestehen mit dem Relaunch der Website feiert, mit der alles einst begonnen hat. «Die hoteleigene Website ist auf dem Vormarsch, die direkte Buchung entspricht heutzutage in vielen
Fällen den Buchungsseiten», schreibt das Unternehmen, «oft gibt es auch mehr Informationen zu den aktuellen Sicherheitsmassnahmen und besonderen Arrangements, die Hotels nur über ihre eigene Website anbieten.

«Gibt es einen besseren Ort, um ein Hotelzimmer zu buchen als auf der hoteleigenen Website?», fragt Hendrik Jan Jenner, Revenue Manager von Luxury Suites in Amsterdam, und fügt an: «Wir bieten das gleiche Zimmer zu einem niedrigeren Preis an. Aber da wir keine hohen Provisionskosten zahlen, haben wir eine bessere Marge und der Gast ist billiger dran. Eine klassische Win-Win-Situation. Hoffentlich ist dies das Ende der Provisionsära.»

Viele Konsumenten weichen auf Direktbuchung aus

So macht sich hoteliers.com also den Umstand zunutze, dass immer mehr Konsumenten merken, dass eine Direktbuchung beim Hotel möglicherweise aufwändiger ist, aber sehr oft eben auch günstiger sein kann. Auf das Problem, dass man in Corona-Zeiten vor einem geschlossenen Hotel stehen kann und dies in den grossen Plattformen teils gar nicht ersichtlich ist, haben wir auch schon hingewiesen. Deshalb schwindet die Sympathie der Konsumenten gegenüber den grossen Plattformen, zumal diese intelligente Algorithmen verwenden, um Konsumenten zum Kauf zu verleiten, während gleichzeitig die Hotellerie-Unternehmer ihre Margen schwinden sehen und den Kontakt zum Kunden verlieren. Dass dazu einige dieser Grossplattformen nun aufgrund der Coronakrise um staatliche Unterstützung bitten, löste ebenfalls Empörung aus.

Die grossen Plattformen leiden jedenfalls auch unter der Krise. Erst diese Woche musste Booking einen massiven Rückgang der Buchungszahlen vermelden.

(JCR)