Hotellerie

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Im Schloss Schauenstein in Fürstenau werden Gäste wie Königinnen und Könige behandelt. Bild: Schloss Schauenstein

Für einmal Schlafen wie ein König

Von Artur K. Vogel

Jahrhundertalte Geschichten liegen in den Schlössern der Schweiz verborgen. Bei einer Übernachtung in einem der Häuser werden diese hautnah erlebt. Von einfachen Jugendherbergen bis zum Boutiquehotel finden Reisende hierzulande die ganze Palette.

Château de Bonmont, Cheserex (VD)

In der Nähe von Nyon liegt die ehemalige Zisterzienserabtei, an welche die Kirche aus dem 12. Jahrhundert erinnert. An Stelle des Klosterspitals wurde 1738 ein Schloss erstellt, das lange als Sitz der Berner Landvögte diente. 1979 zum Schlosshotel mit 18 Zimmern und Suiten umgebaut, steht es mitten in einem Golfplatz mit spektakulärer Aussicht auf Genfersee und Mont-Blanc. Den Gästen stehen zwei Restaurants, eine Bar im Golf-Klubhaus, ein Hallenbad, Tennisplätze, Sauna und Reitanlage zur Verfügung.

Das Château de Bonmont verfügt sogar über einen eigenen Golfplatz. Bild: myswitzerland.com

Schloss Ueberstorf (FR)

«Tafeln, tagen, träumen» heisst die Devise von Schloss Ueberstorf auf halbem Weg zwischen Bern und Freiburg. Das prächtige, mehr als 500 Jahre alte Schloss und sein moderner Wintergarten-Anbau mitten in einem üppigen Park können für Tagungen, Seminare und Workshops genutzt werden, sind für Hochzeiten sehr geschätzt, nehmen aber auch individuelle Gäste auf.

Der Schlossgarten im Schloss Ueberstorf lädt zum Verweilen ein. Bild: ZVG

Schloss Riggisberg (BE)

Das Schloss im Gantrischgebiet zwischen Bern und Thun entstand um 1700 und teilweise 1939 auf dem Gelände älterer Anlagen. Riggisberg ist ein besonderer Ort: Erstens bietet es Lebensraum für Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen. Zweitens ist im Schloss auch ein lauschiges Bed and Breakfast untergebracht, wo Gäste zwischen einem einfachen Pilgerzimmer, einem Doppelzimmer, einen Familienzimmer und einem romantischen Himmelbettzimmer wählen können.

Im Schloss Riggisberg in Bern fühlen sich Gäste wie Prinzen und Prinzessinnen. Bild: ZVG

Schloss Hünigen, Konolfingen (BE)

Das Schloss am Eingang zum Emmental stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Nach aufwendigen Renovationsarbeiten wurde es 2013 als Viersterne-Seminar- und Boutique-Hotel eröffnet. Zehn prachtvolle Säle stehen für Bankette, Seminare und Events zur Verfügung. Jedoch sind auch private Hotelgäste willkommen. Nebenbei offeriert Schloss Hünigen ein reges Kulturprogramm.

Im Schloss Hüningen werden sogar Jodel-Workshops angeboten. Bild: Giglio Pasqua, swiss-image.ch / Switzerland Tourism

Schloss Münchenwiler (BE)

Einst residierten im Schloss Münchenwiler bei Murten Berner Patrizier. 1943 kaufte der Staat Bern die einst prächtige, aber heruntergekommene Residenz aus dem 11. Jahrhundert und nutzte sie für militärische Kurse und als Truppenunterkunft. 1986 bis 1990 wurden Schloss und Kirche renoviert und zusammen mit einem neuen Gästehaus mit 35 Zimmern als Bildungszentrum genutzt. Mit einem weiteren Umbau 2002 sind Schloss und Gästehaus zum Parkhotel mit Restaurant, Seminarräumen und einem Bankettsaal mutiert.

Im Schloss Münchenwiler fühlen sich Gäste in der Zeit zurückversetzt. Bild: ZVG

Schloss Burgdorf (BE)

Das mächtige Stadtschloss von Burgdorf, erbaut um 1200, hat eine bewegte Geschichte. Nachdem Zähringer, Kyburger und danach Berner Landvögte hier residiert hatten, diente es am Schluss, noch bis 2012, als Gerichtsgebäude und Gefängnis. Erst Ende Mai, nach einer umfassenden Sanierung, ist das Schloss mit ganz neuen Funktionen wieder eröffnet worden: als Museum, Standesamt und als vermutlich edelste Jugendherberge des Landes samt Restaurant mit regionalen Spezialitäten. Einige der «Jugi»-Zimmer waren vor dem Umbau Gefängniszellen; zahlreiche Kritzeleien an den Wänden zeugen davon.

Das Schloss Burgdorf zählt heute zu den coolsten Jugendherbergen der Schweiz. Bild: Stadtmarketing Burgdorf

Burg Ehrenfels, Sils im Domleschg (GR)

Auch andere Schlösser dienen heute als Jugendherbergen, etwa das Schlössli Altenburg in Brugg AG, die Burg Mariastein im solothurnischen Leimental oder die Burg Ehrenfels in Sils im Domleschg. Deren historische Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert können als Gruppenunterkunft von zehn oder mehr Personen gemietet werden, zum Beispiel für Klassenlager, aber auch für Geburtstags- oder Hochzeitsfeiern.

Die Burg Ehrenfels ist heute eine Jugendherberge. Bild: Viamala Tourismus

Schloss Schauenstein, Fürstenau (GR)

Ebenfalls im Domleschg, aber am anderen Ende der Preisskala befindet sich Schloss Schauenstein in Fürstenau. Das Schloss, in seiner heutigen Form rund 350 Jahre alt, sein Restaurant, neun individuell eingerichtete Hotelzimmer und zehn weitere in der «Casa Caminada» werden von Sarah und Andreas Caminada geführt. Caminada ist einer der höchstdotierten Schweizer Köche: Vom Guide Michelin wird er mit drei Sternen bewertet, von Gault&Millau mit 19 von 20 Punkten. Restaurant und Hotel sind oft ausgebucht; Reservationen werden bis zu acht Monate im Voraus entgegengenommen.

In einem solchen Gemach nächtigen Gäste im Schloss Schauenstein. Bild: Schloss Schauenstein

Schloss Freudenfels, Eschenz (TG)

Das Barockschloss Freudenfels mit seinen Nebengebäuden und Panoramasicht vom Bodensee bis nach Stein am Rhein dient normalerweise als Campus der Liechtenstein Academy Foundation. Neben Weiterbildungskursen und Firmenanlässen ist das Schloss mit seinen sorgfältig renovierten Räumen und grosszügigen Aussenbereichen auch für Hochzeiten und andere Familienfeste beliebt. Dieses Jahr im Juli und August zum ersten Mal für private Feriengäste geöffnet, bietet die «Sommerfrische auf Schloss Freudenfels» ein reiches Programm an Aktivitäten, aber auch den Rahmen für gepflegtes Dolcefarniente.

Im thurgauischen Eschenz steht das Schloss Freudenfels - inklusive Seesicht. Bild: ZVG

Schloss Wartegg, Rorschacherberg (SG)

Das Schloss wurde Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut. Nach dem ersten Weltkrieg hatte es zeitweise berühmte Bewohner: Der österreichische Kaiser Karl und seine Gattin Zita, nach der Absetzung in die Schweiz geflohen, kamen vorübergehend hier unter. Heute wird die Wartegg als Bio-Schlosshotel geführt und gehört zu den Swiss Historic Hotels. Mitten in der Natur und nahe des Bodensees finden Gäste Erholung im riesigen Schlosspark und in schlichten, schönen Schlosszimmern. Sie werden zudem mit lokalen Köstlichkeiten verwöhnt. Die Wartegg ist auch für Seminare, Hochzeiten und andere Festivitäten buchbar.

Auf dem Rorschacherberg begrüsst das Schloss Wartegg Gäste im wunderschönen Garten. Bild: Azra Djurdjevic, swiss-image.ch / Switzerland Tourism

Castello Ascona (TI)

Die adelige Mailänder Familie Griglioni baute das Castello am See im 13. Jahrhundert und hielt es während vierhundert Jahren. Später wurde das Schlossareal zerstückelt, und heute besteht das elegante Viersterne-Romantikhotel Castello-Seeschloss aus einem Stilgemisch von uralten Überbleibseln mit Gebäuden aus dem 19. und 20. Jhdt. Der einstige direkte Seeanstoss wird durch die belebte Seepromenade unterbrochen. Im Schloss wurde die erste private Kunstschule der Schweiz gegründet, und in einem Marionettentheater hatte der berühmte Clown Dimitri seine ersten Auftritte.

Im Tessin steht das Märchenschloss Castillo Ascona. Bild: myswitzerland.com