Hotellerie

Türkei_Kurtaxe.jpg
Die Blaue Lagune «Ölüdeniz» ist wegen seiner schönen Strände und dem blauen Meer ein beliebtes Reiseziel in der Türkei. Bild: Dilek Durgun

Türkei beschliesst Bettensteuer

Bereits nächstes Jahr sollen Hoteliers pro Gast und Nacht eine Bettensteuer entrichten. Der Betrag wird je nach Sternekategorie ermittelt. Wie das ganze umgesetzt wird, wurde jedoch noch nicht festgelegt.

Das türkische Parlament hat beschlossen, im Jahr 2020 eine Kurtaxe für Hotelgäste einzuführen. Je nachdem über welche Sternekategorie die Häuser verfügen, ist der zu entrichtende Betrag höher oder tiefer. So beträgt die Bettensteuer im luxuriösen Fünf-Sterne-Hotel oder gleichwertigen Feriendorf sowie Boutiquehotel laut türkischen Medienberichten pro Nacht und Gast 3,10 Franken (18 türkische Lira), Vier-Sterne-Hotels bezahlen 2,05 Franken (zwölf türkische Lira) und in Drei-Sterne-Unterkünften werden 1,55 Franken (neun türkische Lira) eingezogen. Rund einen Franken (sechs türkische Lira) werden in Ein- und Zwei-Sterne-Hotels, auf Campingplätzen oder Motels sowie Pensionen fällig. Für Kinder, die jünger als zwölf Jahre alt sind, gelten die neuen Gebühren nicht.

Mit der Einführung dieser Bettensteuer rechnet man mit erheblichen Einnahmen, denn alleine im Jahr 2018 gab es rund 144 Millionen Hotelübernachtungen in vom Tourismusministerium zertifizierten Unterkünften. 80 Millionen davon generierten die Fünf-Sterne-Hotels und weitere 36 Millionen die Häuser mit Vier-Sterne-Standard. So ergeben sich pro Jahr Zusatzeinnahmen von umgerechnet rund 430 Millionen Franken.

Die Gebühren könnten negative Auswirkungen auf die Türkei-Nachfrage haben, denn laut dem türkischen Fachportal „Turizm Güncel“ bezahlt eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern die älter als 12 Jahre sind, für eine Woche umgerechnet 86 Franken an Bettensteuer. Wann die Gebühr erhoben wird und wer sie einzieht, ist zurzeit noch unklar. Nach dem Parlamentsbeschluss soll die Übernachtungssteuer wie in anderen Ländern vom Gast selbst direkt im Hotel bezahlt werden. Jährlich kann es zu einer Verteuerung der Gebühr kommen, das gilt auch schon für das Jahr 2020.

Bereits jetzt bezahlen die Hoteliers in der Türkei Beträge in einen Marketingfonds ein, der vom Tourismusministerium beschlossen wurde. Das Land erfreut sich in diesem Jahr an einem starken Besucheranstieg. Laut des Ministeriums für Tourismus wurden alleine in den ersten neun Monaten 36,4 Millionen Reisende aus dem Ausland registriert, was einem Zuwachs von 14,5 Prozent verglichen mit derselben Periode im Vorjahr entspricht.

(TN)