Hotellerie

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Die Hotel-Chefinnen Petra Franca Bonetti (l.) und Maja Gardiol-Bonetti mit dem gelben Tesla, den Hotelgäste für stille Rundfahrten in der Region St. Moritz nutzen können. Bild: SMS

6 Millionen Franken für den halben weiteren Stern investiert

Das Hotel Sonne in St. Moritz wurde über drei Monate renoviert und kürzlich wieder eröffnet. Travelnews hat sich vor Ort umgesehen.

Das Hotel Restaurant Pizzeria Sonne in St. Moritz wird seit 88 Jahren und damit bereits in dritter Generation von der Inhaber-Familie Bonetti betrieben und persönlich geführt. Diese wollte jüngst den Dreistern-Traditionsbetrieb wieder auf modernstes Niveau bringen und hat dafür nicht gekleckert: Stattliche sechs Millionen Franken wurden dafür in die Hand genommen, wie die Geschwister Petra Franca Bonetti und Maja Gardiol-Bonetti beim Besuch von Travelnews erklärten.

Der Umbau dauerte insgesamt nur 93 Tage: Am 1. April gingen die Bauarbeiten los, am 3. Juli wurde Wiedereröffnung gefeiert. Dabei gab es einige Neuerungen. Beim Hotelgebäude wurden zwei Stockwerke mit 14 Zimmern abgetragen und durch vier Stockwerke mit 20 Zimmern ersetzt. Die Zimmer wurden also grosszügiger, von 17 m2 auf neu 20 m2 sowie Loggias von 10 m2, und sind jetzt alle mit Boxspring-Betten mitsamt Topper und professionellen Kaffee-/Teemaschinen aus Italien ausgestattet. Für Letztere werden keine Alu-Kapseln verwendet - den Bonetti-Schwestern ist Nachhaltigkeit wichtig. Auch alte Balken wurden abgeschliffen und wiederverwertet.

Grosszügige Zimmer mitsamt Loggia und Blick auf einen Sportplatz sowie die Bündner Alpen. Bild: SMS

Nachhaltigkeit gibt es auch bei der Beheizung, wo neu auf C-Wärme statt auf Heizöl gesetzt wird. Auch das Restaurant wurde komplett überholt. Die Küche erhielt eine neue,. energie-effizientere Ventilierung und im Angebot steht jetzt gesünderes und möglichst nachhaltig produziertes Essen. «Damit wollen wir vermehrt auch eine jüngere Kundschaft ansprechen», so die Bonetti-Schwestern.

Auch draussen vor dem Hotel zeigen sich die Nachhaltigkeits-Bemühungen. Der Parkplatz - neu mit einer Barriere versehen und eingezäunt - ist gratis für alle Gäste während dem Aufenthalt und bietet unter anderem drei Ladestationen für E-Cars (davon eine mit Super-Charge-Funktion) sowie drei Ladestationen für E-Bikes. Zur Miete gibt es sechs E-Bikes sowie einen auffälligen gelben Tesla mit dem Logo des Hotels. Jeder Gast mit einem Fahrausweis kann den brandneuen Sonne-Tesla für 200 Franken für 24 Stunden mieten; mit einer Reichweite von bis zu 400 Kilometern reicht das für grössere Touren im Engadin. Übrigens: Wer im hoteleigenen Restaurant speist oder trinkt, kann sein privates E-Auto gratis aufladen. Dies gilt natürlich für alle zahlenden Gäste (ob nur zum Kaffee oder auch übernachtende Gäste).

Frischer, moderner Look für das hoteleigene Restaurant. Bild: SMS

Die Bonettis verweisen darauf, dass das Hotel nun komplett rollstuhlgängig ist und über barrierefreie Zimmer verfügt. Natürlich gibt es im Hotel auch Seminarräume, mit Platz für bis zu 60 Personen, und vor dem Haus hat es 100 Sonnenplätze - genau da, wo die Sonne in St. Moritz am längsten scheint.

Und was hat Familie Bonetti für die 6 Millionen Franken - 90 Prozent der Aufträge wurden übrigens innerhalb der Schweiz vergeben - nun erhalten? Zunächst einmal einen halben Stern mehr, womit das Haus jetzt «3 Sterne Supérieur» ist. Dies wurde bewusst so gemacht, die Bonettis wollten keine 4 Sterne. In ihrem Haus ist man im Herzen des Ortsteils St. Moritz-Bad, etwas weniger mondän als St. Moritz Dorf, dafür bezahlbar und authentisch. Und auch von der Sonne aus hat man freie Sicht auf die Berge und das Skigebiet Corviglia.

Übrigens: Im Frühling 2020 folgt die zweite Ausbau-Etappe. Weitere Bauvorhaben stehen beim ganzjährig geöffneten Hotel im Raum. Laut den Bonettis wird dann noch weiter vergrössert. Man darf gespannt sein.

So präsentiert sich das modernisierte Hauptgebäude des Hotel Restaurant Pizzeria Sonne seit wenigen Wochen den Gästen. Bild: SMS

(JCR/SMS)