Hotellerie

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Ab dem zweiten Halbjahr 2019 will das Start-up Fairbnb die Home-Sharing-Szene nachhaltig aufmischen. Bild: Airbnb,

Fairbnb will die faire Alternative zu Airbnb sein

Die Homesharing-Plattform setzt sich für einen nachhaltigen Tourismus ein und ist nicht gewinnorientiert. Die Einnahmen werden zu 50 Prozent in soziale Projekte investiert, bei denen Gemeinden wie auch Gäste ein Mitspracherecht haben.

Airbnb ist zwar beliebt, muss aber auch immer wieder Kritik einstecken: Das Unternehmen mache Wohnraum teurer, vertreibe dadurch weniger gut verdienende Einheimische aus den Zentren und sorge dafür, dass Eigentümer lieber an Kurzzeitgäste vermieten würden, was eine steigende Wohnungsknappheit für Einheimische zur Folge habe. Hier kommt das Start-up Fairbnb ins Spiel, welches sich selber als Alternative zu Airbnb bezeichnet: Nur fairer. Fairbnb will auf Gemeinschaft statt Gewinn setzten.

Fairbnb will mit Städten und Gemeinden vollumfänglich zusammenarbeiten, ein Teil der Einnahmen soll zurück an die Gemeinde fliessen und zudem der Bevölkerung vor Ort zugutekommen. Pro Vermieter darf nur eine Wohnung angeboten werden und diese auch nur für einen begrenzten Zeitraum im Jahr. Jeder Host wird von der Plattform überprüft und korrekt registriert, so dass jedes Wohnungsangebot legal ist. Die Daten sollen transparent an die Städte weitergeben werden, damit diese sehen, wann und wo Touristen zu Besuch sind. So will Fairbnb dann auch Mietwohnungen in Gebieten, in denen bereits viele Touristen unterwegs sind, ablehnen.

Fairbnb verpflichtet sich, alle lokalen Gesetze zu Ferienwohnungen zu befolgen. An Orten ohne Regulierung will das Start-up von sich aus einige Regeln vorschlagen und auch die Anwohner sollen Richtlinien vorschlagen können. So hat Fairbnb bereits in Venedig strengere Richtlinien für zukünftige Anmietungen aufgelegt, als es die Gemeinde verlangt.

Fairbnb will nicht teurer sein als Airbnb

Das Fairbnb-Modell soll wie folgt aussehen: Geplant ist eine Provision für Buchungen von 15 Prozent zu erheben, die eine Hälfte dieses Geldes soll in die Bezahlung der Mitarbeiter sowie in die Plattform selber investiert werden. Die andere Hälfte wird in die Gemeinde zurückfliessen, in der die entsprechende Einheit vermietet wird und dort sollen die Umsätze auch versteuert werden.

Konkret soll das Geld in Projekte der jeweiligen Gemeinde investiert werden. Fairbnb-Gäste haben ebenfalls ein Mitspracherecht: Sie wählen das Projekt der Gemeinde aus, welches ihnen am meisten zusagt. Alle Projekte sollen von Fairbnb durchgeführt und geprüft werden. Die Gäste sollen die Möglichkeit erhalten, das von ihnen gewählte Projekt während ihres Aufenthaltes zu besuchen.

Fairbnb gibt es mittlerweile seit drei Jahren - die Betaversion der Homepage ist aber erst seit April 2019 aufgeschaltet. Gestartet wurde zu Jahresbeginn in den fünf europäischen Städten Amsterdam, Barcelona, Bologna, Valencia und Venedig. Zwischen Mai und September 2019 will Fairbnb eine mobile App entwickeln und auch ausserhalb Europas Fuss fassen.

(LVE)