Hotellerie

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Die Bereitschaft, Ratschläge anzunehmen und etwas zu verändern, kann Türen öffnen. Bild: Qimono

Durch diese fünf Türen muss die Hotellerie gehen

Im Vorfeld der ITB traf sich die Hotellerie am International Hotel Investment Forum (IHIF) in Berlin. Diese fünf Herausforderungen gilt es für die Hoteliers anzupacken.

Am International Hotel Investment Forum (IHIF) in Berlin, das seit Montag und noch bis heute Mittwoch dauer, werden die Herausforderungen der weltweiten Hotellerie beleuchtet. Stuart Sinclair, Senior Manager bei Equiom Hospitality, arbeitet eng mit Hotels zusammen und berät sie bei Finanzgeschäften. Die Probleme der Hoteliers sind ihm bekannt. Am IHIF zeigte Sinclair auf, für welche fünf Herausforderungen sich die Hotellerie aktuell wappnen muss und gab den Hoteliers sogleich Tipps mit auf den Weg.

1. Technologie

Das Hotel- und Gastgewerbe sollte die Technologie als Chance und nicht als Gefahr ansehen. Haben sich die Hoteliers erst einmal mit der Technologie angefreundet, bringt die Digitalisierung diverse Vorteile mit sich: Kostensenkungen, Umsatzsteigerungen und die Möglichkeit der individuellen Gästebetreuung. Ausserdem dürfen die Hoteliers nicht ausser Acht lassen, dass Millennials und die Generation Z die Reisenden von heute sind. Diese sehr technologieaffinen Generationen schätzen den Einsatz digitaler Systeme in der Hotelwelt durchaus: Apps für die Gäste, Check-in über mobile Geräte, virtuelle Concierges, schnelleres und zuverlässigeres Breitband und personalisiertes Messaging.

2. Gästebedürfnisse

Die Ansprüche der Gäste sind gestiegen: Besucher wollen heutzutage nicht einfach nur einen Aufenthalt im Hotel, sondern sie wollen ein echtes Erlebnis geboten bekommen. Durch eine tolle Erfahrung im Hotel werden positive Erinnerungen geschaffen, was wiederum die Kundenbindung stärkt. Eine individuelle Betreuung und das Eingehen auf persönliche Wünsche werden von den Gästen besonder geschätzt. Daher lohnt es sich allemal, die Mitarbeiter gut auszubilden und eine serviceorientierte Kultur zu schaffen. Zudem rückt die Lokalität zunehmend in den Fokus. Der Hoteliers sollte also versuchen, eine Bindung zwischen dem Gast und der lokalen Kultur zu schaffen. Erreichen kann er dies beispielsweise durch Partnerschaften mit lokalen Lieferanten oder durch das Aufgleisen einer App, welche die Gäste über anstehende Veranstaltungen oder spezielle Ereignisse in der Region informiert.

3. Mitarbeiter

Eine Umfrage bei rund 200 Hoteliers hat ergeben, dass die wohl grösste Herausforderung beim Personalwesen liegt: Die Rekrutierung neuer Mitarbeiter sowie die Bindung bestehender Angestellten. Vor allem Beherbergungsbetriebe in Grossbritannien sehen grosse Schwierigkeiten auf sich zu kommen. Der Brexit senkt die Attraktivität Grossbritanniens als Arbeitsmarkt erheblich, was das Anwerben von internationalen Fachkräften nicht gerade vereinfacht.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, wird den Hotels empfohlen, den Mitarbeitern klare Karrieremöglichkeiten aufzuzeigen, Aus- und Weiterbildungsprogramme anzubieten, ein Empfehlungsprogramm aufzugleisen sowie ein angenehmes Arbeitsumfeld zu schaffen.

4. Konkurrenz

Plattformen wie Airbnb stellen weiterhin eine grosse und ständig wachsende Bedrohung für die Hotellerie dar. Die Unterkünfte auf solchen Plattformen werden grösstenteils zu einem enorm günstigen Preis angeboten, mit dem die Hotels nicht mithalten können. Gerade Geschäftsreisende bevorzugen beispielsweise Apartments mit Zugang zu einer Küche und zu einem Wohnraum, in dem sie in Ruhe arbeiten können.

Um im Wettbewerb bestehen zu können, müssen sich Hotels auf das konzentrieren, was ihre Immobilie einzigartig und besonders macht, indem sie Spitzenleistungen in den Bereichen erbringen, die die Konkurrenz nicht bieten kann.

5. Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist ohne Frage ein Thema, dem sich die Hotels unbedingt annehmen müssen. Hoteliers müssen sich Gedanken darüber machen, mit welchen Chemikalien und wie häufig die Bett- und Frottierwäsche gewaschen wird, wie die Abfallentsorgung im Hotel aussieht und sogar welche Materialien für den Bau und die Innenausstattung des Hotels verwendet werden.

(TN)