Hotellerie

Von links: Kurt Ritter, Daniel Twerenbold, Werner Knechtli und Wolfgang M. Neumann. Bild: HO

Grosses Abschieds-Theater für Werner Knechtli

Daniel Tschudy

Im Radisson Blu am Flughafen Zürich orchestrierte Rainer Maria Salzgeber in vier Akten die Verabschiedung des langjährigen Hoteldirektors Werner Knechtli — applaudiert von über 250 Mitarbeitenden, ehemaligen Branchenkollegen und viel Prominenz.

Eindrücklich sind die Karrieren-Schritte des gebürtigen Aargauers Werner Knechtli, der nun auf Ende Jahr in den Ruhestand tritt. Seine ersten Erfahrungen sammelte er schon als jugendliche Hilfskraft im Stammlokal seines Vaters. Später absolvierte er die Luzerner Hotelfachschule und besuchte die Cornell Universität in den Vereinigten Staaten. Der Moderator Salzgeber erzählte gestern Abend die Geschichte Knechtlis in 4 Akten und anhand von Erinnerungen, alten Fotos und lustigen Anekdoten. Und je länger der Abend dauerte, je schwerer fiel es Werner Knechtli, seine Emotionen zurückzuhalten. Verständlich wenn man sieht, wie viele Menschen er auf seinen Stationen rund um den Globus getroffen, geführt oder betreut hat. Zu seinen Gästen gehörten Persönlichen, Politiker und Stars und so erzählte er stolz von Michael Jackson, Shirley MacLaine, Mikhail Gorbachev oder Thomas Gottschalk.

Richtig ernst wurde es für Knechtli 1977, als er zum General Manager im Kenia Beach Hotel Mombasa ernannt wurde und dann vier Jahre später als GM im Hotel Al Jubail in Saudi-Arabien. Seit 1984 arbeitet er bei Radisson SAS, der heutigen Rezidor Hotelgruppe. Zuerst als GM im SAS Kuwait Hotel; danach im Radisson Blu Royal in Kopenhagen. Eine Person steht im Mittelpunkt seiner Reisen, Kurt Ritter, der langjährige ehemalige Präsident & CEO der Rezidor Hotel Group. Ritter war für Knechtli gleichzeitig Vorgesetzter und Vorbild und gehört heute zu Knechtlis engstem Freundeskreis. Ritter erzählte dann auch aus seinen Erinnerungen und schwelgte von den Qualitäten Knechtlis als Macher und perfekter Gastgeber. Die Beiden arbeiteten ja schliesslich auch lange Jahrzehnte zusammen. So auch in Brüssel, wo Werner Knechtli das Radisson Blu Royal eröffnete und dort auch in der Gastronomie grosse Erfolge feierte (das hoteleigene Sea Grill wurde mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet). Oder dann in London, wo Knechtli 1993/94 für den Umbau des Radisson Blu Portman Hotel verantwortlich zeichnete. Weiter ging seine Reise zum Blu Palais Hotel in Wien, auch hier mit hohen GaultMillau-Punkten im eigenen Fischrestaurant Le Siècle, nach Prag ins Hotel Alcron und von 2003 bis 2006 ins Radisson Blu Hotel Berlin. Letztlich, nach einem Zwischenauftrag in Bordeaux, zog Knechtli 2008 nach Zürich und eröffnete das Radisson Blu am Flughafen, welches er nur noch bis Ende Jahr führt.

Zwischen den ‚Theater-Akten‘ servierte die Küchenbrigade lauter Köstlichkeiten aus den Destinationen des Hotelmachers; beispielsweise Shamburaks (arabische Teigtaschen), Wiener Schnitzel und zum letzten Gang Zürcher Geschnetzeltes. Den Gästen gefiel es und die Prominenz feierte mit. Anwesend waren beispielsweise Martin von Moos, der Präsident des Zürcher Hotelier-Vereins, Stephan Widrig, CEO Flughafen-Zürich, René Huber, Stadtpräsident Kloten oder Marco Solari, der langjährige touristische Botschafter des Tessins. Mit Solari und auch Vertretern der damaligen Swissair verbindet Knechtli viele Erinnerungen an gemeinsame und damals noch wilde Verkaufsaktionen.

Rainer Maria Salzgeber verpackte all diese Menschen und Geschichten in einen schönen Farewell-Abend für Werner Knechtli. Die letzten Worte gehörten aber dem heutigen Präsidenten und CEO der Rezidor Gruppe, Wolfgang M. Neumann, der die Verabschiedung übernahm und gleichzeitig den Nachfolger am Zürcher Flughafen vorstellte. Es ist Daniel Twerenbold, ebenfalls schon mehr als ein Jahrzehnt bei Rezidor (unter anderem in England und Russland), der von seinem letzten Posten als General Manager des Radisson Blu Malmö in die Limmatstadt zieht.