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Thailand prüft Pflichtversicherung für Touristen
Thailand zieht eine neue Regelung für internationale Besucherinnen und Besucher in Betracht: Künftig könnte eine obligatorische Reiseversicherung zur Einreisebedingung werden. Hintergrund sind steigende Kosten im Gesundheitssystem, die durch unbezahlte Behandlungen von ausländischen Patienten entstehen.
Allein das Vachira Phuket Hospital verzeichnet jährlich rund 10 Millionen Baht (umgerechnet knapp 250'000 Franken) an unbezahlten Behandlungskosten. Landesweit beläuft sich die Summe laut Gesundheitsministerium auf mindestens 100 Millionen Baht pro Jahr, wie die «Bangkok Post» berichtet. Besonders häufig betroffen sind Touristinnen und Touristen, die ohne Versicherung reisen und nach Unfällen medizinische Hilfe benötigen.
Ein zentrales Risiko stellt dabei der Strassenverkehr dar. Viele Reisende mieten Motorräder, obwohl sie keine Erfahrung damit haben – oft in Kombination mit Alkohol oder anderen Substanzen. Die Folge sind schwere Unfälle und hohe Behandlungskosten, die in vielen Fällen nicht beglichen werden.
Neue Regeln für mehr Sicherheit
Um diese Entwicklung einzudämmen, prüft die Regierung nun die Einführung einer verpflichtenden Reiseversicherung für internationale Gäste. Denkbar ist, die Versicherung direkt an den Einreiseprozess oder den Ticketkauf zu koppeln – ähnlich wie beispielsweise im Schengen-Raum oder den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Ein konkretes Beispiel für neue Sicherheitsmassnahmen zeigt sich bereits auf der Insel Koh Chang: Dort wurde das Tragen von Helmen für Motorradfahrer verstärkt kontrolliert, um die Unfallzahlen zu senken.
Solche lokalen Initiativen könnten künftig durch nationale Regelungen ergänzt werden. Ziel der geplanten Massnahmen ist es, sowohl das Gesundheitssystem zu entlasten als auch die Sicherheit der Reisenden zu erhöhen.