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Die deutsche Hauptstadt Berlin kämpft derzeit mit rückläufigen Übernachtungszahlen. Bild: Adobe Stock

Berlin fehlen die Touristen

Berlin hat die Marke von 30 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr deutlich verpasst. Fehlende Langstreckenflüge, weniger Kurztrips und ausbleibende Grossevents setzen dem Tourismus zu.

Berlin bleibt eines der bekanntesten Städtereiseziele in Europa. Touristisch läuft es für die deutsche Hauptstadt derzeit aber weniger rund als erhofft. Die aktuellen Zahlen zeigen: Auch 2025 blieb Berlin deutlich unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit, wie das Branchenportal «FVW» (Abo) schreibt.

Laut Visit Berlin wurden im vergangenen Jahr 29,4 Millionen Übernachtungen registriert. Im Rekordjahr 2019 waren es noch rund 34 Millionen gewesen. Selbst gegenüber 2024 verzeichnete Berlin einen Rückgang. Insgesamt zählte die Stadt 12,4 Millionen Gäste, davon 41 Prozent aus dem Ausland – ebenfalls weniger als vor der Pandemie.

Weniger Gäste, aber mehr Umsatz

Als Hauptgründe gelten mehrere Faktoren. Zum einen fehlten grosse internationale Events, die traditionell zusätzliche Besucher anziehen. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey setzt deshalb auf künftige Grossprojekte wie eine mögliche Olympia-Bewerbung, die Expo 2035 oder das 800-Jahr-Jubiläum Berlins im Jahr 2037.

Ein entscheidender Punkt bleibt die Erreichbarkeit. Im Vergleich zu Frankfurt oder München verfügt Berlin über deutlich weniger Langstreckenverbindungen. Während aus Westdeutschland täglich rund 200 Interkontinentalflüge starten, sind es aus Berlin und Ostdeutschland nur wenige pro Tag. Die Hauptstadt hofft deshalb auf neue Direktverbindungen, etwa durch Emirates via Dubai.

Auch wirtschaftliche Unsicherheiten bremsen den Städtetourismus: Viele Reisende sparen bei zusätzlichen Kurztrips. Besonders aus europäischen Nahmärkten gingen die Besucherzahlen zurück, während China und Indien im Geschäftsreisebereich zulegen konnten.

Immerhin: Trotz weniger Gäste stiegen die touristischen Umsätze auf 15,1 Milliarden Euro (umgerechnet 13,8 Milliarden Franken) – dank längerer Aufenthalte und höherer Ausgaben pro Reise.

(TN)