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Lagebericht aus Havanna: «Kuba ist ein sicheres Reiseziel»
Reto D. RüfenachtTravelnews hat gestern die verschärfte Reisewarnung für Kuba des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) aufgegriffen und festgehalten, dass sich Kuba-Reisende auf erhebliche Einschränkungen gefasst machen müssen und die Gründe dafür genannt: wirtschaftlicher Kollaps, prekäre Energieversorgung und schlechtere Sicherheitslage.
Reto D. Rüfenacht, Verwaltungsratspräsident von Caribbean Tours und Latin America Tours ist einer der profiliertesten Kuba-Kenner der Schweizer Reisebranche und er weilt in diesen Tagen in Havanna. Hier kommt seine Einschätzung der aktuellen Situation auf Kuba.
«Angesichts des am Mittwoch erschienenen Travelnews-Artikels über die Lage in Kuba möchte ich als Experte vor Ort in Havanna, der Reisende auf der ganzen Insel betreut, ein realistisches und genaues Bild der aktuellen Situation vermitteln.
Zunächst möchte ich klarstellen, dass Kuba nach wie vor ein ruhiges und sicheres Reiseziel ist. Die Atmosphäre in den Strassen Havannas und anderer wichtiger Orte ist friedlich, und Besucher können sich frei bewegen, ohne sich unsicher zu fühlen. Kuba zählt weiterhin zu den sichersten Reisezielen in der Karibik, was die Kriminalitätsrate betrifft. Dies spiegelt sich auch in den Erfahrungen der Reisenden wider.
Der Artikel suggeriert eine Verschlechterung der Sicherheitslage; die Realität für Touristen ist jedoch, dass die Lage im ganzen Land und auf den Strassen ruhig ist.
Ja, Kuba hat derzeit mit Treibstoffknappheit und zeitweiligen Stromausfällen zu kämpfen. Diese Probleme sind für das Land nicht neu und werden durch bewährte Notfallpläne bewältigt. Stromausfälle gehören in Kuba seit Langem zum Alltag. Reisende werden feststellen, dass Hotels, Restaurants und private Unternehmen mit Notstromaggregaten ausgestattet sind, um die Versorgung sicherzustellen. Obwohl diese Ausfälle lästig sein können, stellen sie keine Gefahr für die Sicherheit der Besucher dar und beeinträchtigen weder den Betrieb von Hotels noch touristischen Einrichtungen. Kuba verfügt über erfahrene Arbeitskräfte und eine Infrastruktur, die mit der Bewältigung solcher Herausforderungen vertraut sind.»
Kein Lebensmittelmangel für Touristen
«Entgegen mancher Berichte herrscht in Kuba kein Lebensmittelmangel für Touristen. Der private Sektor bietet von Restaurants bis hin zu Supermärkten eine grosse Auswahl an Lebensmitteln. Viele private Unternehmen importieren zudem selbstständig Lebensmittel und sichern so die Versorgung ihrer Kunden. Reisende brauchen sich keine Sorgen um die Grundversorgung oder Verpflegungsmöglichkeiten zu machen; die Vielfalt und Qualität des Angebots, insbesondere in den privaten Restaurants ist weiterhin sehr gut.
Der Medikamentenmangel in staatlichen Krankenhäusern und Apotheken ist kein neues Problem. Wie bei jeder Reise empfehlen wir Reisenden, alle benötigten persönlichen oder speziellen Medikamente mitzubringen. Unser Unternehmen bietet allen Reisenden rund um die Uhr Unterstützung vor Ort, falls medizinische oder logistische Probleme auftreten, und kann bei Bedarf Medikamente beschaffen.
Es stimmt, dass die Treibstoffknappheit den Transport vor Ort beeinträchtigt. Wir halten jedoch derzeit die Transfers und Leistungen für unsere Gäste weitestgehend aufrecht und arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Kontinuität zu gewährleisten. Im Rahmen des Notfallplans für das Land und um Treibstoff zu sparen, wurden viele Hotels mit geringer Auslastung geschlossen. In den meisten Fällen erhalten die Kunden jedoch ein Upgrade in eine andere nahegelegene Unterkunft. Zudem arbeiten wir ausschliesslich mit privaten Unterkünften, die über Notstromaggregate oder Solarinfrastruktur verfügen.
Als Destination Management Company beobachten wir die Situation sehr genau und stehen in engem Kontakt mit unseren vertrauenswürdigen Partnern. Wir bieten all unseren Kunden Transparenz und Einblicke in die Lage vor Ort und sind in permanenter Kommunikation über unsere 24/7 WhatsApp Hotline.»