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Eiszapfen und gefrorene Vegetation prägen das Bild in Florida, wo eine arktische Kältewelle den Sunshine State fest im Griff hatte. Bild: Screenshot FOX 35 Orlando

Kälte-Schock in Florida

Der US-Bundesstaat Florida hat einen der heftigsten Kälteeinbrüche seit Jahrzehnten erlebt. Eisige Temperaturen und teilweise auch Schnee sorgten am Wochenende für ungläubiges Staunen.

Florida gilt als Inbegriff von Sonne, Palmen und milden Wintern. Doch am Wochenende zeigte sich der Sunshine State von einer ungewohnten Seite. Eine aussergewöhnlich starke Kältewelle aus der Arktis liess die Temperaturen bis weit in den Süden des Bundesstaates abstürzen. Selbst Schnee wurde gemeldet, unter anderem an den Flughäfen von Jacksonville und Tallahassee sowie entlang der Golfküste nördlich von Tampa.

Richtig frostig wurde es in der Nacht auf Sonntag. In Orlando sanken die Temperaturen auf unter minus zwei Grad. Besucherinnen und Besucher der Themenparks hüllten sich in Winterjacken, während sich an Brunnen Eiszapfen bildeten. Beispielsweise am ikonischen Globus von Universal Orlando. Bilder davon verbreiteten sich rasch auf Social Media.

Die Kälte hatte auch Auswirkungen auf die Tierwelt. In Zentralflorida suchten hunderte Manatis Schutz in warmen Süsswasserquellen. Im Blue Spring State Park wurden über 800 Tiere gezählt. Wenige Tage zuvor waren es noch weniger als 70. Die Seekühe sind extrem kälteempfindlich und überleben nur in wärmerem Wasser.

Im Süden des Bundesstaates wurden historische Tiefstwerte gemessen. Miami verzeichnete mit 1,7 Grad Celsius den kältesten 1. Februar seit 1909. In West Palm Beach sanken die Temperaturen sogar auf den Gefrierpunkt . So kalt war es dort seit rund 36 Jahren nicht mehr.

Besonders kurios: In Südflorida fielen Leguane in Kältestarre von den Bäumen. Die wechselwarmen Reptilien werden bei Temperaturen um die vier Grad bewegungsunfähig. Experten betonten jedoch, dass die Tiere meist nicht tot seien und sich bei wärmeren Temperaturen wieder erholen.

Auch andere Bundesstaaten betroffen

Andere Regionen traf es noch härter als Florida. Im US-Bundesstaat North Carolina fielen örtlich Schneemengen, die zu den höchsten seit Beginn der Aufzeichnungen zählen. Betroffen waren auch South Carolina sowie Teile von Georgia und Virginia.

Der neue Sturm folgte auf die extreme Kälte und auf starke Schneefälle vom Wochenenden davor, bei denen nach Medienberichten mindestens 85 Menschen in mehreren US-Bundesstaaten ums Leben kamen. Hunderttausende Haushalte sind vielerorts noch immer ohne Strom und damit ohne Heizung.

Auch der Flugverkehr blieb stark eingeschränkt: Mehr als 1100 Flüge wurden am Sonntag gestrichen, nachdem bereits am Samstag rund 2500 Verbindungen ausgefallen waren. Zudem kam es auf vereisten Strassen zu zahlreichen Unfällen und Lieferverzögerungen.

(TN)