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Der futuristische Wolkenkratzer «Mukaab» in Riad sollte das Herzstück des neuen Stadtteils New Murabba werden, liegt nun aber vorerst auf Eis. Bild: New Murabba Development Company

Saudi-Arabien stoppt Prestige-Projekt in Riad

Der Bau des gigantischen Wolkenkratzers «Mukaab» in Riad liegt auf Eis. Der Projektstopp ist ein weiteres Zeichen dafür, dass Saudi-Arabien bei seinen milliardenschweren Zukunftsplänen über die Bücher geht.

Der gewaltige Würfel sollte eines der neuen Wahrzeichen Riads werden. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Bau des futuristischen Wolkenkratzers «Mukaab» in der saudischen Hauptstadt ist auf Eis gelegt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der «Mukaab» ist als 400 mal 400 Meter grosser Metallwürfel konzipiert und bildet das Herzstück des geplanten neuen Stadtteils «New Murabba». Bislang wurden lediglich vorbereitende Arbeiten umgesetzt, darunter der Aushub sowie Pfahlgründungen für das Fundament. Die Immobilienberatungsfirma Knight Frank schätzt die Kosten für das gesamte Quartier auf umgerechnet rund 38 Milliarden Franken.

Der Projektstopp ist kein Einzelfall, sondern Teil einer grösseren Neuausrichtung. Auslöser ist der aktuell vergleichsweise tiefe Ölpreis von rund 66 US-Dollar pro Fass. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft speisen den saudischen Staatsfonds, mit dem das Königreich seine ambitionierten Zukunftsprojekte finanziert. Um dessen Vermögen von derzeit rund 800 Milliarden Franken langfristig zu sichern, setzt Saudi-Arabien nun andere Prioritäten.

Künftig sollen vor allem Vorhaben in den Bereichen Logistik, Bergbau und Künstliche Intelligenz vorangetrieben werden. Zusätzlich stehen Investitionen in die Infrastruktur für die Expo 2030 sowie die Fussball-Weltmeisterschaft 2034 im Vordergrund. Prestige-Projekte mit langen Amortisationszeiten geraten dagegen zunehmend unter Druck.

Bereits im September 2025 wurden mit «The Line» und «Magna» zwei weitere Grossprojekte bis auf Weiteres gestoppt, wie der «Blick» berichtete. «The Line», Teil der futuristischen Neom-Vision, war ursprünglich als 170 Kilometer lange Stadt geplant, wurde jedoch bereits zuvor auf 2,4 Kilometer verkleinert. «Magna» ist als luxuriöses Tourismusresort am Roten Meer vorgesehen.

Diese Projekte sind zentrale Elemente der Vision 2030 von Kronprinz Mohammed bin Salman, mit der Saudi-Arabien seine Wirtschaft unabhängiger vom Erdöl machen will. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden Umfang und Zeitpläne nun offenbar überprüft.

Der saudische Wirtschaftsminister Faisal al-Ibrahim betonte zuletzt gegenüber Reuters, man gehe dabei transparent vor. Projekte könnten verschoben, verzögert oder neu ausgerichtet werden, wenn dies notwendig sei.

(TN)