Here & There

Wer ab Ende Februar nach Großbritannien reist, muss zwingend eine elektronische Einreisegenehmigung vorweisen. Fluggesellschaften und andere Transportfirmen prüfen die ETA künftig strikt vor der Reise. Bild: Adobe Stock

Grossbritannien plant erneute Preiserhöhung für Einreise-ETA

Nur zehn Monate nach der letzten Gebührenanpassung setzt das britische Innenministerium erneut den Rotstift an. Die Kosten für die elektronische Reisegenehmigung (ETA) sollen um 25 Prozent steigen.

Wer demnächst Grossbritannien besuchen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Wie aus einem Bericht von visahq.com hervorgeht, plant die britische Regierung, die Gebühr für die elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorisation, kurz ETA) von 16 auf 20 Britische Pfund (von 17 auf 21 Franken) anzuheben.

Besonders brisant: Erst im April 2025 war der Preis von ursprünglich 10 auf 16 Pfund gesprungen. Innerhalb kürzester Zeit hat sich die Einreisegebühr damit de facto verdoppelt. Das Innenministerium rechtfertigt den Schritt mit notwendigen Investitionen in die Grenzsicherheitstechnologie und dem Ziel, die Kosten der Grenzkontrolle vom Steuerzahler auf die Reisenden zu verlagern.

Die ETA fungiert als digitale «Vorabkontrolle» für Staatsangehörige aus visumbefreiten Ländern, darunter die EU-Mitgliedstaaten, die USA und Australien. Ab dem 25. Februar 2026 wird das System zur unumgänglichen Pflicht: Beförderungsunternehmen sind dann gesetzlich verpflichtet, Passagieren ohne gültige ETA das Boarding zu verweigern. Die geplante Preiserhöhung würde damit fast zeitgleich mit der strikten Durchsetzung des Systems in Kraft treten.

Kritik aus der Tourismusbranche

In der Reisebranche regt sich heftiger Widerstand. Joss Croft, CEO des Verbandes UKinbound, warnt vor einem Attraktivitätsverlust des Standorts: «Grossbritannien verfügt bereits über einige der höchsten Einreisekosten weltweit. Eine weitere Erhöhung untergräbt unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit.»

Auch für Familien und Geschäftsreisende läppern sich die Kosten. Eine vierköpfige Familie zahlt künftig allein 80 Pfund (84 Franken) nur für die Erlaubnis, britischen Boden zu betreten – zusätzlich zu ohnehin hohen Flugpreisen und der Fluggaststeuer.

Während die Regierung die ETA als zentrales Sicherheitsinstrument ihrer Migrationsstrategie feiert, bleibt für Reisende ein fader Beigeschmack: Die digitale Grenze wird zusehends zu einer lukrativen Einnahmequelle für den britischen Fiskus.

(TN)