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9,6 Millionen Passagiere und neue Investition am Euroairport
Wer im Sommer 2025 den Euroairport besuchte, spürte den Puls des Reisens so intensiv wie nie zuvor. Über 2,4 Millionen Menschen nutzten allein in der zehnwöchigen Ferienzeit den Flughafen – ein sattes Plus von 9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Gesamtjahr 2025 nutzten 9,6 Millionen Passagiere den Euroairport.
Trotz dieses massiven Andrangs und europaweiter Engpässe in der Flugsicherung blieb das befürchtete Chaos aus. Dank moderner Slot-Koordination und digitalem Echtzeit-Datenabgleich lief der Betrieb stabil, auch wenn die Parkplatzsuche während der Spitzenzeiten für manchen Passagier zur Geduldsprobe wurde.
Hinter den Passagierzahlen verbirgt sich ein starkes wirtschaftliches Fundament. Der Euroairport ist längst nicht mehr nur ein Abflugort für Ferienflieger. Er hat sich als globales Zentrum für die Ausstattung von VVIP-Flugzeugen etabliert. In den Hangars der Industriezone werden Luxusjets für die Weltelite gewartet und veredelt – ein Sektor, der hochqualifizierte Arbeitsplätze sichert. Auch die Frachtsparte zeigt sich robust: Besonders die für die Region Basel essenzielle Life-Sciences-Industrie verlässt sich auf das spezialisierte Cargo-Terminal, das temperaturempfindliche Medikamente sicher in alle Welt spediert.
Service-Offensive und digitale Erneuerung
Um dem Rekordandrang gerecht zu werden, hat der Flughafen 2025 spürbar aufgerüstet:
- Gastronomie: Seit April erstrahlt das kulinarische Angebot in neuem Glanz.
- Aussichtsplattform: Nach zehn Jahren Schliessung können Flugzeugfans seit Oktober wieder einen Teil der Zuschauerterrasse nutzen.
- Digitalisierung: Eine neue, mobil-optimierte Website erleichtert den Zugang zu Reiseinfos und Services.
Wo viel geflogen wird, wächst der Widerstand gegen Lärm. Hier meldet der Flughafen konkrete Erfolge: Die Starts nach 23 Uhr konnten im Vergleich zu 2019 drastisch reduziert werden – bei der Abfahrt von der Parkposition sogar um 95 Prozent. Dies führte zu einer Lärmreduktion von bis zu 7 dB(A) im Norden des Flughafens. Dennoch räumt die Flughafendirektion ein, dass die Immissionsgrenzwerte auf Schweizer Boden in den späten Abendstunden weiterhin überschritten werden. Verschärfte Lärmgebühren und ein kontinuierlicher Dialog mit den Airlines sollen hier für weitere Entlastung sorgen.
Blick in die Zukunft: Baustellen und Milliardeninvestitionen
Die Weichen für die kommenden Jahre sind gestellt. Ab 2026 startet ein Investitionsmarathon von über 500 Millionen Euro.
«Wir schaffen die Grundlage für eine nachhaltige Weiterentwicklung unserer Infrastruktur», so die Kernaussage der Verantwortlichen. Bereits 2026 steht ein logistischer Kraftakt an: Vom 15. April bis zum 20. Mai 2026 wird die Hauptpiste saniert. Parallel dazu beginnen die Modernisierungen der südlichen Gates. Das absolute Prestigeprojekt, der Terminalanbau «EMT Landside», nimmt ebenfalls Formen an: Nach der Wahl des Gewinnerprojekts 2025 soll der Bau 2027 starten und bis 2031 abgeschlossen sein.
Mit über 6700 Mitarbeitenden und Direktverbindungen zu rund 100 Zielen bleibt der Euroairport das Tor zur Welt für das Dreiländereck – und arbeitet unter Hochdruck daran, dass dieses Wachstum nicht zulasten der Umwelt geht. Das Ziel steht fest: Netto-Null-CO₂ bis spätestens 2030.