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Die Generation Z legt grossen Wert auf Privatsphäre und Ruhe: 39 % wollen in der Sauna weder reden noch die Hüllen fallen lassen. Bild: Adobe Stock

Textilfrei oder mit Badehose? Der grosse Graben in Schweizer Saunas

Ob nackt im Raum Zürich oder verhüllt in der Westschweiz: Eine aktuelle Umfrage von Dertour Suisse zeigt, dass beim Saunieren tiefe Gräben durch die Schweiz verlaufen. Während die Generation Z lieber Stoff trägt, geniesst die ältere Generation die hüllenlose Freiheit.

Wellness steht bei Schweizerinnen und Schweizern hoch im Kurs, doch sobald die Temperaturen steigen und der Schweiss fliesst, endet die Einigkeit. Eine Umfrage des Reiseveranstalters Dertour Suisse mit den Marken Kuoni und Hotelplan offenbart nun die pikanten Details der hiesigen Schwitzkultur. Das Ergebnis: Die Vorlieben hängen stark vom Wohnort, dem Alter und dem Geschlecht ab.

Besonders markant ist das Gefälle zwischen der Deutsch- und der Westschweiz. In der Region Zürich herrscht die klassische Saunatradition vor: 32 % der Befragten schwitzen hier am liebsten komplett nackt. Ganz anders sieht es in der Romandie aus: Dort bevorzugen satte 42 % den Gang in die Hitze nur mit Badebekleidung.

Auch das Mittelland fällt in der Statistik auf – allerdings als Sauna-Muffel-Region. Fast die Hälfte der dortigen Bevölkerung (47 %) gibt an, überhaupt nicht in die Sauna zu gehen.

Generationenkonflikt auf der Holzbank

Interessante Unterschiede zeigen sich beim Blick auf die Altersgruppen. Die Generation Z legt grossen Wert auf Privatsphäre und Ruhe: 39 % wollen in der Sauna weder reden noch die Hüllen fallen lassen.

Im Gegensatz dazu zeigt sich die Generation X deutlich freizügiger. Besonders entspannt sind die 60- bis 69-Jährigen: In dieser Altersgruppe empfinden 30 % die Sauna als textilfreie Komfortzone. Generell gilt: Männer (7 %) sind eher bereit, nackt einen Plausch zu halten, während dies bei Frauen (2 %) kaum ein Thema ist.

Trotz regionaler Unterschiede eint die Schweizer eines: Das Bedürfnis nach Stille. Die grösste Gruppe der Befragten (26 %) gab an, Small Talk in der Saunakabine strikt abzulehnen. Die Sauna wird primär als Ort der Entschleunigung und des «Detox für die Seele» genutzt.

Verda Birinci-Reed, Chief Operating Officer bei DERTOUR Suisse, betont die Wichtigkeit dieser Erkenntnisse für das Reiseangebot: «Unsere Marktforschung zeigt, wie vielfältig die Schweiz sauniert. Genau diese unterschiedlichen Vorlieben möchten wir mit unseren vielfältigen Wellnessangeboten  abholen.»

Drei Tipps für den nächsten Wellness-Trip:

  • Für Naturverbundene: Das Nivunki Village in Finnisch-Lappland bietet Panorama-Saunas inklusive Eislochbaden unter Nordlichtern.
  • Für Sonnenanbeter: Das Atrium Palace auf Rhodos setzt auf Thalasso-Therapie und die Heilkraft des Meerwassers.
  • Für Kurzentschlossene: Ein Yoga- und Pilates-Wochenende im Appenzellerland (Hof Weissbad) kombiniert Bewegung mit gezielter Regeneration.

Egal ob mit oder ohne Textilien – der Trend zum «Self-Care»-Wochenende ist ungebrochen und bleibt fester Bestandteil der Schweizer Ferienplanung.

(TN)