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Ein kleines Tal mit grosser Vielfalt
Das Aostatal ist in vielerlei Hinsicht ein einzigartiges Tal: Die autonome Region, die mit rund 3260 Quadratkilometern gleichzeitig auch die kleinste Italiens ist, gilt als regelrechtes Alpenparadies. Das Aostatal grenzt sowohl an die Schweiz als auch an Frankreich und ist zweisprachig: Italienisch und Französisch gelten als gleichberechtigte Amtssprachen, während in einigen Gemeinden des Lys Tals das Walser Volk Dialekte des Deutschen spricht, wie den Titsch und Toitschu.
Die Region ist in acht Gebietseinheiten unterteilt. Einige davon sind durch bekannte Orte wie Courmayeur, Cervinia, Aosta oder Cogne geprägt, daneben gibt es zahlreiche weniger bekannte Dörfer, die darauf warten, entdeckt zu werden. Das Tal ist umgeben von vier 4000er-Gipfeln, dem Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso. Letzterer ist der einzige dieser Gipfel, der vollständig auf italienischem Staatsgebiet liegt.
Während der Winter im Zeichen des Skisports steht, dreht sich im Frühling und Sommer alles um Velofahren, Trekking und Kultur. Im Herbst stehen die Kulinarik sowie Slow Tourism im Vordergrund. Travelnews hat vom Marlène Jorrioz aus dem Marketingteam des Aostatal Tourismus erfahren, was die kleine Region an der Schweizer Grenze so besonders macht.
Ein Wintersport-Paradies
Neben klassischem Skifahren ist das Aostatal ein bedeutendes Zentrum für Skitouren, Langlauf und Schneeschuhwanderungen. Die Region bietet 19 Skigebiete. darunter die grossen Gebiete Courmayeur und Cervinia, mit insgesamt rund 800 Pistenkilometern. In Cervinia ist Skifahren sogar bis zu elf Monate im Jahr möglich, sodass auch im Sommer Wintersport betrieben werden kann.
Von November bis April herrschen ideale Bedingungen für Schneeschuhwanderungen, sowohl für Einsteigerinnen und Einsteiger als auch für erfahrene Alpinisten. Die grosse Auswahl an Routen reicht von einfachen Tagestouren bis hin zu anspruchsvollen mehrtägigen Unternehmungen, die teilweise bis in hochalpine und vergletscherte Gebiete führen.
Mit den 4000ern Mont Blanc, Matterhorn, Monte Rosa und Gran Paradiso konzentrieren sich gleich vier der höchsten Berge der Alpen rund um das Aostatal und prägen das Landschaftsbild. Von der Schweiz erreicht man das Tal unter anderem von Zermatt aus. Dort kann man mit der Matterhorn-Alpine-Crossing-Seilbahn, die 2023 eröffnet wurde, nach Breuil-Cervinia im Aostatal fahren.
Ein besonderes Wintererlebnis bietet zudem die «Stella di Pila», eine Aussichtsplattform auf 2723 Metern, die seit Dezember 2025 in Betrieb ist und ein modernes Bergrestaurant beherbergt, das für spektakuläre Ausblicke auf die umliegenden Gipfel sorgt.
Internationale Bekanntheit erlangt das Aostatal zudem durch renommierte Wettbewerbe wie das «Trophée Millet Tour du Rutor Extrême», ein hochalpines Skitourenrennen, das jedes Jahr Spitzenathletinnen und -athleten aus aller Welt anzieht und über drei Tage stattfindet.
Die Region der 100 Burgen
Die «Region der 100 Burgen» – so wird das Aostatal oft bezeichnet. Tatsächlich besitzt fast jedes Dorf mindestens eine Burg. Die Burgen sind über das gesamte Tal verteilt und prägen bis heute das Landschaftsbild und die kulturelle Identität der Region. Viele dieser Burgen sind für Besucher zugänglich. Sie werden regelmässig im Rahmen traditioneller Feste und Karnevalsveranstaltungen thematisiert, bei denen historische Figuren wie etwa Napoleon Bonaparte dargestellt werden.
Darüber hinaus sind Burgen ein zentraler Bestandteil des sogenannten «Slow Tourism»: Wander- und Kulturwege führen durch kleine Dörfer, vorbei an alten Burgen wie der Forte di Bard oder der Burg von Fenis, und ermöglichen es Besucherinnen und Besuchern, die Region in einem ruhigen Tempo und auf authentische Weise kennenzulernen.
Das Aostatal lädt dazu ein, zur Ruhe zu kommen, sich zu entspannen und neue Energie zu schöpfen – sei es durch Sport in der Natur oder durch bewusste Erholung. Zwei Naturparks, der Nationalpark Gran Paradiso und der Regionalpark Mont Avic, vier alpine botanische Gärten sowie Museen zu alpiner Kultur und Heilpflanzen unterstreichen diesen Ansatz. Mehrere Thermalbäder und Hotels mit modernen Wellnessbereichen unterstreichen diesen Ansatz,
Kulinarisch bodenständig
Die Küche der Region ist einfach und bodenständig, geprägt von regionalen Zutaten. Typisch sind traditionelle Gerichte wie die Valpelline-Suppe aus getrocknetem Brot und Kohl, Polenta in verschiedenen Variationen, Crêpes mit Fontina und Schinken sowie die bekannte «Crema di Cogne», deren Rezept oft geheim gehalten wird und von Ort zu Ort variiert. Zudem hat das Tal einen traditionellen Kaffee, der aus einem speziellen Gefäss gemeinschaftlich getrunken wird.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der regionalen Identität ist das Kunsthandwerk. Ein Höhepunkt ist die traditionsreiche «Fiera di Sant’Orso», eine jahrhundertealte Handwerksmesse, die jedes Jahr am 30. und 31. Januar in Aosta stattfindet und zu den bedeutendsten Veranstaltungen der Region zählt. Typische Produkte der Messe sind unter anderem der ausschliesslich im Aostatal hergestellte Fontina-Käse, luftgetrocknete Fleischspezialitäten sowie regionale Weine.
Die alpine Landschaft, die vielfältigen Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten, das historische Erbe mit seinen zahlreichen Burgen sowie die gepflegten Traditionen in Kulinarik und Handwerk prägen das Aostatal in seiner heutigen Form. Gerade diese vielseitige Mischung macht den besonderen Reiz der Region aus. Mehr Informationen zur Region gibt es hier.