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Sturm und Starkregen haben in Tunesien unter anderem Strände und Küsteninfrastruktur verwüstet. Vielerorts kam das öffentliche Leben zeitweise zum Stillstand. Bild: X / Tounes El Khadra

Ausnahmezustand nach Jahrhundertregen in Tunesien

Aussergewöhnlich heftige Regenfälle haben in Tunesien zu Überschwemmungen, Verkehrschaos und Todesopfern geführt. Gleichzeitig kämpft auch Süditalien mit schweren Unwettern.

Nach aussergewöhnlich heftigen Regenfällen sind in Tunesien laut Behördenangaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Besonders stark betroffen sind die östlichen Regionen Monastir und Nabeul sowie der Grossraum Tunis.

Der nationale Wetterdienst spricht von den stärksten Januar-Niederschlägen seit mindestens 75 Jahren. In der Stadt Sajada fielen innerhalb weniger Stunden bis zu 250 Liter Regen pro Quadratmeter.

Videos auf Social Media zeigen überflutete Strassen, weggeschwemmte Fahrzeuge und teils lahmgelegte Städte. Schulen blieben geschlossen, der Verkehr kam in vielen Gebieten zum Erliegen.

Das Auswärtige Amt Deutschlands warnt vor erheblichen Einschränkungen im Strassenverkehr und in der Infrastruktur entlang der nördlichen Küstenregionen. Zudem besteht eine erhöhte Gefahr von Erdrutschen, insbesondere in Hanglagen und ausgetrockneten Flussbetten.

Auch Süditalien von Unwettern getroffen

Parallel dazu bleibt die Lage in Süditalien angespannt. Der mediterrane Zyklon Harry bringt seit Tagen Sturmböen bis 150 Kilometer pro Stunde, massive Regenfälle und hohe Wellen an die Küsten von Sardinien, Sizilien und Kalabrien. Für Teile dieser Regionen gilt die rote Warnstufe.

Sehr stark betroffen ist Sardinien. In Capoterra und Sinnai nahe Cagliari wurden rund hundert Personen vorsorglich evakuiert. In Tortolì wurden zwei Personen verletzt, als ein Baum auf ihr Auto stürzte.

Auch Sizilien kämpft mit massiven Auswirkungen. Rund 200 Gemeinden haben ihre Krisenstäbe aktiviert. Im Raum Messina kam es zu schweren Schäden an Strassen, zudem wurde der Bahnverkehr auf mehreren Strecken vorübergehend eingestellt, darunter zwischen Palermo und Catania. Auf der kleinen Insel Linosa zerstörten bis zu sieben Meter hohe Wellen zahlreiche Boote und Küsteninfrastruktur.

In Kalabrien führten Erdrutsche und Steinschläge zu gefährlichen Situationen auf den Strassen, vereinzelt wurden Häuser und Küstengebiete evakuiert – etwa im Raum Catanzaro und nördlich von Crotone. Behörden raten dringend davon ab, Küstenabschnitte und exponierte Verkehrswege aufzusuchen.

(TN)