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Waldbrände haben im Zentrum Chiles grosse Flächen zerstört und ganze Wohngebiete in Mitleidenschaft gezogen. Bild: Screenshot Youtube / Die Zeit

Chile erklärt wegen Waldbränden den Katastrophenfall

Schwere Waldbrände haben in Teilen Chiles zu zahlreichen Evakuierungen und grossen Zerstörungen geführt. Die Behörden haben den Katastrophenzustand ausgerufen, während Einsatzkräfte weiterhin gegen mehrere Brände kämpfen.

Der chilenische Präsident Gabriel Boric hat nach schweren Waldbränden in zwei Regionen im Zentrum des Landes den Katastrophenzustand ausgerufen. In den Regionen Ñuble und Biobío, rund 500 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile, kamen bislang mindestens 18 Menschen ums Leben. Mehr als 50’000 Personen wurden evakuiert. Die Behörden rechnen mit weiteren Opfern.

Besonders angespannt ist die Lage an der Küste nahe Concepción. Dort wütet das bislang gefährlichste Feuer, das sich durch trockene Wälder und Wohngebiete frisst. Nach Angaben des Katastrophenschutzes wurden rund 250 Häuser zerstört, zahlreiche Fahrzeuge brannten aus. Die meisten Evakuierungen erfolgten in den Städten Penco und Lirquén nördlich von Concepción.

Die chilenische Forstbehörde Conaf teilte mit, dass Feuerwehrkräfte landesweit gegen rund 24 Brände kämpfen. Allein in Ñuble und Biobío wurden bisher etwa 8500 Hektaren Land zerstört – eine Fläche in der Grössenordnung der Stadt Winterthur. Starke Winde und hohe Sommertemperaturen erschweren die Löscharbeiten erheblich.

Mit dem Katastrophenzustand können auch die Streitkräfte zur Unterstützung eingesetzt werden. In weiten Teilen Chiles gilt derzeit eine Hitzewarnung, regional werden Temperaturen von bis zu 38 Grad erwartet. Die aktuellen Brände fügen sich in eine Serie verheerender Feuer der vergangenen Jahre ein, die durch anhaltende Dürre begünstigt wurden.

(TN)