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Balis harter Plan gegen Billigtourismus
Nach Jahren des Massentourismus und zunehmender Probleme mit unangemessenen Besuchern zieht die Regierung von Bali die Reissleine. Unter dem Titel «Regionale Verordnung zur Umsetzung von Qualitätstourismus» arbeitet die Provinzverwaltung derzeit an einem Regelwerk, das die Einreisehürden massiv erhöhen könnte. Kernstück der Verordnung: Ein Blick in die privaten Finanzen der Reisenden.
Balis Gouverneur Wayan Koster stellte klar, dass die wirtschaftliche Potenz der Gäste künftig ein entscheidendes Einreisekriterium sein wird. Konkret soll die «Höhe der Ersparnisse in den letzten drei Monaten» geprüft werden. Damit will die Regierung sicherstellen, dass internationale Feriengäste über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um nicht nur die lokale Wirtschaft zu stützen, sondern auch um Phänomene wie das «Begpacking» (betteln für die Weiterreise) zu unterbinden.
Doch das Geld allein reicht nicht aus. Um das Prädikat «Qualitätstourist» zu erhalten, sollen Reisende künftig auch detaillierte Angaben zu ihren geplanten Reiserouten und der genauen Aufenthaltsdauer machen müssen.
Infrastruktur am Limit
Der Vorstoss kommt nicht von ungefähr. Im Jahr 2025 verzeichnete Bali einen Rekord von 7,05 Millionen internationalen Flugreisenden. Die Folgen sind für die Einheimischen unübersehbar. Dazu gehören stundenlanges Warten im Stau, wachsende Müllberge, überlastete Strom- und Wassernetze sowie ungebührliches Benehmen.
Denn neben den ökologischen und logistischen Problemen kämpft Bali mit dem Imageverlust durch respektlose Besucher. In der Vergangenheit häuften sich Berichte über Touristen, die heilige Tempel entweihten, sich in der Öffentlichkeit entblössten oder gegen lokale Gesetze verstiessen.
Australische Reisende, die die grösste Besuchergruppe stellen, wurden bereits von ihrer Regierung gewarnt: Das Portal «Smartraveller» weist ausdrücklich darauf hin, dass kulturelle Missachtung zur sofortigen Ausweisung führen kann. Die neue Verordnung ergänzt bereits bestehende Regeln, wie die im letzten Jahr eingeführte Tourismusabgabe und striktere Dresscodes für Kulturstätten.
Obwohl sich die Verordnung offiziell noch im Entwurfsstadium befindet, macht Gouverneur Koster Druck. Der Vorschlag sei «fast fertig» und könnte bereits im Laufe des Jahres 2026 in Kraft treten.