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Das sind die Pläne von Prima Ferien zum Start in der Schweiz
Am Dienstag um 12 Uhr wurde auf dem Notariat in Baar ZG die Prima Ferien AG gegründet und im Handelsregister eingetragen. Der etablierte österreichische Reiseveranstalter Prima Reisen GmbH mit Sitz in Wien wagt den Markteintritt in der Schweiz.
Dominik Sengwein, Geschäftsführer von Prima Reisen sowie Gottfried Winkler, Head of Tour Operating, haben zusammen mit Robert Eschmann, dem seit dieser Woche amtierenden Schweiz-Chef der Prima Ferien AG, am Tag der Lancierung mit Travelnews gesprochen.
Die mehrheitlich in Europa stattfindenden Rund- und Erlebnisreisen – erste Abreisen ab Juli – sind über viele Jahre im österreichischen Markt erprobt worden und auf Qualität und Übernachtungen in Viersterne-Hotels ausgerichtet. Nun soll die bewährte Formel auch in der Schweiz zum Erfolg führen.
Erprobte Reisen, hohe Kundenzufriedenheit
«Unser Fokus liegt auf Rundreisen, Erlebnisreisen und der Abwicklung von Ad-hoc Gruppenanfragen», erklärt Robert «Röbi» Eschmann, der in der Schweizer Reisebranche bestens bekannt ist nach Stationen bei Hotelplan, Amadeus und Olimar. Auf Eschmann gestossen ist Dominik Sengwein übrigens via Travel Job Market. Die Wahl aus dem grossen Kandidatenkreis fiel auf Eschmann dank seiner langjährigen Erfahrung und guten Vernetzung, wie Sengwein verrät.
Auf die Frage, wie er Prima Ferien hierzulande zum Erfolg führen wolle, sagt Robert Eschmann: «Dank aussergewöhnlicher Qualität, attraktiven Preisen für Endkunden sowie einem attraktiven Provisionsmodell für Reisebüros».
In Österreich befördert Prima Reisen jährlich rund 10'000 Gäste. Dominik Sengwein und Gottfried Winkler rechnen in der Schweiz zunächst mal mit 300 bis 500 Gästen in den ersten zwölf Monaten. Die ersten Abflüge und Abreisen erfolgen ab Juli 2026.
Während in Österreich der Vertriebsmix bei 75 Prozent Reisebüros und 25 Prozent Direktkunden liegt, setzt Prima Ferien in der Schweiz vorerst ausschliesslich auf Reisebüros. Ab Ende Januar 2026 wird primaferien.ch aufgeschaltet sowie die Präsenz auf dem Buchungssystem CETS sichergestellt. Ebenso ist Prima Ferien per E-Mail und Telefon erreichbar, angedockt an die Prima-Zentrale in Wien und an ein erfahrenes Team, das sich jetzt schon auf die ersten Anrufe aus der Schweiz freue, wie die beiden aus Wien angereisten Manager erwähnen.
«Unsere Programme sind praktisch erprobt und zeichnen sich durch eine hohe Kundenzufriedenheit aus», sagt Dominik Sengwein, dessen Vater Karl Heinz das Reiseunternehmen 1978 gegründet hatte. Und Veranstalter-Chef Gottfried Winkler ergänzt: «In der Umsetzung bringen wir das Beste aus zwei Welten zusammen: österreichische Service-Mentalität – rasch erreichbar und lösungsorientiert – und Schweizer Qualität mit klaren Leistungen und verlässlichen Abläufen.»
Finnland ist einer der Trümpfe
Der Blick ins Reiseprogramm von Prima Ferien zeigt zum einen eine starke geografische Ausrichtung in den Norden Europas. Ein klar strukturiertes Winterprodukt in Finnland, bei dem alle Aktivitäten inbegriffen sind, ist einer der Trümpfe. Erlebnisreisen nach Island oder ans Nordkap und die Lofoten ab Sommer 2026 eignen sich ebenfalls für Nordland-Fans.
Ebenso figurieren südliche Europa-Destinationen wie Italien, Spanien und Portugal im Programm. Auffallend ist das gue Preis-/Leistungsverhältnis: eine achttägige Kleingruppenreise auf die Äolischen Inseln mit Edelweiss-/Swiss-Flug ab Zürich kostet 2158 Franken. Mit dabei sind sieben Übernachtungen in Viersterne-Hotels, sechs Nachtessen und zahlreiche Bootsausflüge. Die vom 31. August bis 7. September 2026 durchgeführte Reise richtet sich an 10 bis 18 Teilnehmende.
Vereinzelte Reisen bietet der neue Schweizer Reiseveranstalter auch ausserhalb Europa an. Eine 15-tägige Nepal-Rundreise mit sämtlichen Highlights und inkludierten Übernachtungen, Abendessen und Ausflügen kostet 3248 Franken. Acht Reisedaten sind ausgeschrieben, das erste Startdatum ist der 11. Oktober 2026. Auch eine Expeditionsreise «Antarktis bis Südafrika» liegt auf.
Attraktive Provisionen
Vertriebsprofi Robert Eschmann sucht in diesen Tagen und Wochen den Kontakt zu Schweizer Reisebüros. Kontakte geknüpft hat er bereits zu den Vereinigungen TPS und STAR. Die Kommission liege deutlich über 10 Prozent.
Prima Ferien unterscheidet zwischen Classic-Rundreisen, Premium-Rundreisen, Standortrundreisen, Mietwagen- sowie Wanderreisen. Classic-Reisen erfolgen etwa nach Island, Apulien, Sizilien, England, Spanien und Portugal (bis maximal 26 Teilnehmer). Die Premium-Ziele lauten Grönland, Nepal oder Äolische Inseln mit bis zu 18 Teilnehmern. Unter den Wanderzielen figuriert etwa Madeira.
«Wir sind uns bewusst, dass niemand in der Schweiz auf uns gewartet hat», räumt Dominik Sengwein ein. «Aber wir sind überzeugt, mit unserer Erfahrung, Qualität und hohen Kundenzufriedenheit auch bei Schweizer Gästen auf eine gute Nachfrage zu stossen.»
Während einige der führenden Rundreise-Anbieter vor allem auf den Direktvertrieb setzen, dürfte Prima Ferien mit einem etablierten, guten Produkt und attraktiven Provisionen bei Reisebüros auf Interesse stossen. Im Schweizer Reisemarkt, wo die beiden Nummern 1 und 2 neuerdings unter einem gemeinsamen Dach agieren, sind derzeit Neugründungen und neue Player durchaus willkommen, um die Veranstalter-Vielfalt hochzuhalten.