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Das Reisejahr 2026 bringt neue Vorschriften und Kosten. Travelnews zeigt, worauf sich Feriengäste einstellen müssen. Bild: Adobe Stock

Diese Änderungen müssen Reisende 2026 beachten

Reto Suter

Neue Regeln, höhere Gebühren, digitale Pflichten: 2026 bringt für Reisende spürbare Veränderungen. Travelnews liefert eine aktuelle Übersicht, damit Feriengäste und Geschäftsreisende böse Überraschungen vermeiden.

Reisen bleibt ein Versprechen von Freiheit – doch 2026 wird es zugleich ein Stück reglementierter. Ob auf Europas Autobahnen, bei Mietwagen im Süden oder in weltberühmten Nationalparks: Viele Länder verschärfen Vorschriften, erhöhen Gebühren oder setzen auf neue digitale Systeme.

Was offiziell mehr Sicherheit, Nachhaltigkeit oder Fairness bringen soll, kann für Reisende schnell teuer und kompliziert werden, wenn man unvorbereitet ist. Wer 2026 entspannt reisen will, sollte die relevanten Änderungen kennen. Travelnews stellt zehn Neuerungen in beliebten Reiseländern vor.

Euro-Einführung in Bulgarien

Mit Beginn des neuen Jahres hat Bulgarien den Lew durch den Euro ersetzt. Der Balkanstaat ist damit das 21. Land, in dem die Gemeinschaftswährung das offizielle Zahlungsmittel ist. Für Touristinnen und Touristen wird dadurch vieles einfacher: Geldwechsel und zusätzliche Gebühren entfallen, Preise lassen sich einfacher vergleichen und Kartenzahlungen werden unkomplizierter. In Bulgarien bezweifeln indes viele Menschen, dass der Euro ihnen nutzen wird. Die Sorge ist gross, dass mit der Währungsumstellung die Preise steigen werden und der Euro sich als «Teuro» entpuppen wird.

Strengere ETA-Kontrollen in Grossbritannien

Die elektronische Einreisegenehmigung ETA (Electronic Travel Authorisation) ist für visumfreie Reisen nach Grossbritannien bereits seit April 2025 vorgeschrieben, wurde bislang jedoch nicht konsequent kontrolliert. Das ändert sich nun: Ab dem 25. Februar 2026 wird das System nach Angaben der Regierung in London durchgesetzt, wobei Fluggesellschaften vor dem Abflug prüfen müssen, ob eine gültige ETA vorliegt. Die bisher zurückhaltende Kontrolle diente laut Behörden dazu, Reisenden eine Umstellungsphase zu ermöglichen. Die ETA ist an einen gültigen Reisepass gekoppelt, kostet 16 Pfund (rund 18 Franken) und lässt sich am einfachsten über die UK-ETA-App beantragen. Nach der Bewilligung ist sie zwei Jahre gültig und erlaubt mehrere Aufenthalte von jeweils bis zu 180 Tagen.

Schärfere Einreiseregeln in Georgien

Das Reiseziel Georgien an der Schnittstelle zwischen Europa und Asien begeistert mit spektakulären Landschaften, reicher Kultur und grosser Gastfreundschaft. Ab dem 1. Januar 2026 gelten jedoch neue Einreisebestimmungen für internationale Reisende. Künftig ist bei der Einreise der Nachweis einer gültigen Kranken- und Unfallversicherung verpflichtend, die für die gesamte Aufenthaltsdauer abgeschlossen sein muss. Die Versicherung muss eine Mindestdeckungssumme von 30’000 Georgischen Lari (knapp 9000 Franken) aufweisen. Der entsprechende Nachweis kann sowohl digital als auch in Papierform vorgelegt werden und muss in englischer oder georgischer Sprache verfasst sein. Mit der neuen Regelung will Georgien sicherstellen, dass Besucherinnen und Besucher im Krankheits- oder Unfallfall ausreichend abgesichert sind.

Neue Tempolimits in Griechenland

Griechenland hat per 1. Januar 2026 seine Verkehrsregeln verschärft – und dabei insbesondere innerorts die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten gesenkt. In vielen Wohnquartieren und auf schmalen Strassen gilt neu generell Tempo 30, auch dort, wo bislang 50 Kilometer pro Stunde erlaubt waren. Auf grösseren innerstädtischen Hauptachsen bleibt es in der Regel bei Tempo 50, während sich ausserorts und auf Autobahnen an den bestehenden, ausgeschilderten Limiten wenig ändert. Die Anpassungen sind Teil einer umfassenden Reform des Strassenverkehrsrechts, mit der die Regierung die hohe Zahl an Verkehrsunfällen reduzieren will. Begleitet werden die neuen Tempolimits von strengeren Kontrollen und teils deutlich höheren Bussen.

Höhere Eintrittsgebühren für US-Nationalparks

Der Besuch vieler grosser US-Nationalparks ist für internationale Reisende ab sofort deutlich teurer. Elf der meistbesuchten Nationalparks erheben neu eine zusätzliche Gebühr von 100 US-Dollar (rund 80 Franken) pro Person. Die neue Abgabe betrifft ausländische Besucherinnen und Besucher ab 16 Jahren. Kinder bleiben ausgenommen. Der bisherige Parkeintritt – meist rund 35 US-Dollar pro Auto und gültig für mehrere Tage – wird damit für internationale Gäste spürbar teurer. Alternativ dazu können ausländische Gäste auch einen Jahrespass für 250 Dollar erwerben. Der gelte für alle Passagiere im Auto, gaben die Behörden bekannt. Wer aber in einem Bus reise oder zu Fuss ankomme, müsse auf jeden Fall die 100 Dollar zahlen. Betroffen von der Preiserhöhung sind folgende Parks: Acadia National Park, Bryce Canyon National Park, Everglades National Park, Glacier National Park, Grand Canyon National Park, Grand Teton National Park, Rocky Mountain National Park, Sequoia & Kings Canyon National Parks, Yellowstone National Park, Yosemite National Park und Zion National Park.

Die beliebtesten US-Nationalparks sind für internationale Reisende teurer geworden. Bild: Adobe Stock

Verbot von Warndreiecken auf spanischen Autobahnen

Wer in Spanien einen Mietwagen übernimmt, sollte ab sofort genau hinschauen: Fahrzeuge mit spanischer Zulassung müssen neu eine sogenannte V16-Warnleuchte an Bord haben. Diese akkubetriebene Leuchte wird bei Pannen oder Unfällen auf dem Fahrzeugdach platziert und sendet ein intensiv gelbes oder oranges Blinksignal aus. Sie ist aus grosser Distanz sichtbar und erhöht die Sicherheit deutlich, da das oft gefährliche Aufstellen eines Warndreiecks entlang von Strassen oder Autobahnen entfällt. Mobilitäts-Experten raten Reisenden, sich bei der Fahrzeugübergabe kurz erklären zu lassen, wo sich die Leuchte befindet und wie sie eingesetzt wird. Entwarnung gibt es hingegen für alle, die mit dem eigenen Auto aus der Schweiz nach Spanien reisen: Für Fahrzeuge mit ausländischer Zulassung bleibt das klassische Warndreieck weiterhin erlaubt. Die neue Vorschrift betrifft ausschliesslich Autos mit spanischem Kennzeichen.

Teurere Vignetten in Österreich

Autofahrerinnen und Autofahrer müssen sich in Österreich 2026 auf höhere Vignettenpreise einstellen: Die Tagesvignette kostet neu 9.60 Euro, die Zehn-Tages-Vignette 12.80 Euro, die Zwei-Monats-Vignette 32 Euro und die Jahresvignette 106.80 Euro. Damit steigen die Tarife um durchschnittlich rund drei Prozent. Wer ohne gültige Vignette auf Österreichs Autobahnen unterwegs ist, riskiert eine Ersatzmaut von 120 Euro für Personenwagen und 65 Euro für Motorräder. Bei Nichtbezahlung drohen Anzeigen und Bussen von bis zu 3000 Euro. Parallel dazu treibt die Autobahngesellschaft Asfinag den digitalen Wandel voran: Bereits heute greifen rund drei Viertel der Kundinnen und Kunden zur digitalen Vignette. Ab 2027 verschwindet die klassische Klebevignette endgültig – das Autobahn-Pickerl gibt es dann nur noch in elektronischer Form.

Touristensteuer in Edinburgh

Die Stadt Edinburgh führt als erste Kommune in Schottland eine Touristensteuer ein: Die sogenannte «Transient Visitor Levy» sieht eine Abgabe von fünf Prozent auf Übernachtungskosten vor. Betroffen sind Hotels, Bed-and-Breakfasts, Hostels sowie Ferienwohnungen wie Airbnb, wobei die Steuer für maximal sieben aufeinanderfolgende Nächte gilt. In Kraft treten soll die Abgabe am 24. Juli 2026. Die Stadt rechnet mit jährlichen Einnahmen von umgerechnet bis zu rund 60 Millionen Franken, die in Infrastruktur, bezahlbaren Wohnraum, Kultur und Veranstaltungen investiert werden sollen. Rund 35 Prozent der Mittel sind für den Kunst- und Kulturbereich vorgesehen. Mit diesem Schritt folgt Edinburgh dem Beispiel anderer europäischer Metropolen wie Amsterdam.

Rückerstattung bei Stau in Italien

Ab Juni 2026 erhalten Autofahrerinnen und Autofahrer in Italien Geld zurück, wenn sie auf mautpflichtigen Autobahnen wegen Baustellen übermässig lange im Stau stehen. Grundlage ist eine neue Regelung der Verkehrsbehörde, die bei deutlicher Überschreitung der normalen Fahrzeit eine teilweise oder vollständige Rückerstattung der Maut vorsieht. Die Entschädigung soll über eine zentrale App beantragt werden können, in der alle privaten Autobahnbetreiber zusammengeschlossen sind. Bereits bei einer Verzögerung von zehn Minuten auf Strecken bis 50 Kilometer ist eine Rückzahlung vorgesehen, bei längeren Distanzen ab 15 Minuten. Dauert die Fahrt infolge von Staus mindestens drei Stunden länger als üblich, muss die gesamte Maut erstattet werden. Wie hoch die Entschädigung im Detail ausfällt, legen die Betreiber innerhalb behördlicher Vorgaben fest; ausgezahlt wird jedoch erst ab einem Betrag von über einem Euro. Unklar ist bislang, in welchem Umfang auch ausländische Autofahrerinnen und Autofahrer profitieren; das System soll bis Dezember 2026 vollständig einsatzbereit sein.

Höhere Passagiergebühren an thailändischen Flughäfen

In Thailand werden die Passagiergebühren erhöht. Die Abgabe für internationale Abflüge steigt von derzeit 730 Baht auf 1120 Baht – knapp 30 Franken. Die Gebühr wird automatisch beim Ticketkauf erhoben und ist damit direkt im Flugpreis enthalten. Begründet wird der Schritt mit Investitionen in Sicherheit, Infrastruktur und besseren Passagierkomfort an den Flughäfen. Airports of Thailand, Betreiber der sechs grössten Flughäfen des Landes, rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von rund zehn Milliarden Baht pro Jahr (rund 240 Millionen Franken). Für Inlandflüge bleibt alles unverändert: Die Gebühr für nationale Abflüge beträgt weiterhin 130 Baht. Wann die neue Regelung genau in Kraft tritt, steht noch nicht fest.