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Zerstörung und Reise-Chaos durch Monstersturm Ragasa
Super-Taifun Ragasa hat in Asien mindestens 21 Menschen das Leben gekostet und zahlreiche Menschen in der Region verletzt. Im Inselstaat Taiwan richtete der Tropensturm schwere Schäden an, mindestens 14 Menschen starben laut Behördenangaben, nachdem im osttaiwanischen Landkreis Hualien am Dienstagabend (Ortszeit) ein Staudamm übergelaufen war und Orte überschwemmt worden waren.
Bei den meisten Toten handelte es sich um ältere Einwohner des Dorfes Guangfu. Mehr als 30 Menschen erlitten nach offiziellen Angaben Verletzungen. Derweil wächst die Sorge um 124 Menschen, die vermisst werden. Die Rettungsmassnahmen laufen auf Hochtouren.
Auf den Philippinen, wo der Monstersturm zuvor gewütet hatte, gab es mindestens sieben Tote, nach drei Vermissten wird noch gesucht. Dem Katastrophenschutz zufolge waren im Inselstaat mehr als 190'000 Menschen von Ragasa betroffen.
Hongkong sagt Hunderte Flüge ab
Ragasa war in der Zeit von Dienstag auf Mittwoch durch die Meeresstrasse von Luzon an Taiwan und den Philippinen vorbeigezogen. Auf den Babuyan-Inseln im Norden der Philippinen traf er auf Land. Der Tropensturm brachte heftigen Regen sowie Sturmböen weit über Tempo 200. Hoher Wellengang führte an den Küsten zu Überschwemmungen.
Der Taifun erreichte heute Mittwoch Südchina mit der zweithöchsten Taifun-Kategorie. In der bevölkerungsreichen Küstenprovinz Guangdong wurden seit gestern mehr als eine Million Menschen in Sicherheit gebracht, wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete. In vielen Grossstädten Guangdongs fiel der Unterricht an Schulen aus, die Behörden stoppten den öffentlichen Nahverkehr und Arbeitsmassnahmen.
Auch im angrenzenden Hongkong steht das öffentliche Leben in weiten Teilen still. Die Behörden riefen die höchste Taifun-Warnstufe zehn aus. Am Flughafen – einem wichtigen internationalen Drehkreuz – fielen Hunderte Flüge aus. Reisende konnten zuvor bei vielen Airlines kostenlos umbuchen und wurden gebeten, sich an die Fluggesellschaften für Informationen zu ihrer Reise zu wenden.
Seit Tagen hatten sich die Menschen in der chinesischen Sonderverwaltungsregion auf den Tropensturm vorbereitet. Sie verbarrikadierten Geschäftszeilen zum Schutz vor herumfliegenden Trümmerteilen.
Die Meteorologen rechnen damit, dass der Super-Taifun sich auf seiner erwarteten Route nach Westen abschwächt. In der Nacht auf Freitag (Ortszeit) dürfte Ragasa laut Vorhersagen den Norden Vietnams erreichen. Die dortigen Behörden rechneten mit möglichen Überschwemmungen in einigen Küstenprovinzen.