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Auch in spanischen Kleinstädten wie Ripoll gibt der Wohnungsmarkt für Einheimische wenig her, wegen den vielen für Touristen umgenutzten Apartments. Bild: Adobe Stock

Spanien streicht über 53'000 illegale Ferienwohnungen von Online-Plattformen

Touristen raus, Mieter rein: Spaniens Regierung lässt Zehntausende illegale Ferienwohnungen löschen. Familien und junge Leute sollen wieder bezahlbaren Wohnraum erhalten.

Die spanische Regierung zieht die Zügel im Ferienwohnungsmarkt deutlich an. Wie das Ministerium für Wohnungswesen mitteilt, müssen 53'876 Inserate von Plattformen wie Airbnb, Booking und Rentalia gelöscht werden, weil sie keine gültige Registrierungsnummer besitzen. Diese ist seit dem 1. Juli 2025 verpflichtend.

Viele Anträge wurden abgelehnt, da die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllt wurden. Besonders stark betroffen sind Andalusien mit 16'740 Fällen, die Kanarischen Inseln mit 8698, Katalonien mit 7729 und die Region Valencia mit 7499 nicht genehmigten Wohnungen.

Regierung will Wohnungsnot lindern

In Städten wie Sevilla (2289), Marbella (1802), Barcelona (1564), Málaga (1471) und Madrid (1257) summieren sich die Fälle auf Tausende. Auffällig ist die Hauptstadtregion Madrid, wo 83 Prozent der beantragten Registrierungen nicht für touristische, sondern für befristete Vermietungen eingereicht wurden. Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte an, die freiwerdenden Objekte jungen Menschen und Familien zugänglich zu machen. Allein in Málaga sollen rund 6000 Wohnungen zurück auf den regulären Mietmarkt kommen.

Airbnb erklärte, mit den Behörden zusammenzuarbeiten und bestätigt, Inserate ohne gültige Registrierung zu löschen. Laut dem Unternehmen erfülle die überwiegende Mehrheit der Angebote die Vorschriften; seit Januar seien über 70'000 neue Inserate mit Registrierungsnummer erfasst worden. Insgesamt gingen seit Jahresbeginn 336'497 Anträge ein, knapp 20 Prozent davon wurden abgelehnt.

Die Massnahme ist Teil einer umfassenden Strategie der Regierung, die Wohnungsnot zu lindern, illegale touristische Vermietungen einzudämmen und die Lebensqualität in Spaniens Städten zu verbessern. Immer wieder hatten Bürgerinnen und Bürger zuletzt gegen Immobilienspekulation, steigende Mieten und Übertourismus protestiert. Mit dem Eingriff hofft die Regierung, die Balance zwischen Tourismuswirtschaft und dem Bedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum wiederherzustellen.

(TN)