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Lodernde Flammen und dichter Rauch bei einem Waldbrand in Griechenland: Die Einsatzkräfte kämpfen vielerorts gegen unkontrollierte Feuer. Bild: Screenshot Youtube / DWS News

Waldbrände in Europa: Die Lage im Überblick

Im Süden Europas wüten derzeit zahlreiche Waldbrände mit teils dramatischen Folgen. Unsere Übersicht zeigt, wie die Lage in den betroffenen Ländern aussieht.

Zahlreiche Waldbrände beschäftigen die Menschen in mehreren Ländern im Süden Europas. Es kommt zu Evakuierungen und aufwändigen Löscheinsätzen. Mehrere Menschen sind durch die Feuer ums Leben gekommen. Hier ein Überblick über die aktuelle Situation:

Spanien

In Spanien gebe es derzeit insgesamt 14 grössere aktive Feuer, sagte Sara Aagesen, Ministerin für Ökologischen Wandel, in einem Radio-Interview. «Einige könnten nach ersten Einschätzungen vorsätzlich gelegt worden sein, aufgrund der Heftigkeit und Ausbreitung des Feuers», so die Politikerin. In allen Fällen seien Ermittlungen aufgenommen worden. Aufgrund der Feuer mussten rund 6000 Menschen in mehreren Regionen Spaniens die Nacht auf Mittwoch ausserhalb ihrer Häuser verbringen. Zwei Menschen kamen in Spanien bei den Bränden ums Leben. Im Bezirk Tres Cantos nördlich der Hauptstadt Madrid starb ein rund 50-jähriger Mann an schweren Verbrennungen. In León kam ein freiwilliger Helfer ums Leben. Sieben Menschen wurden mit teils schweren Verbrennungen in ein Spital eingeliefert. Inzwischen hat Spanien die Europäische Union offiziell um Hilfe bei der Bekämpfung der Waldbrände gebeten.

Portugal

Auch im Nachbarland Portugal halten Wald- und Vegetationsbrände die Behörden auf Trab. Mehr als 1500 Einsatzkräfte kämpften zuletzt gegen die sechs grössten Brände auf dem Festland, wie die Nachrichtenagentur Lusa unter Berufung auf den Zivilschutz berichtete. Besonders besorgniserregend war das Feuer im Kreis Trancoso rund 150 Kilometer südwestlich von Porto, nahe der Grenze zu Spanien, wo mehr als 500 Kräfte im Einsatz waren.

Griechenland

Bei den Bränden in Griechenland zeichnet sich eine leichte Entspannung ab, Entwarnung geben die Behörden aber nicht. Noch immer kämpfen Feuerwehr, Freiwillige und Anwohnende unermüdlich gegen zahlreiche Brandherde. Besonders betroffen sind Regionen rund um die Hafenstadt Patras, die Inseln Chios und Zakynthos sowie ein Gebiet nahe der albanischen Grenze. Die Luftunterstützung begann am Donnerstagmorgen mit dem ersten Tageslicht, nachdem die Einsatzkräfte am Boden erneut die ganze Nacht über gekämpft hatten, wie ein Feuerwehr-Offizier im griechischen Fernsehen sagte. Die Lage sei regional unterschiedlich: Auf Zakynthos sei das Feuer inzwischen unter Kontrolle, während auf der Insel Chios weiterhin grosse Sorge bestehe. Auch in der Region rund um Patras, der drittgrössten Stadt Griechenlands, hat sich die Situation laut örtlichen Medien etwas entspannt.

Frankreich

In Süd- und Zentralfrankreich herrschte inmitten der aktuellen Hitzewelle im Land erhöhte Waldbrandgefahr. Einzelne Brände gab es etwa in der Gegend um Bordeaux sowie im etwas nördlicheren Département Vienne.

Italien

In Italien gibt es vor allem im Süden des Landes immer wieder Waldbrände. Allein am Sonntag gingen beim Katastrophenschutz 22 Anfragen für Löschunterstützung aus der Luft ein – neun davon aus Kampanien. Im Vesuv-Nationalpark bei Neapel tobte ein grossflächiger Brand, weitere Feuer wurden aus Latium, Sizilien, Apulien, Basilikata, Kalabrien und Sardinien gemeldet. Die Behörden betonen, dass die meisten Brände auf Fahrlässigkeit oder Brandstiftung zurückgehen, und rufen die Bevölkerung zu schneller Meldung verdächtiger Rauchentwicklung auf.

Albanien

In Albanien toben seit Tagen Waldbrände in vielen Teilen des Landes. Ein Mensch starb in den Flammen im zentralalbanischen Gramsh, wie das Verteidigungsministerium in Tirana mitteilte. Feuerwehr, Soldaten und Polizei sind Tag und Nacht im Einsatz, auch mit Lösch-Helikoptern. In der Kleinstadt Delvina, zehn Kilometer vom Adria-Strand entfernt, musste neben Wohnhäusern auch ein Spital evakuiert werden.

Montenegro

In Montenegro kämpfen Einsatzkräfte aus Serbien, Kroatien und Italien gegen die Flammen. Weitere Hilfe wird aus Österreich und Ungarn erwartet. Besonders betroffen ist der küstennahe Streifen zwischen Piper und Buljarica.

(TN)