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Das Fünf-Sterne-Hotel La Residencia auf Mallorca lässt sich das benötigte Wasser per Tanklastwagen liefern. Bild: Belmond

Gemeinde dreht Luxushotel den Hahn zu

Die Wasserkrise auf Mallorca verschärft sich: In Deià wird seit Montag an drei Tagen pro Woche die Wasserversorgung unterbrochen – auch das Luxushotel La Residencia ist betroffen.

Mallorca leidet unter einer Dürre. Nun greift die Lokalpolitik zu drastischen Mitteln. In der Gemeinde Deià, rund 30 Kilometer nordwestlich von Palma, lässt Bürgermeister Joan Ripoll in mehreren Ortsteilen montags, mittwochs und freitags das Leitungswasser abstellen. Die Notmassnahme soll den kollabierenden Grundwasserspiegeln entgegenwirken.

Zu den Betroffenen zählt auch das renommierte Fünf-Sterne-Hotel La Residencia, in dem drei Nächte in der Suite über 15'000 Franken kosten. Mit rund 30'000 Litern Wasserverbrauch pro Woche gehört das Haus zu den Grossverbrauchern der Region. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, lässt sich das Hotel inzwischen täglich per Tanklastwagen mit Wasser aus einem Brunnen in Sóller beliefern, schreibt «Bild.de».

Bereits Anfang Juli hatte Deià das Verwenden von Leitungswasser für Pools, Gartenbewässerung oder Autowäsche untersagt. Die jetzige Verschärfung betrifft auch die Bevölkerung: Zwar dürfen sie an den übrigen Wochentagen Wasser «bunkern», doch das Rathaus hofft, dass der damit verbundene Aufwand unnötige Nutzung verhindert.

Nachhaltiges Wassermanagement dringender denn je

Bürgermeister Ripoli beruft sich auf Artikel 56.8 der kommunalen Wasserversorgung und bezeichnet die Massnahme als «unangenehm, aber unvermeidlich». Mit 3,3 Millionen Litern wöchentlichem Wasserverbrauch – davon über ein Drittel per Tanklastwagen geliefert – steht Deià exemplarisch für die Herausforderungen Mallorcas im Umgang mit Klimaextremen und wachsendem Tourismusdruck.

In der Nachbarregion Pla de Mallorca sollen ebenfalls mehrere Gemeinden zu Notstandsgebieten erklärt werden. Damit könnten die Balearen-Behörden die zusätzlichen Kosten für Wassertransporte übernehmen – ein Versuch, der drohenden Krise strukturell zu begegnen.

Die Wasserknappheit auf der Baleareninsel bringt erste tiefgreifende Konsequenzen mit sich. Der Konflikt zwischen Tourismusinteressen und Grundversorgung der Bevölkerung verschärft sich – und zeigt, dass nachhaltiges Wassermanagement auf Mallorca dringender denn je ist.

(TN)