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Ein nationales Wahrzeichen für Spanien
Spanien plant ein monumentales neues Wahrzeichen: eine 300 Meter hohe Stierskulptur aus Metall. Das Projekt trägt den Namen «El Toro de España» und stammt von der Spanischen Akademie für Stierkampf. Ziel ist es, dem Land ein symbolträchtiges Bauwerk zu geben, das mit der Freiheitsstatue in New York, dem Kolosseum in Rom oder den Pyramiden in Ägypten zu vergleichen ist. Der Stier soll nicht nur Spaniens kulturelle Wurzeln aufzeigen, sondern auch als Touristenattraktion für viel Aufmerksamkeit sorgen.
Geplant ist eine Skulptur in kampfbereiter Pose, mit Aussichtsplattformen in den Hörnern und einem Besucherzentrum am Sockel. Finanziert werden soll das Projekt ausschliesslich durch private Investoren. Mehrere Städte, auch abseits der touristischen Hotspots, haben Interesse bekundet, während Madrid eine Beteiligung bereits abgelehnt hat. Gemeinden, die den Stier beherbergen, sollen über Beteiligungsmodelle finanziell profitieren.
Doch das Vorhaben ist umstritten: Zwar wurde der Stierkampf 2013 zum nationalen Kulturgut erklärt, doch gesellschaftlich steht er zunehmend in der Kritik. Vor allem jüngere Generationen und Tierschützer lehnen die Tradition ab und fordern ein Verbot. In mehreren Regionen, darunter Katalonien und den Kanaren, ist der klassische Stierkampf bereits gesetzlich untersagt.
Kritiker sehen in der geplanten Statue daher nicht nur ein kulturelles Symbol, sondern auch ein Monument für eine Praxis, die viele als Tierquälerei empfinden. Anders als die Freiheitsstatue, die universelle Werte wie Freiheit und Hoffnung verkörpert, oder der Eiffelturm als Sinnbild technischer Innovation, droht der «Toro de España» möglicherweise ein Symbol der gesellschaftlichen Spaltung zu werden.