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Die historische Grand Canyon Lodge am Nordrand des Nationalparks wurde durch ein Feuer vollständig zerstört. Bild: NPS

Waldbrände verwüsten Infrastruktur im Grand Canyon

Verheerende Waldbrände haben am Nordrand des Grand-Canyon-Nationalparks eine beliebte Unterkunft zerstört. Die historische Grand Canyon Lodge fiel ebenso den Flammen zum Opfer wie mehrere andere Einrichtungen.

Waldbrände haben am Nordrand des Grand-Canyon-Nationalparks in Arizona eine historische Lodge in Schutt und Asche gelegt. Neben der Grand Canyon Lodge, der einzigen Unterkunft im Nordbereich des Parks, fielen auch ein Besucherzentrum, eine Tankstelle, Verwaltungsgebäude und Unterkünfte für Mitarbeitende den sich rasch ausbreitenden Flammen zum Opfer, wie US-Medien unter Berufung auf die Parkleitung berichteten.

Zwei Brände, bekannt als White Sage Fire und Bravo Dragon Fire, wüten derzeit in der Region – letzterer erreichte die Lodge. Der Bravo-Dragon-Brand hat bislang rund 2000 Hektar erfasst: eine Fläche etwa so gross wie 2800 Fussballfelder. Das deutlich grössere White Sage Fire nördlich davon, nahe der Gemeinde Jacob Lake, erstreckt sich inzwischen über mehr als 7700 Hektar. Das entspricht in etwa der Fläche der Stadt Luzern.

Durch den Brand einer Wasseraufbereitungsanlage wurde Chlorgas freigesetzt, was zur Evakuierung von Feuerwehrleuten und Wandernden aus dem Canyon führte. Der Nordrand des Parks war bereits am Donnerstag vorsorglich evakuiert worden.

Nordrand bis kommenden Frühling gesperrt

Aufgrund der Schäden haben die Behörden die Schliessung des Nordrands für den Rest der aktuellen Saison und bis zum 14. Mai 2026 angekündigt, wie Visit Arizona mitteilt.

Auch mehrere Wanderwege und Campingplätze entlang des inneren Canyon-Korridors sind derzeit nicht zugänglich, darunter der North Kaibab Trail, der South Kaibab Trail sowie Abschnitte des Bright Angel Trails. Die Phantom Ranch und der Bright Angel Campground bleiben ebenfalls geschlossen.

Der Südrand, der deutlich stärker frequentierte Teil des Nationalparks, ist weiterhin offen und für Besucherinnen und Besucher zugänglich – ebenso wie die umliegenden Gemeinden Tusayan, Valle, Williams und Cameron. Allerdings kann Rauch sichtbar sein, und es wird empfohlen, die lokale Luftqualität regelmässig zu prüfen.

Alix Skelpsa Ridgway, Interimsdirektorin des Arizona Office of Tourism, zeigt sich betroffen über die Ereignisse: «Unser Mitgefühl gilt der Gemeinde am Nordrand. Gleichzeitig danken wir den Feuerwehrleuten, die unermüdlich gegen die Flammen kämpfen.»

(Dieser Artikel wurde am 17. Juli 2025 aktualisiert.)

(TN)