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Protest gegen Massentourismus eskaliert
Auf Mallorca spitzt sich der Protest gegen den Massentourismus weiter zu: Am Samstag sorgte eine spektakuläre Aktion mitten in Palma für Aufsehen. Mitglieder der Initiative «Menys turisme, més vida» («Weniger Tourismus, mehr Leben») stoppten einen Sightseeing-Bus im Stadtzentrum, kletterten auf das Dach des Fahrzeugs und entrollten ein riesiges Banner mit der Botschaft: «Stoppt die Touristifizierung». Die Fahrgäste mussten den Bus verlassen – freiwillig oder nicht.
Ein Video der Aktion tauchte umgehend auf Social Media auf. Die Aktivistinnen und Aktivisten nutzten die Aufmerksamkeit, um zur grossen Protestkundgebung am Sonntag aufzurufen, zu der laut Polizeiangaben rund 8000 Menschen kamen. Die Teilnehmenden skandierten Slogans wie: «Wer Mallorca liebt, zerstört es nicht!»
Immer mehr Mallorquiner haben das Gefühl, dass der Tourismus – bei aller wirtschaftlichen Bedeutung – aus dem Ruder läuft. Die Mieten steigen, viele Touristenziele platzen aus allen Nähten, und selbst abseits der Strände wird es eng. Die Forderungen von «Menys turisme, més vida»: eine Begrenzung der Besucherzahlen, ein Kreuzfahrt-Moratorium und ein Ende der touristischen Vermietung.
Trotz der Proteste im vergangenen Jahr sei «nichts passiert», so Sprecher Jaume Pujol. Die Zahl der Touristinnen und Touristen steigt weiter. 2025 könnten die Balearen erstmals die Marke von 20 Millionen Gästen überschreiten.
Proteste gegen Massentourismus fanden am Sonntag auch in anderen spanischen Städten statt, unter anderem in Barcelona. Dort nahmen aber nach Polizeischätzung nur rund 600 Menschen teil. Die Demonstrierenden zogen in der katalanischen Hauptstadt unter anderem mit Wasserpistolen durch die Strassen.